Monday, 18. February 2019, 16:00

Islam, Recht und Aktivismus

Der Anthropologe Jean-Michel Landry präsentiert Forschungsergebnisse zu Familienrecht, Islam und Kampagnen gegen traditionell motivierte Zuweisungen des Sorgerechts. Er zieht seine Schlussfolgerungen aus der Analyse der unterschiedlich erfolgreichen sunnitischen bzw. schiitischen Kampagnen.

Im Libanon gibt es im Zusammenhang mit dem Familienrecht eine heftig geführte Diskussion um die Zuweisung des Sorgerechts. Die Kontroverse entzündet sich nicht zuletzt daran, dass diese traditionellerweise die Väter erhalten. Legaler Aktivismus gegen bestimmte von der Scharia abgeleiteten Normen war in der vergangenen Dekade nur dann erfolgreich, wenn er sunnitisch – nicht aber, wenn er schiitisch – organisiert war.

Der Vergleich von Kampagnen für eine Stärkung säkularer Normen im Familienrecht, die von Gruppierungen mit sunnitischem bzw. schiitischem Huntergrund betrieben wurden, verrät Wesentliches über die Verschränkung der religionsbasierten und säkularen Gesetzgebung im Nahen Osten, wie Jean-Michel Landry an der ÖAW erläutert. Der Anthropologe von der McGill University in Kanada beleuchtet das kontrovers diskutierte Feld bei einer ISA Regional Guest Lecture zum Thema „Islam, Law and Activism in Lebanon“.

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