Im islamischen Zentral-Java (Indonesien) ist es üblich, als heilig verehrte Personen in jährlichen Erinnerungsfeiern, genannt „hawl“ zu gedenken. Wie ein zukünftiger Heiliger „aufgebaut“ wird, ist ein Prozess, der – wie ein Beispiel aus der jüngeren Geschichte zeigt – von einer Person (konkret: Habib Luthfi bin Yahya), die selbst hohe spirituelle Autorität genießt, initiiert wird. Die Abwesenheit des Verehrungswürdigen tut dem Prozess keinen Abbruch. Die Autorität des Initiators ermöglicht eine religiös erlebbare Manifestation des Abwesenden in der ehrfürchtigen Glaubensgemeinschaft.
Der Sozialanthropologe Ismail Fajrie Alatas von der University of Michigan hat seine Dissertation der Erforschung jener islamischen Erinnerungszeremonien gewidmet und berichtet darüber („Narrating a Saintly Past: Cross-Chronotope Alignment and Dilemma of Discernment in a Contemporary Hawl in Central Java”) auf Einladung des ÖAW-Instituts für Sozialanthropologie.
Termin:
11. Dezember, 2014, 16:O0 Uhr
Ort:
Seminarraum 1
Apostelgasse 23
1030 Wien
Kontakt:
Mag.a Odile Kommer
Institut für Sozialanthropologie
T +43 1 51581-6450
odile.kommer(at)oeaw.ac.at