
Der imperial turn hat eine Debatte über eine Historiografie jenseits der Nationalgeschichte angestoßen. Die neuen Forschungsperspektiven richten sich auf den Umgang mit Differenz und Vielfalt, auf Herrschafts- und Alltagspraktiken, die durch die Hegemonie nationaler Denk- und Handlungsmuster aus dem Blick geraten sind. Habsburg-Zentraleuropa bietet dafür ein exemplarisches Untersuchungsfeld. Im plurikulturellen Empire führte das Spannungsfeld von gesellschaftlicher Vielfalt und den Praktiken nationaler Homogenisierung zu Konflikten. Gleichzeitig wurde dieses Spannungsfeld aber auch Ausgangspunkt für die Suche nach neuen Formen des Umgangs mit Verschiedenheit. Für die zunehmend heterogenen Gegenwartsgesellschaften eröffnet Habsburg-Zentraleuropa somit einen historischen Erfahrungsraum, der heute – post Empire – zunehmend an Aktualität gewinnt.
Auf der Jahreskonferenz des IKT - Instituts für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte zum Thema "Post Empire. Habsburg-Zentraleuropa und die Genealogien der Gegenwart" wird in unterschiedlichen Panels mit internationaler Besetzung versucht, anhand von exemplarischen Analysen des Herrschafts-, Erfahrungs- und Handlungsraumes Habsburg-Zentraleuropa das Konzept Empire weiterzudenken.
Information
Termin:
21. bis 23. Oktober 2015
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal
Sonnenfelsgasse 19
1010 Wien
Kontakt:
Dr. Cornelia Hülmbauer
Tel: +43 1 51581-3310
Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte - IKT der ÖAW