LHC – DIE GRÖSSTE MASCHINE DER WELT
THOMAS BERGAUER
In diesem Vortrag wird die Technik des größten Teilchenbeschleunigers am europäischen Forschungszentrum CERN, dem „Large Hadron Collider“ (LHC), präsentiert: Um welche Teilchen geht es eigentlich? Wie beschleunigt man sie und lässt sie zusammenstoßen? Was hat das alles mit dem Urknall zu tun? Dazu wird das Forschungszentrum CERN vorgestellt und konkret das sogenannte CMS-Experiment näher präsentiert. Der Vortrag schließt mit einigen Beispielen, die zeigen, dass viele Techniken, die ursprünglich für die Grundlagenforschung entwickelt wurden, mittlerweile aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Thomas Bergauer studierte Physik an der Technischen Universität Wien und ist seit 2008 Gruppenleiter der Abteilung für Detektorentwicklung am Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der ÖAW.
DAS BUCH DES LEBENS – UND WIE MAN DARIN LIEST
CHRISTOPH BOCK
Unser Erbgut wird oft „Buch des Lebens“ genannt. Etwa 23.000 Gene beeinflussen, wie wir aussehen, welche Krankheiten wir bekommen und wie unsere Chancen stehen, gesund alt zu werden. Aber wir sind keine Marionette unserer Gene. Durch unseren Lebensstil können wir die Aktivität unserer Gene beeinflussen. Und wenn wir die Genetik und Epigenetik des Menschen gut genug verstehen, dann können wir neue Therapien entwickeln, die gezielt die molekularen Ursachen von Krankheiten beseitigen, statt nur gegen einzelne Symptome zu kämpfen.
Christoph Bock leitet eine Forschungsgruppe am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW in Wien. Er ist außerdem Professor für Medizinische Informatik an der Medizinischen Universität Wien und Mitglied der Jungen Akademie der ÖAW. Seine Forschungsgruppe kombiniert Methoden der Bioinformatik und der Genomforschung, um die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu verbessern.
ENERGIEWENDE EUROPAS
GEORG BRASSEUR
Zu 85 Prozent ist der Weltenergiebedarf von fossilen Energiequellen abhängig. Nicht nur die rapide wachsende globale Informations- und Kommunikationstechnik sowie die Wasserstoffproduktion, um die Industrie zu defossilisieren, benötigen grüne Elektrizität zur Herstellung, sondern auch CO₂-neutrale synthetische Kraftstoffe für den Flug- und Schiffsverkehr. Deshalb muss die Elektrizitätserzeugung mit höchster Priorität defossilisiert werden, und die Mobilität muss für alle Bevölkerungsgruppen leistbar und frei von fossiler Energie sein. Der Vortrag diskutiert diese Problematik und zeigt mögliche Wege aus dem Dilemma „Ausstieg aus der Kernenergie und Kohle“ bei gleichzeitig propagierter Umstellung der Mobilität auf Elektro- und Wasserstofffahrzeuge.
Georg Brasseur studierte Elektrotechnik an der TU Wien, wo er auch promovierte und seine Habilitation für das Gebiet Industrielle Elektronik abschloss. Von 1999 bis 2021 war er Professor für Messtechnik an der TU Graz und von 2013 bis 2022 Präsident der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der ÖAW. Er forscht unter anderem auf den Gebieten der Dieselelektronik, Schaltungstechnik, Sensorik, Aktuatorik sowie Energiespeicher und -wandler und kann über 100 Publikationen und 80 Patente sowie zahlreiche wissenschaftliche Ehrungen vorweisen.
GENOMPARASITEN – FREUNDE ODER FEINDE?
JULIUS BRENNECKE
Das Genom vieler Lebewesen ist deutlich größer als die Information der enthaltenen Gene, welche zum Beispiel beim Menschen nur drei Prozent des Genoms ausmachen. Der Rest des Genoms galt lange Zeit als unnötiges Überbleibsel der Evolution. Mehr und mehr wird jedoch klar, dass der Großteil des Genoms aus Genomparasiten und deren Überresten besteht, und dass diese stark an der Evolution aller Lebewesen teilhaben. Die zweischneidige Natur der Genomparasiten wird Thema dieses Vortrags sein.
Julius Brennecke hat Biologie an der Universität in Heidelberg studiert, seine Diplom- und Doktorarbeit am EMBL in Heidelberg absolviert, und sein Postdoc-Training am Cold Spring Harbor Laboratory in den USA erhalten. Seit 2009 leitet er eine Forschungsgruppe über Transposon-Biologie und Genom-Schutzmechanismen am IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der ÖAW in Wien.
DIE BAUSTEINE UNSERES UNIVERSUMS
MARKO DRAGICEVIC
Die Hochenergiephysik beschäftigt sich mit der Erforschung der kleinsten Bausteine des Universums und damit, wie diese miteinander interagieren. Aber warum will man das wissen, was ist so spannend daran? Warum verwendet man dazu riesige Beschleunigeranlagen wie den LHC des europäischen Forschungszentrums CERN und wie funktioniert so etwas überhaupt? Marko Dragicevic beantwortet diese Fragen anhand von einfachen Beispielen und zeigt auf, warum die Antworten auf diese Fragen für jeden spannend und wichtig sind.
Marko Dragicevic promovierte 2010 an der TU Wien und ist seit 2014 Gruppenleiter der Abteilung CMS Tracker am Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der ÖAW. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem Design, Produktion und Funktionstests von Halbleitersensoren und Detektormodulen.
VARIATION VON R IN DER SPRACHPRODUKTION UND
-WAHRNEHMUNG
NATHALIE ELSÄSSER & HENDRIK BEHRENS-ZEMEK
Gesprochene Sprache unterscheidet sich oft stark vom Geschriebenen und einzelne Buchstaben können sehr unterschiedlich ausgesprochen werden. So wird "r" im Deutschen mit der Zungenspitze gerollt oder mit dem Zungenrücken gebildet. Das Englische "r" unterscheidet sich noch weiter. Wir fragen uns, wie Hörer:innen diese Varianten als den gleichen Laut erkennen und erzählen, wie man das in der Forschung untersucht. Interessierte können ihre Zunge während der Aussprache verschiedener Laute im Ultraschallbild beobachten.
Nathalie Elsässer studierte Phonetik an der Universität Trier. Hendrik Behrens-Zemek studierte Sprachwissenschaft an der Universität Konstanz. Zusammen sind sie seit 2024 Doktorand:innen im Projekt "Variation von /r/ in der Sprachproduktion und -wahrnehmung" am Institut für Schallforschung der ÖAW.
