
Im Oktober 2022 hat China nach Jahrzehnten der "Ein-Kind-Politik" eine Kehrtwende hin zu einem politischen System gemacht, das die Geburtenrate ankurbeln soll. Die Haltungen zur Fortpflanzung – Natalismen bzw. Antinatalismen – entstehen aus einem Zusammenspiel moralischer Rechtfertigung, staatlich gelenkter Politisierung und soziokultureller Zirkulation. Wie man diese Komplexität global vergleichbar erfassen kann, ist eine der Forschungsfragen, die sich Ayo Wahlberg, Anthropologe an der Universität Kopenhagen, stellt.
Auf Einladung des Instituts für Sozialanthropologie der ÖAW hält Ayo Wahlberg eine ISA International Guest Lecture zum Thema "Procreative Deliberations in the Age of Fertility Exhaustion". In diesem Vortrag stellt der Anthropologe an der Universität Kopenhagen Modelle der reproduktiven Entscheidungsfindung vor. Und er analysiert, was Natalismen über Vorteile, Pflichten, Verantwortlichkeiten oder Gefahren der Fortpflanzung in kontextbezogener Weise und aus unterschiedlichen Subjektpositionen aussagen können.
Information
Termin:
10. Dezember 2026, 16:00 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postsparkasse, 4. Stock, Besprechungsraum 4
Georg-Coch-Platz 2
1010 Wien
Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
sozialanthropologie(at)oeaw.ac.at
Institut für Sozialanthropologie der ÖAW