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VWA-MINT-PreiseNachwuchsförderung

Innovation braucht Frauen: MINT-Preise für Nachwuchsforscherinnen

In den Fachgebieten Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Interesse an diesen Fächern zu wecken und jene zu fördern, die sich bereits dafür begeistern, ist ein Ziel der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Die Vergabe der VWA-MINT-Preise ist ein wichtiger Baustein dabei.

20.10.2026
Die an der ÖAW mit MINT-Preisen ausgezeichneten Nachwuchsforscherinnen.
© ÖAW/Daniel Hinterramskogler

Bereits zum fünften Mal wurden die Auszeichnungen für hervorragende abschließende Arbeiten und Diplomarbeiten an Maturantinnen vergeben. Anlässlich der Preisverleihung im Johannessaal der Österreichischen Akademie der Wissenschaften betonte Ulrike Diebold, Vizepräsidentin der ÖAW und selbst Physikerin, das große Interesse der forschenden Schülerinnen: Heuer wurden 91 Arbeiten eingereicht. Doch nicht nur die hohe Zahl freut Diebold, sondern auch die Qualität der Forschungsbeiträge. „29 Expert:innen haben sich intensiv mit den Arbeiten auseinandergesetzt und waren begeistert von den herausragenden wissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit den Themen“. Bei der Bewertung standen insbesondere Originalität und Eigenständigkeit sowie die Durchdringung des Themas mit wissenschaftlichen Methoden im Mittelpunkt. 

Zehn Abhandlungen wurden von der Jury mit einem Preis ausgezeichnet, weitere acht Arbeiten als preiswürdig beurteilt und mit einer Urkunde gewürdigt. 

Von Hummeln bis Röntgenstrahlen 

Selbstbewusst und stolz auf die Anerkennung stellten die jungen Forscherinnen im Zuge der Verleihung ihre Projekte vor. Die Bandbreite der Themen zeigt eindrucksvoll die Vielfalt der MINT-Fächer auf: Sie reichen von der Bedeutung von Regenwürmern für den Boden über die biokatalytische Herstellung von Nukleosidanaloga bis hin zu Xenotransplantationen und der Wechselwirkung zwischen Psyche und Herz in der Rehabilitation. 

Ihren Untersuchungsobjekten ganz nah gekommen ist Danni Cheng vom Wiedner Gymnasium / Sir Karl Popper Schule in Wien. Sie hat das Nahrungsspektrum von bestäubenden Insekten in Wien am Beispiel der Hummeln beobachtet. Dafür fing sie die Tiere vier Monate lang mit einem Schmetterlingsnetz ein und schabte anschließend in einem Königinnen-Fangkäfig vorsichtig Pollen von deren Beinen ab. „Ich habe untersucht, welche heimischen Pflanzen Hummeln als eine Art Tankstelle dienen“, erklärt Cheng. Ihr Ergebnis: „Das Wichtigste ist, dass es blühende Pflanzen von April bis September gibt, damit konstante Nahrungsquellen vorhanden sind und so das Überleben der Völker über die heißen Monate hinweg garantiert werden kann.“

Julia Isabella Buchegger zog es weniger in die Natur als vielmehr in die Radiologie. Die Absolventin des BG/BRG Werndlpark Steyr beschäftigte sich in ihrem Projekt mit den Auswirkungen von Röntgenstrahlung auf die menschliche DNA. Dafür führte sie nicht nur ein Experteninterview mit dem Abteilungsleiter der Radiologie im Klinikum Steyr, sondern unternahm vor Ort auch einen Versuch mit verschiedenen Belichtungsarten.

Vernetzung der Nachwuchsforscherinnen 

Mit der Zukunft der Kryptografie angesichts leistungsstarker Quantencomputer setzte sich Sara Johary vom BG/BRG Pestalozzi Graz auseinander. „Dafür habe ich führende klassische und Post-Quanten-Algorithmen untersucht, miteinander verglichen und Simulationen programmiert, um meine Hypothesen zu überprüfen“, erzählt Johary, die nun Physik studiert.

Für sie ist die Preisverleihung der ÖAW nicht nur eine wichtige Anerkennung ihrer Arbeit, sondern auch eine ganz besondere Gelegenheit, Frauen mit ähnlichen Interessen kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen. Die Unterstützung und Förderung von Frauen in den MINT-Fächern hält die frisch Ausgezeichnete für unvermindert wichtig: „Vor allem sollten wir Rollenbilder schaffen, damit sich junge Mädchen inspiriert fühlen, diesen Weg zu gehen.“

 

 

Auf einen Blick

VWA-MINT-Preise der ÖAW