SPRACHE UND KULTUR ENTLANG DER ALTEN SEIDENSTRASSE
HANNES FELLNER
Die alte Seidenstraße war die bedeutendste Handelsroute zwischen Asien und Europa in vormoderner Zeit. Die Knotenpunkte entlang der Seidenstraße verfügten über eine gehobene städtische Kultur. In dieser blühten nicht nur Handel, sondern auch Literatur, Kunst, Wissenschaft und Technik in vielen verschiedenen Sprachen. Dies prägt die gesamte eurasische Region bis heute. Im Zentrum des Vortrages sollen die wichtigsten Sprachen und kulturellen Errungenschaften der Seidenstraße stehen.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Hannes Fellner studierte Sprachwissenschaft und verschiedene Philologien an der Universität Wien sowie der Harvard University. Er ist Professor für historische Sprachwissenschaft und digitale Philologie an der Universität Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind indogermanische Nominalmorphologie, historisch-vergleichende Sprachwissenschaft und Philologie der indogermanischen Sprachen der alten Seidenstraße sowie Sprachwandeltheorie.
WARUM HABEN WIR IMMER WENIGER KINDER?
FORSCHUNGSGRUPPE „DEMOGRAPHIE ÖSTERREICHS“
Das Ziel des Workshops ist es die Geburtenentwicklung aufzuzeigen und mit größeren gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte in Verbindung zu setzen. Es wird dargelegt wie verschiedene Entwicklungen – beispielsweise die Bildungsexpansion oder auch Bewegungen wie „Fridays for Future“ – einen Einfluss auf die Entscheidung (keine) Kinder zu bekommen, haben. Der Workshop beinhaltet interaktive Elemente, die die Schüler*innen aktiv in die Wissensvermittlung einbinden.
Das Workshop-Team besteht aus einer Gruppe von Wissenschaftler:innen der Forschungsgruppen „Demographie Österreichs“ und „Familie und Arbeitsmarkt“ des Instituts für Demographie (VID) der ÖAW.
Isabella Buber-Ennser studierte Technische Mathematik sowie Mathematik–Französisch auf Lehramt. Sie ist seit 1996 am VID tätig, wo sie die Gruppe „Demographie Österreichs“ leitet.
Bernhard Riederer studierte Soziologie und Volkswirtschaftslehre in Graz und forscht seit 2014 am VID.
Caroline Berghammer studierte Soziologie an der Universität Wien. Seit 2005 ist sie am VID tätig, wo sie die Forschungsgruppe „Familie und Arbeitsmarkt“ leitet. Darüber hinaus unterrichtet sie als Lektorin an der Universität Wien.
Sonja Spitzer hat Demographie und Volkswirtschaftslehre studiert. Sie forscht am Institut für Demographie zu sozialen und geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in Gesundheit und Einkommen und unterrichtet zudem an der Universität Wien.
ROLE MODEL METHUSALEM? WIE ALT KÖNNEN WIR WERDEN?
FORSCHUNGSGRUPPE „GESUNDHEIT UND LANGLEBIGKEIT“
Das Unsichtbare sichtbar machen: Demographen verwandeln Daten über Geburten, Sterbefälle und Wanderungen in Geschichten. Wie Detektive verknüpfen sie Informationen, um Veränderungen zu verstehen und ihren Ursachen auf den Grund zu gehen. In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit der Frage, ob es ein Rezept für ein hundertjähriges Leben gibt. Wir nutzen verschiedene demographische Maße, um Gesundheit und Langlebigkeit zu bestimmen. Indem wir die darin versteckten Muster untersuchen, können wir besser verstehen, welche Faktoren zu einem langen und gesunden Leben beitragen.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch, Englisch oder Italienisch gehalten werden.
Das Workshop-Team besteht aus einer Gruppe von Wissenschaftler:innen der Forschungsgruppe „Gesundheit und Langlebigkeit“ des Instituts für Demographie (VID) der ÖAW. Der Workshop selbst wird von unterschiedlichen Teammitgliedern gehalten:
Marc Luy studierte Humangeografie und Demographie. Er ist Direktor des Instituts für Demographie und Leiter der Forschungsgruppe „Gesundheit und Langlebigkeit“.
Paola Di Giulio studierte Statistik und Demographie in Italien. Ihr Forschungsschwerpunkt am Institut für Demographie ist die vergleichende Analyse europäischer Gesundheitsdaten.
Lina Lasar studierte Sozioökonomie und ist Doktorandin am Institut für Demographie und an der Universität Wien.
„ILLUMINATI“ – FIKTION & FAKTEN
MARKUS FRIEDL
Im Buch bzw. Film „Illuminati“ (Original: „Angels & Demons“) spielt Antimaterie, die am Large Hadron Collider (LHC) des CERN hergestellt wurde, eine dramatische Rolle, weil diese als Zeitbombe den Vatikan zu vernichten droht. Doch wie realistisch ist solch ein Szenario? Könnte Antimaterie vom CERN tatsächlich gefährlich werden, wenn sie Terrorist:innen oder anderen dunklen Mächten in die Hände fällt? Diese Fragen werden ausführlich behandelt, und darüber hinaus wird auch das echte CERN vorgestellt ‒ mitsamt den zahlreichen Superlativen des echten LHC, die in „Illuminati“ gar nicht vorkommen.
Markus Friedl studierte Elektrotechnik und ist seit 1995 am Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der ÖAW tätig, wo er seit 2007 den Fachbereich Elektronik leitet.
WIE WURDE DAS ALTE ÄGYPTEN AUSGEGRABEN?
MAXIMILIAN GEORG
Viele haben in europäischen Museen schon einmal altägyptische Sammlungen gesehen: Mumien, Statuen, Papyri usw. Das meiste davon wurde in Ägypten im 19. und frühen 20. Jahrhundert ausgegraben. Doch wie sah eine solche archäologische Grabung damals aus? Der Vortrag bespricht, welche Europäer und Ägypter daran beteiligt waren, wie sie Objekte gefunden und transportiert haben und welche Schwierigkeiten es geben konnte. Am Ende steht ein Vergleich zwischen damaligen und heutigen Grabungen in Ägypten.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Maximilian Georg ist Historiker mit Schwerpunkt Geschichte der Archäologie. Er forscht derzeit am Institut für Kulturwissenschaften (IKW) der ÖAW.

