Präsidenten der ÖAW

Joseph von Hammer-Purgstall (1774–1856)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1847–1849)
 

geboren Joseph Hammer, ab 1836 Joseph Freiherr von Hammer-Purgstall
 

Orientalist

1847 wirkliches Mitglied (Gründungsmitglied)

Hammer-Purgstall hatte ein enzyklopädisches Wissen vom Orient, insbesondere auf dem Gebiet der Literaturgeschichte sowie der persischen, mongolischen und osmanischen Geschichte. Ihm ist die Anregung und Verbreitung des Interesses für den Orient zu verdanken. