Zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert u. Z. schufen buddhistische Autoren auf dem tibetischen Plateau eine Reihe ‘nationaler’ Gründungsmythen, die eine immense kulturelle Langlebigkeit erlangen sollten. Die narrative Literatur, in der diese Mythen weitergegeben wurden, prägte die kulturelle, religiöse und politische Landschaft des Landes bis ins 21. Jahrhundert – und wirkte darüber hinaus auf die Mongolei, den Himalaya-Raum und andere buddhistische Gemeinschaften in Asien.
Da diese buddhistische Literatur die Existenz einer engen Beziehung zwischen der Schutzgottheit des Landes (dem Bodhisattva Avalokiteśvara), einem göttlichen Herrscher (dem Kaiser Srong-btsan [† 650]) und den Tibetern selbst propagierte, wirft sie Licht auf die vorneuzeitlichen Beziehungen zwischen Religion, politischer Herrschaft und kollektiver Identität – mit Bedeutung weit über Tibet hinaus.
Gleichzeitig sind Entstehung und ursprünglicher Inhalt dieser Literatur bis heute nur unvollständig geklärt. Weil verlässliche texthistorische Grundlagen fehlen, stehen Forschende, die mit diesen über Jahrhunderte immer wieder kopierten, bearbeiteten und wechselseitig abgeschriebenen Texten arbeiten, von Anfang an auf unsicherem Boden.
Unter Verwendung neu erschlossener Manuskripte wird das FOUNT-Projekt:
This project has received funding from the European Research Council (ERC) under the Horizon Europe research and innovation program (grant agreement No 101222259).
Project fact sheet on CORDIS: https://cordis.europa.eu/project/id/101222259
Media report: ERC Starting grants in Austria (in German), https://www.derstandard.at/story/3000000286325/21-renommierte-erc-starting-grants-gehen-nach-oesterreich