STABILE KONSTRUKTIONEN UND FLEXIBLE MECHANISMEN
GEORG GRASEGGER
Stabile Konstruktionen beschäftigen die Menschheit seit jeher in der Erstellung von Bauwerken. Die daraus entstandene mathematische Theorie findet durch aktuelle neue Anwendungen in Netzwerken oder in der Biologie wieder großes Interesse. Dennoch sind aus mathematischer Sicht noch fundamentale Fragen offen, deren Beantwortung für die neuen Anwendungen wichtig ist. Als Kontrast zur Stabilität ist auch die Flexibilität in anderen Bereichen von großem Interesse. Oft sind es kleine Änderungen der Parameter, die den Unterschied ausmachen.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Georg Grasegger studierte Computermathematik an der JKU Linz, wo er auch promovierte. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics (RICAM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In seinen Forschungsprojekten beschäftigt er sich mit kombinatorischer Fachwerktheorie und deren Anwendungen.
AUF DARWINS SPUREN – DIE BÖDEN DES GALÁPAGOS ARCHIPELS
MARTIN H. GERZABEK
Die Galápagos Inseln sind ein faszinierendes Ökosystem. Seit 2016 erforscht die BOKU University die Entwicklung der Böden auf der Inselgruppe. Die Basis dafür ist eine sogenannte "Chronosequenz", also eine Alterssequenz von Böden, die uns erzählt, wie sich Böden über 1 Million Jahre hinweg entwickeln und wie sich ihre Funktionen ändern. Die landwirtschaftlichen Böden der Inseln werden sehr intensiv bewirtschaftet, die Auswirkungen des Managements sind ebenso Thema der Forschungen, wie auch der klimatische Einfluss auf die Böden.
Martin H. Gerzabek studierte Landwirtschaft an der BOKU University in Wien. Nach der Habilitation 1993 wurde er 2001 Professor für Umwelttoxikologie und Isotopenanwendung. 1984-2003 war er am Austrian Institute of Technology und 2003-2010 Vizerektor für Forschung bzw. 2009-2018 Rektor der BOKU University. Seit 2019 ist er Präsident der Christian Doppler Forschungsgemeinschaft.
WISSENSCHAFT UND IDEOLOGIE: RASSISTISCHE KONZEPTE UND IHRE WIRKMACHT BIS HEUTE
LISA M. GOTTSCHALL
Welche Rolle spielte die Wissenschaft bei der Entstehung und Verbreitung rassistischer Theorien? Von den Anfängen der sogenannten Rassenlehren im 19. Jahrhundert bis hin zu modernen wissenschaftlichen Widerlegungen wird gezeigt, wie Forschung einst zur Rechtfertigung von Rassismus diente und welche Konsequenzen daraus bis heute spürbar sind. Der Vortrag regt dazu an, ein kritisches Verständnis für die historischen Ursprünge von Rassismus zu erlangen und die Bedeutung von wissenschaftlicher Verantwortung zu verstehen.
Lisa M. Gottschall ist wissenschaftliche Mitarbeiterin (Postdoc) am Institut für Sozialanthropologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Ihre Forschungsinteressen umfassen die Wissenschaftsgeschichte, die Geschichte von Rassismus, Antisemitismus und Kolonialismus sowie die Frauen- und Geschlechtergeschichte. Aktuell forscht sie zu Untersuchungen von „Kolonialsoldaten“ in Lagern der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg.
MUSIK IN DER ANTIKE
STEFAN HAGEL
Der Schulvortrag umfasst eine Einführung in Musikkultur, Instrumente und Notation der klassischen Antike und darüber hinaus, mit Hörbeispielen auf rekonstruierten Instrumenten. Schwerpunkte können von Fall zu Fall individuell gesetzt werden.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Stefan Hagel ist Altphilologe und forscht an der ÖAW zu verschiedenen Bereichen der antiken Musik von der Bronzezeit bis ins Mittelalter, mit Schwerpunkten auf digitalen und experimentellen Methoden.
(KIRCHEN-)MUSIKARCHIVE – WERTLOSES ALTPAPIER ODER EINZIGARTIGES KULTURELLES ERBE?
ELISABETH THERESIA HILSCHER
Jede Kirche und jeder Blasmusik- oder Gesangverein hat es, doch nur wenige wissen davon (wenn überhaupt): ein Notenarchiv. Selten ist es schön geordnet und sauber geputzt. Meist fristet es ein eher trauriges Dasein und ähnelt vielmehr einem Haufen Altpapier. In diesem Haufen verbirgt sich jedoch eine Menge Geschichte und Daten, die ansonsten verloren sind. Und sie belegen vielfach ein Musikrepertoire, das sich deutlich vom heutigen „Mainstream“ des Kulturbetriebs unterscheidet – kulturelles Erbe und Mikrogeschichte vom Feinsten.
Elisabeth Theresia Hilscher studierte Musikwissenschaft und Geschichte an der Universität Wien. Seit 1988 ist sie Mitarbeiterin der ÖAW und seit 2012 lehrt sie auch an der Universität Wien. Sie ist in zahlreichen Fachgesellschaften engagiert, vor allem in Hinblick auf Nachwuchsförderung und Wissenschaftsvermittlung/Citizen Science.

WOZU BRAUCHT DER KAISER EINE HOFMUSIKKAPELLE? UND WARUM GIBT ES DIE IN DER REPUBLIK IMMER NOCH?
ELISABETH THERESIA HILSCHER
Musiker gab es im Rahmen der geistlichen Kapelle an den Habsburger-Höfen seit dem Ende des 13. Jahrhunderts. Aber ab circa 1500 bekamen die Musiker zunehmend Aufgaben in der Repräsentation der Dynastie. Ein Höhepunkt ist im Barock mit den großen Inszenierungen unter Leopold I., Joseph I. und Karl VI. erreicht – Musik, Dichtung und Bildende Kunst machen die Macht der Dynastie augenscheinlich. Wie funktioniert dieses „musikalische Muskelspiel“? Und warum war das ab 1780 nicht mehr modern? Aber warum hat die Republik noch eine Hofkapelle? Und wie ist das mit den Sängerknaben?
Elisabeth Theresia Hilscher studierte Musikwissenschaft und Geschichte an der Universität Wien. Seit 1988 ist sie Mitarbeiterin der ÖAW und seit 2012 lehrt sie auch an der Universität Wien. Sie ist in zahlreichen Fachgesellschaften engagiert, vor allem in Hinblick auf Nachwuchsförderung und Wissenschaftsvermittlung/Citizen Science.

