Politische Macht und gesellschaftlicher Konsens werden oft mit Hilfe der Ressourcen religiöser Traditionen verwirklicht. Was aber sind die Voraussetzungen und Bedingungen, dass religiöse Ordnungszusammenhänge instrumentalisiert werden, um politische Strukturen zu untermauern?
Wolfram Drews von der Universität Münster stellt zur Klärung solcher Fragen einen historischen Vergleich an. Der Fachmann auf dem Gebiet der Historischen Komparatistik wird in seinem Vortrag zum Thema „Monarchische Herrschaft & religiöse Vergemeinschaftung. Überlegungen zu einer vergleichenden Geschichte mittelalterlicher Institutionen" anhand zweier Beispiele – dem Dortmunder Totenbund unter Heinrich II und der Futuwwa-Bünde unter Kalif al-Nasir – zeigen, wie Untertanen und Amtsträger auf Initiative mittelalterlicher Herrscher im christlichen bzw. islamischen Kontext zu besonderen Gemeinschaften zusammengeschlossen wurden. Wolfram Drews spricht auf Einladung des ÖAW-Instituts für Mittelalterforschung im Rahmen des Spezialforschungsbereichs VISCOM and des Forschungsschwerpunkts Gemeinschaftskonzepte, Identitäten und politische Integration (Universität Wien).
Termin:
4. Dezember 2015, 16:30 Uhr
Ort:
Institut für Mittelalterforschung, Seminarraum
Wohllebengasse 12-14
1040 Wien
Kontakt:
Dr. Rutger Kramer
Tel: +43 1 51581-7206
Institut für Mittelalterforschung der ÖAW - IMAFO
