Kurzbiografie
Pei-Lin Chiou hat einen Masterabschluss in Religionswissenschaft an der National Chengchi University in Taiwan sowie einen Masterabschluss in Klassischer Indologie an der Universität Heidelberg. Derzeit ist sie Doktorandin an der Universität Wien. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der indischen und tibetischen buddhistischen Philosophie, insbesondere auf dem Madhyamaka sowie auf den Erkenntnistheorien.
Chious Doktorarbeit mit dem Titel „Spiritual Transformation and Madhyamaka Philosophy: Kamalaśīla on the Entry into Non-conceptuality in the Avikalpapraveśadhāraṇīṭīkā“ untersucht die Verbindung zwischen der Madhyamaka-Metaphysik und der Meditationstheorie bei Kamalaśīla (ca. 740–795) durch eine Analyse seines wenig erforschten Sūtra-Kommentars, der Avikalpapraveśadhāraṇīṭīkā. Die Dissertation enthält zudem eine kritische Ausgabe und eine kommentierte Teilübersetzung dieses Quelltextes.
Im Laufe dieses Forschungsprojekts hat Chiou ihren Forschungsbereich auf Kamalaśīlas Madhyamakāloka ausgeweitet, insbesondere auf dessen Kritik an und Einbeziehung anderer buddhistischer philosophischer Ideen sowie auf die Rezeption seines Madhyamaka-Denkens in Tibet. Als Folgeprojekt arbeitet sie an ausgewählten Abschnitten des Madhyamakāloka, an deren tibetischen Kommentaren aus der Frühzeit der tibetischen Scholastik sowie an anderen verwandten tibetischen Texten.
Chiou kam 2016 an das IKGA. Von 2019 bis 2023 war sie Mitglied des FWF-Projekts „Rationalität, Meditation und Befreiung im indischen Buddhismus: Kamalaśīlas Schriftkommentare im Kontext“. Derzeit arbeitet sie im Rahmen des vom ERC finanzierten Forschungsprojekts „The Dawn of Tibetan Buddhist Scholasticism (11th–13th c.)“ (TibSchol) und konzentriert sich dabei auf Debatten über Argumentationsweisen in Werken aus Tibet des 11. bis 13. Jahrhunderts.