Das 1971 gegründete UNESCO Man and the Biosphere (MAB) Programm wurde in Österreich bereits 1972 ratifiziert und es handelt sich um das erste zwischenstaatliche Umwelt Programm zur Erforschung der Erde unter Einbeziehung der menschlichen Nutzung.
Derzeit umfasst das Programm ein globales Netzwerk von 759 Biosphärenreservaten in 136 Ländern, welche als „lebende Laboratorien“ fungieren, um eine nachhaltige Transformation im gesunden Gleichgewicht zwischen dem Schutz der Natur und deren Nutzung zu erproben.
Zur Steuerung und Koordination des Programms auf nationaler Ebene und als Schnittstelle zwischen den derzeit vier Biosphärenparks in Österreich und dem MAB Sekretariat der UNESCO in Paris wurde an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ein MAB-Nationalkomitee (NK) eingerichtet. Das NK ist mit einem Budget zur wissenschaftlichen Begleitung der Parks ausgestattet und im Sinne der Transdisziplinarität im Earth System Sciences Forschungsförderungsprogramm waren die Managements der Parks in die Themenfindung dieses Calls eingebunden.
Bedingt durch seine föderaleStruktur hat Österreich vielfältige Modelle für Governance, Finanzierung und Management von Biosphärenparkshervorgebracht. Diese bieten gute Möglichkeiten für vergleichende Forschungsansätze. Aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen bzw. Diskurse (Klimawandel, Renaturierung undBiodiversität, Digitalisierung, Wissenschaftsskepsis etc.) stellen an die Modellregionen neue Anforderungen. Hier kann und soll Wissenschaft einen Beitrag zur Analyseund Weiterentwicklung bestehender Strukturen und Prozesse leisten.
Die Projekte müssen neue wissenschaftliche Erkenntnisse für gesellschaftlich relevante Fragestellungen in den Biosphärenparks generieren und die Ergebnisse sollen in internationalen wissenschaftlichen Journals publiziert werden. Die Ergebnisse sollen dem Management der Parks nützlich sein und die weitere Etablierung, aber auch die Gründung neuer MAB Schutzgebiete begünstigen.
In dieser Ausschreibung sind Projekte zur Einreichung aufgerufen, die sich mit Fragen der Governance sozial-ökologischer Systeme beschäftigen. Konkret soll eines der beiden für Biosphärenparks besonders relevanten Themen adressiert werden:
Analysen zur Governance und Finanzierung sowie zu strukturellen Rahmenbedingungen bestehender oder zukünftiger Biosphärenparks
Analysen zur Governance und Finanzierung im Kontext von Klimawandelanpassungen und Hochwasserschutz bei Extremwetterereignissen in den Biosphärenparks.
Ein internationaler Vergleich und eine Betrachtung auf allen relevanten Verwaltungsebenen (Gemeinden, Bundesländer, Nationalstaaten und international) sind explizit gewünscht. Ziel dieses Calls ist das Schließen einer facheinschlägigen Lücke in der internationalen Forschungslandschaft.
Die Ausschreibung wendet sich an Wissenschaftler:innen in Österreich, die eine natur-, sozial- und/oder geisteswissenschaftliche Forschungsperspektive einnehmen. Die transdisziplinäre Einbindung mindestens eines Biosphärenpark-Managements ist Voraussetzung für eine Förderung.
Das Budget kann zwischen min. EUR 120.000 und max. EUR 270.000 bemessen sein. Im Falle einer nachweislichen Kooperation mit einem Biosphärenreservat in der Schweiz kann ein zusätzliches Budget von CHF 10.000 beantragt werden, welches von der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz zur Verfügung gestellt wird. Insgesamt stehen EUR 540.000,- zur Verfügung und die folgenden Arten direkter Kosten sind förderbar:
Die Anträge sind bis längstens 31. August 2025 an folgende E-Mailadresse zu richten: ess-calls(at)oeaw.ac.at.
Die Antragstellung erfolgt in englischer Sprache durch Übermittlung folgender Dokumente:
Start der Ausschreibung: 17. März 2025
Die Antragsteller:innen nehmen mit ihrer Beteiligung an der Ausschreibung zur Kenntnis, dass die damit verbundenen Daten und Unterlagen an die Jury und ggf. an Gutachter:innen weitergeleitet werden. Zweck der Weiterleitung ist die Bewertung des Antrags und die Entscheidungsfindung zur Vergabe der Förderung (siehe auch Datenschutzinformation der ÖAW).
Die ÖAW ist den Richtlinien guter wissenschaftlicher Praxis der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) verpflichtet. Alle Anträge werden unter Verwendung der Software Similarity (Turnitin) auf Plagiate überprüft. Verstöße gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis haben den sofortigen Ausschluss des Antrages zur Folge.
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Abteilung Forschungsförderung – Nationale und Internationale Programme
Jörg Böckelmann
E-Mail: ess-calls(at)oeaw.ac.at
T +43 1 515 81-2772