Ethnomusikologie und Minderheiten

Kontakt: Gerda Lechleitner, Christiane Fennesz-Juhasz

Jedwede Musikausübung, mit Ausnahme von klassischer Musik, war seit seiner Gründung ein Sammlungsschwerpunkt des Phonogrammarchivs. In der Geschichte der Ethnomusikologie wird auch formuliert, dass ethnomusikologische Forschung nach heutigem Verständnis durch die Erfindung der Tonaufzeichnung erst möglich wurde. Auf Grund der weltweiten Ausrichtung des Phonogrammarchivs bildeten sich Schwerpunkte zu verschiedenen Inhalten (von Volksmusik bis Popularmusik oder „ethnischer“ Musik bis Weltmusik); dabei werden allgemeine Themen wie Methodengeschichte oder Spezialthemen zu bestimmten Genres und Ethnien behandelt.

Das Thema Musik und Minderheiten ist ein aktuelles und wurde schon in der Frühzeit der Tonaufzeichnung behandelt, wenn auch nicht unter diesem Titel. Forscherinnen und Forscher waren an unbekannter Musik interessiert – nicht nur an geographisch weit entfernter „anderer“ Musik sondern auch an solcher, die sich von der bekannten und gewohnten in der nächsten Umgebung unterscheidet, also an „unbekannter“ Musik innerhalb der „bekannten“. Deshalb ist es möglich, diesen Themenschwerpunkt sowohl historisch und methodisch zu untersuchen als auch jüngste gesellschaftliche Veränderungen zu verfolgen.