HIEROGLYPHEN UND DAS ALPHABET: WIE AUS BILDERN BUCHSTABEN WURDEN
FELIX HÖFLMAYER
Das Alphabet ist eine der weitreichendsten Erfindungen der Menschheitsgeschichte und hat sich über beinahe die gesamte Welt verbreitet. Diese Entwicklung ist aber nicht aus den antiken Machtzentren hervorgegangen, sondern hat an der Peripherie stattgefunden: Wir verdanken diesen Entwicklungsschritt semitischen Wanderarbeitern, die im frühen zweiten Jahrtausend v. Chr. an ägyptischen Bergbauexpeditionen auf dem Sinai beschäftigt waren. Dieser Vortrag zeichnet die Entwicklung des Alphabets anhand von Beispielen aus dem Vorderen Orient nach.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Felix Höflmayer hat in Wien Ägyptologie und Klassische Archäologie studiert, anschließend in Amman, Berlin und Chicago geforscht und leitet nun die Forschungsgruppe „Archäologie der Levante“ am Österreichischen Archäologischen Institut (ÖAI) der ÖAW sowie die österreichischen Ausgrabungen am Tel Lachisch in Israel.
GRAVITATIONAL WAVES: THE SOUND OF COSMOS
GIANLUCA INGUGLIA
Gravitational waves are ripples in the fabric of spacetime, predicted over a century ago by Einstein's theory of general relativity. They are created by energetic cosmic events, such as the collision of black holes or neutron stars, and travel across the universe carrying information about their sources. Since the groundbreaking first detection in 2015, gravitational waves have allowed us to "listen" to the universe in a completely new way, revealing insights into its most energetic events. In this lecture, I will introduce the world of gravitational waves, explain how they are detected, and explore the exciting challenges and opportunities that lie ahead in this young and rapidly growing field of science.
This talk will only be given in English.
Gianluca Inguglia is a Group Leader at the Institute of High Energy Physics (HEPHY) of the Austrian Academy of Sciences and university lecturer at the University of Vienna and TU Vienna. His research interests include the study of the smallest known objects in the universe, such as quarks and leptons, as well as the field of gravitational waves, particularly those emitted by intermediate-mass black holes, which represent some of the most massive objects in the universe.
SCHOOL OF ROCK – DIE WISSENSCHAFT HINTER DER MUSIK
BERNHARD JAKOBY
Die Entwicklung von Musikinstrumenten ist eng mit den technischen Möglichkeiten zur Klangerzeugung und Klangformung verbunden. Über die Jahrhunderte haben sich mehrere Grundtypen von Instrumenten herausgebildet, aus denen durch die rasante technische Entwicklung im vorigen Jahrhundert durch Anpassungen und Erweiterungen eigenständige Instrumente hervorgingen. Dazu gesellt sich die Möglichkeit, gänzlich synthetische Klänge zu erzeugen. Der Vortrag thematisiert auf Basis der Grundlagen der Klangerzeugung einige dieser Möglichkeiten, die auch in ganz anderen Disziplinen grundlegende Relevanz haben.
Bernhard Jakoby hat in Wien Elektrotechnik studiert und anschließend in Gent (B), Delft (NL), Reutlingen (D) und wieder in Wien geforscht und gearbeitet, bevor er 2005 als Professor nach Linz berufen wurde. Seine Fachgebiete sind die Sensorik und die Elektrodynamik.
DIE MATHEMATIK DER (ULTRA-)SCHALLWELLEN: INVERSE PROBLEME IN DER AKUSTIK
BARBARA KALTENBACHER
Nach einer Einführung in die Prinzipien inverser Probleme werden verschiedene Anwendungsprobleme aus der Forschungstätigkeit der Vortragenden vorgestellt, die im Zusammenhang mit Schallausbreitung stehen. Diese reichen von Verbrennungs- und Strömungslärm über Nierensteinzertrümmerung bis zur Ultraschallbildgebung. Es folgen konkrete Rechenbeispiele, an denen sich die Schüler:innen aktiv beteiligen können.
Barbara Kaltenbacher ist Mathematikerin und Universitätsprofessorin am Institut für Mathematik der Universität Klagenfurt sowie wirkliches Mitglied der ÖAW.
WIE PLANT MAN EINE WELTRAUMMISSION?
GÜNTER KARGL
Der Start einer Weltraummission garantiert weltweite Aufmerksamkeit. Auch wenn spektakuläre neue Bilder präsentiert werden, ist die Öffentlichkeit dabei. Nur selten erfährt man jedoch, wie viele Jahre Vorbereitung nötig sind, bis eine Mission auf der Startrampe steht. Welche Schritte vom Missionsvorschlag bis zum Missionsende gemacht werden müssen, erfahren die Schüler:innen in diesem Vortrag mit Beispielen aus aktuellen und zukünftigen Missionen.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Günter Kargl ist Wissenschaftler und Ingenieur am Institut für Weltraumforschung (IWF) der ÖAW. Sein Forschungsbereich ist die Untersuchung planetarer Oberflächen im Labor. Er war auch an verschiedenen Weltraummissionen wie Cassini-Huygens, Rosetta und InSight beteiligt.
IN BOT WE TRUST? DIGITALISIERUNG UND SOZIALE MEDIEN ALS HERAUSFORDERUNG
MATTHIAS KARMASIN
In bot we trust? Wie verändert die durch Roboter (Algorithmen) gesteuerte Kommunikation in „sozialen“ Medien unsere Welt? Wieso sind diese so anfällig für Manipulation? Welche Folgen hat das für das soziale Leben, für die Demokratie, für die Wirtschaft, für Bildung und Ausbildung? Muss man? Kann man? Soll man mitmachen? Wie kann man sich vor Propaganda und Misinformation schützen? Welchen Beitrag kann Digitalisierung zu einer freien und gerechten Gesellschaft leisten?
Matthias Karmasin ist Universitätsprofessor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Klagenfurt. Darüber hinaus ist er Direktor des Instituts für vergleichende Medien- und Kommunikationswissenschaft (CMC), einer Forschungseinrichtung der ÖAW und der Universität Klagenfurt, sowie wirkliches Mitglied der ÖAW.
WHEN BIRDS TALK AND COMPUTERS LISTEN - HOW AI HELPS US STUDY ANIMAL COMMUNICATION
ZSÓFIA KATONA
Budgerigars are small parrots with big social lives—and a lot to say to each other. However, making sense of the twitters of such a talkative group is difficult. Modern techniques, such as artificial intelligence, can help us to better understand the complex communication of animal groups. In this talk, we will discuss what AI is and how it can help us to gain a better understanding of how social animals, like budgies, talk to each other.
This talk will only be given in English.
Zsófia Katona studied artificial intelligence and data science at the Vrije Universiteit Amsterdam and at the University of Amsterdam. She currently works at the Acoustics Research Institute of the OeAW on machine learning methods used to study animal communication and behaviour.
