Patent: Verfahren zur Rekonditionierung von Datenträgern, WO2012088553 

Oesterreichische Akademie der Wissenschaften: Method for Reconditioning Data Carriers.
Inventors: P. Liepert, L. Spoljaric-Lukacic, N. Wallaszkovits. Appl. filed 23.12.2011,  published 05.07.2012. IPC: G11B 23/50 (2006.01), G03D 15/00 (2006.01). Pub. No.: WO/2012/088553

Kontakt: Nadja Wallaszkovits

Verfahren zur Rekonditionierung von Datenträgern mit einem Kunststoffanteil mit dem Ziel, die durch Alterungsschäden hervorgerufene Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften langanhaltend und vorteilhaft zu verbessern. Durch das Verfahren werden bisher unspielbar geschädigte Datenträger wieder spielbar gemacht und chemische Alterungsprozesse in ihrem Fortschreiten gehemmt.

Basierend auf unserer langjährigen Erfahrung mit historischen Tonträgern konnte das Phonogrammarchiv in den letzten Jahren wertvolle Erkenntnisse zur Spielbarmachung schwer geschädigter bzw. als unspielbar geltender Magnetbänder gewinnen. Die vorerst experimentell gesammelten Daten wurden chemisch analysiert und verifiziert.

Daraus konnte in Kooperation mit dem Österreichischen Forschungsinstitut für Chemie und Technik (OFI) ein Verfahren entwickelt werden, das es ermöglicht, die durch Alterungsschäden hervorgerufene Verschlechterung der mechanischen Eigenschaften von stark versprödeten und geschrumpften Acetatbändern (Magnettonbändern aus dem Ton‐ und Filmbereich) langfristig und vorteilhaft zu verbessern. Durch das Verfahren wird einerseits ein zerstörungsfreies Abspielen überhaupt ermöglicht, andererseits werden chemische Alterungsprozesse (wie z.B. das sog. Vinegar‐Syndrom) in ihrem Fortschreiten gehemmt bzw. je nach Schädigungsgrad gestoppt. Dabei wird das Material nicht nur kurzfristig aufgefrischt, sondern dauerhaft in seinen mechanischen Eigenschaften verjüngt.

Die Methode wird im Rahmen eines Kooperationsprojektes (publicprivatepartnership) mit NOA GmbH Wien zur industriellen Anwendung weiterentwickelt.

Das stark geschädigte Band vor der Behandlung (links) und nach der Behandlung (rechts)
(auf Spule; Farbunterschiede hervorgerufen durch unterschiedliche Belichtungssituation beim Fotografieren)