Religion und Identität im Nahen Osten: Zur Symbolik ethnisch-religiöser Abgrenzung

Kontakt: Gebhard Fartacek

Aufbauend auf bisherige Forschungsarbeiten (lokalkulturelle Pilgerorte und ethnisch-religiöse Segmentierungen im Großraum Syrien; Geschichten und Diskurse über das Wirken gefährlicher Dämonen und des Bösen Blicks; erkenntnistheoretische Modelle und Rituale der personalen und kollektiven Konfliktbewältigung in Nordarabien; Besessenheit und ethnisches Bewusstsein in der Golfregion) verfolgt dieses Projekt das Ziel einer systematischen Analyse von gedachten und gelebten Zugehörigkeiten und Abgrenzungen, wie sie im Gebiet des gegenwärtigen Nahen Ostens anzutreffen sind. Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses stehen Tabus, Rituale und Symbole der ethnisch-religiösen Demarkation. Von strukturalen und konstruktivistischen Erklärungsmodellen ausgehend werden rezente Identitätskonstruktionen sowie lokalkulturelle Strategien im Umgang mit (epistemologischen) Ungewissheiten komparativ analysiert.

Das empirische Fundament dieses Forschungsbereichs bildet eine systematische Auswertung der nahostbezogenen Bestände (Oraltraditionen) des Phonogrammarchivs, die für den Untersuchungsgegenstand unmittelbar relevant sind. Zudem werden themenrelevante schriftliche Quellen ausgewertet und auf Basis qualitativer Hypothesengenerierung eigene Feldforschungen (Nacherhebungen) durchgeführt.

Insgesamt ist dieses Projekt dem Ziel einer Kontextualisierung und Erweiterung der nahostbezogenen Sammlungen des Phonogrammarchivs verpflichtet. Im Sinne neuerer Ansätze der audio-visuellen Anthropologie sollen dabei auch unkonventionelle Methoden der ethnographischen Datenerhebung Eingang finden und auf diese Weise zu rezenten methodologischen Diskussionen beitragen.