WIE KÖNNEN WIR SCHALL DARSTELLEN UND WARUM WOLLEN WIR DAS ÜBERHAUPT?
WOLFGANG KREUZER
Was ist Schall? Wie entsteht Schall? Wie breitet er sich aus? Wie kann man Schall aufzeichnen und sichtbar machen? Und warum wollen wir das überhaupt?
Akustik verbindet Aspekte aus Physik und Mathematik mit Biologie, Sprachwissenschaften und Psychologie (Stichwort Lärm) und ist somit ein spannendes Beispiel für ein fächerübergreifendes Thema. Im Vortrag wird erklärt (mit ein wenig Publikumsinteraktion), was Schall ist und wie er bildlich dargestellt werden kann.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Wolfgang Kreuzer studierte Technische Mathematik an der Technischen Universität in Wien. Seit 2004 ist er Mitarbeiter am Institut für Schallforschung (ISF) der ÖAW und beschäftigt sich mit Modellen rund um das Thema Schallausbreitung.
ERDBEBEN
WOLFGANG LENHARDT
Erdbeben können zu massiven Auswirkungen auf unseren Planeten führen. Der Vortrag soll ermöglichen, die Ursache zu verstehen und die Auswirkungen einschätzen zu können, denn die Konsequenzen von Erdbeben sind regional sehr unterschiedlich. Im Vortrag werden auch wichtige historische Erdbeben in Österreich sowie die Erdbebengefährdung des Bundesgebietes behandelt.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Wolfgang Lenhardt ist Seismologe. Er verbrachte über fünf Jahre in Südafrika und arbeitete dort für den tiefsten Bergbau der Welt. Danach war er an der ZAMG (GeoSphere Austria) im Erdbebendienst und später als Leiter der Geophysik tätig. Er unterrichtete an der Universität des Witwatersrandes in Südafrika, der TU Wien, der Universität Wien und der Montanuniversität Leoben die Fächer Seismologie, Plattentektonik und induzierte Seismizität und vertrat Österreich in vielen internationalen Gremien.
INDUZIERTE ERDBEBEN
WOLFGANG LENHARDT
Menschliche Tätigkeiten wie Bergbau, aber auch das Verpressen von Flüssigkeiten in die Erdkruste (besser bekannt als Fracking) und Wasserreservoirs können zu Erdbeben führen. Die zugrundeliegenden Mechanismen und deren Konsequenzen werden anhand von weltweiten Beispielen präsentiert. Methoden der Mitigation bilden den Abschluss des Vortrags.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Wolfgang Lenhardt ist Seismologe. Er verbrachte über fünf Jahre in Südafrika und arbeitete dort für den tiefsten Bergbau der Welt. Danach war er an der ZAMG (GeoSphere Austria) im Erdbebendienst und später als Leiter der Geophysik tätig. Er unterrichtete an der Universität des Witwatersrandes in Südafrika, der TU Wien, der Universität Wien und der Montanuniversität Leoben die Fächer Seismologie, Plattentektonik und induzierte Seismizität und vertrat Österreich in vielen internationalen Gremien.
NATURKATASTROPHEN – WAS TUN?
WOLFGANG LENHARDT
Erdbeben, Vulkanausbrüche und Niederschläge bzw. Unwetter können eine beträchtliche Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Ursachen und Auswirkungen dieser natürlichen Ereignisse, wie Tsunami und Bergstürze, werden präsentiert sowie Maßnahmen erklärt, die getroffen werden können, um die Folgen zu reduzieren. Gerade in Zeiten des fortschreitenden Klimawandels verschärfen sich die Auswirkungen dieser Naturereignisse.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Wolfgang Lenhardt ist Seismologe. Er verbrachte über fünf Jahre in Südafrika und arbeitete dort für den tiefsten Bergbau der Welt. Danach war er an der ZAMG (GeoSphere Austria) im Erdbebendienst und später als Leiter der Geophysik tätig. Er unterrichtete an der Universität des Witwatersrandes in Südafrika, der TU Wien, der Universität Wien und der Montanuniversität Leoben die Fächer Seismologie, Plattentektonik und induzierte Seismizität und vertrat Österreich in vielen internationalen Gremien.
GRÜNE GENTECHNIK: WARUM DER STREIT?
ORTRUN MITTELSTEN SCHEID
Während Gentechnikprodukte in Medizin und Biotechnologie längst alltäglich sind, gibt es starken Widerstand gegen die Anwendung bei Pflanzen. Trotz vieler Möglichkeiten, die helfen Probleme in Ökologie und Landwirtschaft zu verringern, werden genetisch veränderte Pflanzen aufgrund vermeintlicher Risiken abgelehnt. Dabei sind alle unsere Kulturpflanzen gegenüber den Wildformen genetisch drastisch verändert. Es gibt keine wissenschaftliche Begründung, auf den Einsatz moderner gentechnischer Methoden, die Pflanzenzüchtung schneller, präziser und vorhersehbarer machen, zu verzichten.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Ortrun Mittelsten Scheid studierte Biologie an der Universität Hamburg und war von 2004 bis 2023 Gruppenleiterin am GMI – Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie der ÖAW. In ihrer Arbeitsgruppe wurde Gentechnik zur Erforschung der Vererbung bei Pflanzen eingesetzt.
WARUM ERBSENZÄHLEN WICHTIG IST: GREGOR MENDELS EXPERIMENTE
ORTRUN MITTELSTEN SCHEID
„Erbsenzähler“ wird jemand genannt, der geizig oder pedantisch ist. Aber durch Erbsenzählen hat Gregor Mendel schon im 19. Jahrhundert wichtige Grundlagen der Genetik entdeckt, obwohl es diesen Begriff damals noch gar nicht gab. Seine Kreuzungen zwischen Erbsensorten sind ein Beispiel dafür, wie man mit Pflanzen als Versuchsobjekten grundlegende Prinzipien aufdecken kann und wie wichtig kluge Vorbereitungen, exakte Durchführung von Experimenten sowie eine Portion Glück sind, um zu richtigen und wichtigen Ergebnissen zu kommen.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Ortrun Mittelsten Scheid studierte Biologie an der Universität Hamburg und war von 2004 bis 2023 Gruppenleiterin am GMI – Gregor Mendel Institut für Molekulare Pflanzenbiologie der ÖAW. In ihrer Arbeitsgruppe wurde Gentechnik zur Erforschung der Vererbung bei Pflanzen eingesetzt.
