Thursday, 14. June 2018, 16:00

Vom erweiterten Nutzen des Bauhandwerks in Krisengebieten

Der Sozialanthropologe Trevor Marchand berichtet über die Rolle von handwerklich geprägter Baupraxis für die Erhaltung kulturellen Erbes in einem kriegsgeschüttelten Land wie dem Jemen.

Trevor Marchand, emeritierter Professor für Sozialanthropologie an der School of Oriental and African Studies in London, hat nicht nur eine zweite akademische Ausbildung als Architekt, sondern auch fundierte handwerkliche Kenntnisse, die er beispielsweise als Lehrling eines traditionellen Bauunternehmens in Jemen gesammelt hat.

Die von ihm praktizierte Forschungsmethode als mitarbeitender Handwerkslehrling stellt er bei einer ISA International Guest Lecture des Instituts für Sozialanthropologie der ÖAW zum Thema „An Anthropologist in Yemen: From apprentice to activist“ vor. Sein ungewöhnlicher Forschungszugang ermöglichte ihm ein tieferes Verständnis dafür, was bauhandwerkliche Fähigkeiten für lokale Gesellschaften in kriegsgeschüttelten Regionen über das reine Bauen hinaus bedeuten. Im Jemen befähigte dieses Können die Menschen nicht zuletzt dazu, materielles und immaterielles Erbe besser zu schützen und sich politisch und kulturell zu engagieren.

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