RÄTSEL DER QUANTENWELT: LOKALER REALISMUS, QUANTENVERSCHLÜSSELUNG UND UNSER UNIVERSUM
MARKUS MÜLLER
Im Jahr 2022 erhielt Anton Zeilinger den Nobelpreis unter anderem für Experimente, die zeigen, dass unsere Welt eine erstaunliche Eigenschaft hat: Sie ist nicht lokal-realistisch. In diesem Vortrag werde ich den Schüler:innen zunächst anhand eines einfachen, gemeinsamen Spiels („Experiments“) mit Münzen erfahrbar machen, was das bedeutet (Stichwort Bell'sche Ungleichung). Danach werde ich darüber erzählen, was man damit anfangen kann (Stichwort Quantenkryptographie), und schließlich einen Überblick über die wissenschaftliche Kontroverse zur Interpretation der Quantenmechanik geben: Wenn unser Universum nicht lokal-realistisch ist und manche Fakten vor ihrer Messung noch nicht existieren können, wie kann oder sollte man sich unsere Welt dann verständlich machen?
Markus Müller ist in Bayern aufgewachsen. 2007 hat er in Berlin promoviert und danach als Postdoc und Assistenzprofessor in Kanada gearbeitet. Seit 2017 ist er Gruppenleiter am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI Wien) der ÖAW. Schon seit Schülertagen („Jugend forscht“) interessiert er sich für Mathematik und Physik und was wir damit über die Welt und unseren Platz darin lernen können.
DIE GRÜNDUNG DER REPUBLIK
THOMAS OLECHOWSKI
Der Vortrag spannt einen Bogen vom Zerfall der Habsburgermonarchie und der Gründung des Staates "Deutschösterreich", über den Vertrag von St. Germain mit den Siegermächten des Ersten Weltkrieges bis zur Beschlussfassung über das heute noch gültige Bundes-Verfassungsgesetz 1920.
Thomas Olechowski ist Universitätsprofessor für Österreichische und Europäische Rechtsgeschichte der Universität Wien sowie wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).
HOW TO COPE WITH SOCIO-NATURAL HAZARDS
UGUR ÖZTÜRK
Natural hazards are rarely purely natural in origin. We must consider how our actions can increase both their likelihood and their potential impacts. For example, if a bridge becomes blocked during a flood, the inundated area may extend well beyond our original estimates. It is also essential to understand how to respond during and after such events. Ignoring an evacuation order to protect one’s home from a wildfire can have serious consequences, as there is very little an individual can do to stop a wildfire alone.
This talk will only be given in English.
Ugur Öztürk is Assistant Professor at the University of Vienna's Department of Geography and Regional Research. Previously, he held positions at the University of Potsdam and the German Research Centre for Geosciences (GFZ). His research focuses on natural hazards, particularly landslides, and their interactions with urban environments.

ZU LAND UND ZU WASSER: REISEN IM MITTELMEERRAUM VOR 1.000 JAHREN
MIHAILO POPOVIĆ
In unserer Zeit ist das Reisen in aller Munde. Wir fliegen in den Urlaub, nehmen Mietwagen und bereisen ein uns unbekanntes Land oder wir brechen zum Camping quer durch Europa auf. Im Mittelmeerraum des Mittelalters reiste ein Großteil der Bevölkerung selten bis gar nicht, und diejenigen, die reisten, hatten keine touristischen Motive und Fortbewegungsmittel. Wir werden uns gemeinsam ansehen, wie die Menschen im Byzantinischen Reich unterwegs waren, welche Fortbewegungsmittel sie hatten und wie lange Reisen, bei denen es viel zu erleben gab, dauern konnten.
Mihailo Popović arbeitet als historischer Geograf am Institut für Mittelalterforschung (IMAFO) der ÖAW an einem historischen Atlas des Byzantinischen Reiches. Deshalb ist er des Öfteren zu Fuß, per Auto, per Boot, per Fähre, ja, sogar auf Traktoren in Südosteuropa unterwegs und sammelt Daten für seinen Atlas. Dabei lernt er Land und Leute kennen.
DIE SPRACHE(N) DER TIERE VERSTEHEN – WIE UNS DIE BIOAKUSTIK DABEI HILFT
KATHARINA PRAGER
So wie wir Menschen, kommunizieren auch andere Tiere auf vielfältige Weise miteinander. Doch ohne gemeinsame Sprache ist es für uns eine Herausforderung, zu verstehen, was sie zu sagen haben. Die Bioakustik kann uns dabei helfen, zu entschlüsseln, was Tiere wissen und worüber sie sprechen. In diesem Vortrag besprechen wir, wie man mit moderner Technik und durchdachten Experimenten Tieren Fragen stellen kann.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Katharina Prager hat an der Universität Wien und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) studiert und ist Biologin am Institut für Schallforschung (ISF) der ÖAW. In ihrer gegenwärtigen Forschung befasst sie sich mit akustischer Kommunikation bei Geparden.
GESCHICHTE UND ERINNERUNG ALS POLITISCHE WAFFE
LJILJANA RADONIĆ
Welche geschichtlichen Ereignisse bzw. Orte wir in den Mittelpunkt von Geschichtspolitik stellen, hat vor allem mit unseren gegenwärtigen Bedürfnissen zu tun. Das kann Identitätsstiftung, Demokratieerziehung und vieles mehr sein. In diesem Vortrag besprechen wir, welche Motive hinter dem Gedenken stecken können. Wer entscheidet sich in „Gedenkmuseen“ und Gedenkstätten in welcher politischen Phase, auch schwierige und schmerzhafte Fragen zu stellen, und wer, wie die frühere polnische PiS-Regierung, will „polnische Schande“ ausklammern und eine „patriotische“ Geschichte erzählen?
Ljiljana Radonić leitet ein Projekt über „Globalisierte Gedenkmuseen“ am Institut für Kulturwissenschaften (IKW) der ÖAW, in dem sie mit ihrem internationalen Team 50 Museen weltweit untersucht. Zuvor lag ihr Fokus auf ost(-mittel-)europäischen Erinnerungskonflikten, und hier insbesondere auf Ex-Jugoslawien.
DIE DIREKTE SUCHE NACH DUNKLER MATERIE
FLORIAN REINDL
In Zeiten von immer präziser werdenden astronomischen Beobachtungen bleibt kaum ein Zweifel, dass Dunkle Materie fünfmal so häufig im Universum vorkommt wie gewöhnliche Materie. Die Natur der Dunklen Materie zu ergründen, ist eine der großen Aufgaben der modernen Physik, wobei weltweit verschiedenste Ansätze verfolgt werden. Der Königsweg hierbei ist der direkte Nachweis potenzieller Teilchen der Dunklen Materie in Detektoren auf der Erde. Exemplarisch werden die Experimente CRESST und COSINUS vorgestellt, die mit tiefen Temperaturen (10 mK) und 1.400 Meter tief unter Tage der Dunklen Materie auf die Schliche kommen wollen.
Florian Reindl ist Mitarbeiter am Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) der ÖAW und Assistenzprofessor an der Technischen Universität Wien. Er ist seit seiner Diplom- und Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für Physik in München Teil der CRESST-Kollaboration und aktueller Sprecher des COSINUS-Experimentes.
ANDREAS SCHEU
WAHRHEIT UNTER BEDINGUNGEN DES MEDIALEN WANDELS
ANDREAS SCHEU
Wissenschaft spielt eine wichtige Rolle für die Bearbeitung gesellschaftlicher Herausforderungen. Wie aber kann dieses Wissen wirksam werden? Diese Frage verschärft sich aufgrund des medialen Wandels und des wachsenden Wettbewerbs um Aufmerksamkeit. Wissenschaftskommunikation steht in Konkurrenz zu anderen medialen Inhalten. Nach einer kurzen Einführung der Themenbereiche Medienwandel und Wissenschaftskommunikation werden im Vortrag Fallbeispiele vertieft und gemeinsam analysiert.
Andreas Scheu ist seit August 2024 Leiter der neu gegründeten Forschungsgruppe „Science Communication and Science Journalism“ am Institute for Comparative Media and Communication Studies (CMC) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und Professor am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Universität Klagenfurt.
RECHNEN MIT ATOMEN, ODER: WIE FUNKTIONIERT EIN QUANTENCOMPUTER?
PHILIPP SCHINDLER
In der Quantenphysik gibt es Sachen, die unmöglich scheinen. Ein Teilchen soll an zwei Orten gleichzeitig sein? Wir arbeiten in Innsbruck daran, solche schrägen Eigenschaften der Quantenphysik nutzbar zu machen: Wir bauen einen Computer aus einzelnen Atomen!
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Philipp Schindler ist Assistenzprofessor an der Universität Innsbruck und seit 2021 Mitglied der Jungen Akademie der ÖAW. Er forscht am Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck an der Realisierung eines Quantencomputers.

(M. J. Harrington, P. Fratzl, Progr. Mater. Sci. 2021, 120, 100767)
BIO-INSPIRIERTE MATERIALENTWICKLUNGEN
ULRICH SCHUBERT
Biologische Materialien haben einige gemeinsame Merkmale, die sie von menschengemachten Materialien unterscheiden. So werden nur wenige chemische Elemente bzw. Verbindungen verwendet. Statt die ganze Bandbreite des Periodensystems zu nutzen, um unterschiedliche Materialeigenschaften zu erzielen, wird dies meist durch hierarchische Strukturierung erreicht. Es geht bei bio-inspirierten Materialentwicklungen nicht darum, natürliche Materialien zu imitieren, sondern die chemischen „Designkonzepte“ auf die Herstellung künstlicher Materialien zu übertragen.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Ulrich Schubert promovierte an der TU München, wo er auch seine Habilitation verfasste. Von 1982 bis 1994 war er Professor an der Universität Würzburg. Zusätzlich hatte er zwischen 1989 und 1994 verschiedene Führungspositionen am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg inne. 1994 wurde er ans Institut für Materialchemie der TU Wien berufen, seit 2016 ist er emeritiert.
NEUE MATERIALIEN: WO SICH MATERIALWISSENSCHAFTEN UND CHEMIE TREFFEN
ULRICH SCHUBERT
Materialchemie bewegt sich im Spannungsfeld von Zusammensetzung, Struktur, Synthese und Eigenschaften. Jede Änderung einer dieser Komponenten hat Änderungen der anderen zur Folge. Neue Materialien zeichnen sich dadurch aus, dass sie hinsichtlich spezifischer Eigenschaften und damit für definierte Anwendungen entwickelt und optimiert werden. Dabei spielt aber nicht nur die chemische Zusammensetzung eine entscheidende Rolle, sondern auch Parameter wie Kristallinität, Porosität, Dimensionalität oder makroskopische Form. Die dazu erforderlichen Synthesemethoden werden an einfachen Beispielen diskutiert.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Ulrich Schubert promovierte an der TU München, wo er auch seine Habilitation verfasste. Von 1982 bis 1994 war er Professor an der Universität Würzburg. Zusätzlich hatte er zwischen 1989 und 1994 verschiedene Führungspositionen am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg inne. 1994 wurde er ans Institut für Materialchemie der TU Wien berufen, seit 2016 ist er emeritiert.
50 SHADES OF HATE: NUR NOCH HASS UND FAKES IM NETZ?
ANDREAS SCHULZ-TOMANČOK
Hass, Mobbing, Beleidigungen und Falschnachrichten zählen zu den großen Bedrohungen in digitalen Kommunikationsräumen, da diese individuelle und gesellschaftliche Folgen nach sich ziehen können, wie bspw. den Ausschluss von Personen(gruppen) aus Diskussionen. Die Lehreinheit fokussiert daher auf verschiedene Arten von Hassrede: Wer ist betroffen, wer formuliert diese und was kann jede:r Einzelne und die Gesellschaft dagegen tun.
Andreas Schulz-Tomančok hat u.a. Soziologie, Religionswissenschaften, Sozialanthropologie und Publizistik in Leipzig, Bern, Wien und Klagenfurt studiert und ist seit 2022 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung (CMC) der ÖAW. Er ist Mitglied im Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen der ÖAW, lehrt an der Universität Klagenfurt am Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft und ist Redakteur bei der SWS-Rundschau.
GENOMIK IN DER BIODIVERSITÄTSFORSCHUNG
OLEG SIMAKOV
Welchen Beitrag leistet Erbgutentschlüsselung zur Biodiversitätsforschung? Welche Methoden existieren, um Genome rezenter Arten zu studieren, bzw. ausgestorbene Arten zu "rekonstruieren"? Kann man auch Vorhersagen über zukünftige Resilienzen treffen und gefährdete Arten besser identifizieren?
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Oleg Simakov ist Diplom-Biologe. Er studierte Biologie an der Universität Heidelberg und promovierte an der EMBL Heidelberg/Universität Konstanz. Nach der Promotion arbeitete er als Postdoc u.a. bei Okinawa Institute of Science and Technology in Japan. Er ist Professor für Evolutionäre Genomik an der Universität Wien und seit 2023 Mitglied der Jungen Akademie der ÖAW.
DIE ERDE IM WANDEL – AUS SATELLITENPERSPEKTIVE
JOSEF STROBL
Die Erdoberfläche verändert sich laufend: in tages- und jahreszeitlichem Rhythmus, durch direkten und indirekten menschlichen Einfluss und durch spontane Ereignisse. Erdbeobachtung „von oben“ ermöglicht heute eine fortlaufende Messung und Diagnose der Dynamik unseres Planeten. Wie entstehen Daten durch Sensoren auf Satelliten, wie können wir diese visualisieren und interpretieren? Kann ich selbst online auf offen zugängliche Satellitenbeobachtungen zugreifen? Inwiefern betrifft mich moderne Erdbeobachtung auch persönlich?
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Josef Strobl ist Geograf und Universitätsprofessor für Geoinformatik an der Universität Salzburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind räumliche Analyse mit geografischen Informationssystemen und Kommunikation mit digitalen, interaktiven Geomedien.
KLIMAWANDEL – WAS WIR VON MARS, VENUS UND DEN EXOPLANETEN LERNEN KÖNNEN
RUTH-SOPHIE TAUBNER
Die Fridays-for-Future-Initiative hat den Klimawandel und seine Folgen in den letzten Jahren endlich auch ins Klassenzimmer gebracht. Ein Klima mit einem möglichen Wandel gibt es aber auf allen Himmelskörpern, die eine Atmosphäre besitzen. In diesem Workshop wollen wir erkunden, wie sich das Klima auf unseren beiden Nachbarplaneten Mars und Venus in den Jahrmilliarden verändert hat und welche Rückschlüsse man daraus auf die Zukunft des Erdklimas ziehen kann. Dabei werden wir auch einen Blick auf die exotischen Atmosphären der Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – die sogenannten Exoplaneten – werfen.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Ruth-Sophie Taubner studierte und promovierte in Astronomie an der Universität Wien. Sie forschte in den Bereichen Astrobiologie und Mikrobiologie an der Universität Wien und Biotechnologie an der JKU in Linz. Seit Februar 2022 ist sie Scientific Coordinator am Institut für Weltraumforschung (IWF) der ÖAW in Graz.
MUSIK UND ERINNERUNG
MELANIE UNSELD
Musik zu erinnern, ist eigentlich ganz leicht: Jede:r von uns hat Lieblingsmusik, die man gerne hört und jederzeit wiedererkennt. Und Werbejingles machen es sich zunutze, dass wir sie „im Ohr“ haben und uns daher wieder an sie erinnern. Doch zugleich ist Musik nicht leicht erinnerbar, muss erst aufgeschrieben, eingespielt, archiviert werden, um zu bleiben und nicht vergessen zu werden. Was hat es mit diesem Widerspruch auf sich? Und worin wird Musik eigentlich gespeichert, sodass man sich später an sie erinnern kann?
Melanie Unseld ist Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
KOMETENSCHWEIFE
MARTIN VOLWERK
Was sind Kometen und wie entstehen ihre markanten Schweife? Wie werden eigentlich Kometen(-schweife) erforscht? Was wird noch passieren in der nahen Zukunft? Dies und mehr wird Martin Volwerk im Rahmen seines Vortrags thematisieren.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Martin Volwerk absolvierte sein Doktorat in Astrophysik an der Universität Utrecht. Nach verschiedenen Aufenthalten in Paris, Tucson und Los Angeles ist er 2001 am Institut für Weltraumforschung (IWF) der ÖAW angekommen. Sein Forschungsbereich ist Weltraumplasmaphysik, und er arbeitet an verschiedenen Weltraummissionen wie Cluster, Rosetta und BepiColombo mit.
NORDLICHT – AURORA BOREALIS
MARTIN VOLWERK
In diesem Vortrag wird die Geschichte der Nordlichtforschung besprochen, von Bodenbeobachtungen und Spekulationen, was die Nordlichter antreiben könnte, über moderne Weltraumforschung bis hin zu Messungen mit Satelliten im erdnahen Weltraum.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.
Martin Volwerk absolvierte sein Doktorat in Astrophysik an der Universität Utrecht. Nach verschiedenen Aufenthalten in Paris, Tucson und Los Angeles ist er 2001 am Institut für Weltraumforschung (IWF) der ÖAW angekommen. Sein Forschungsbereich ist Weltraumplasmaphysik, und er arbeitet an verschiedenen Weltraummissionen wie Cluster, Rosetta und BepiColombo mit.
EINE NEUE DIPLOMATISCHE GESCHICHTE VON DER ZWEITEN OSMANISCHEN BELAGERUNG VON WIEN (1683)
YASIR YILMAZ
In der Öffentlichkeit ist die Vorstellung weit verbreitet, dass die zweite osmanische Belagerung Wiens im Jahr 1683 ein Glaubenskrieg war. Die Recherchen von Yasir Yilmaz in den Archiven haben jedoch gezeigt, dass dies eine vereinfachte Erklärung ist. Tatsächlich strebten Österreich und Polen Frieden mit dem Osmanischen Reich an. Dieses Angebot wurde jedoch vom Großwesir Kara Mustafa Pascha abgelehnt. Dies geschah jedoch nicht, weil er ein Feind des christlichen Europas war. Kara Mustafa Pascha kam als mächtigster Großwesir in der Geschichte des Osmanischen Reiches ins Amt. Sein ehrgeiziges Vorgehen war mehr das Ergebnis seiner einzigartigen Sicherheit im Amt als religiös motiviert. In zeitgenössischen osmanischen und europäischen Dokumenten finden wir Hinweise auf diese Sicherheit, die ihn im Laufe der Jahre immer ehrgeiziger werden ließ. Inzwischen hatte eine schreckliche Epidemie, wie wir sie zu Covid-19 Zeiten selbst erlebt haben, Reisen zwischen den Ländern behindert, vielen Diplomaten das Leben gekostet und Friedensgespräche verhindert.
Dieser Vortrag kann auf Deutsch, Englisch oder Türkisch gehalten werden.
Yasir Yilmaz ist Historiker der Imperien mit Schwerpunkt Diplomatie. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes (IHB) der ÖAW, wo er die Geschichte der osmanisch-habsburgischen Diplomatie erforscht, und regelmäßiger externer Lehrer an den Universitäten Salzburg und Innsbruck. Zuvor arbeitete und lehrte er in den USA, der Türkei und Tschechien.
KONTAKT
Melanie Engelmayr-Hofmann, MA
aktuariat(at)oeaw.acat
T: +43 1 51581-3630
Österreichische Akademie der Wissenschaften
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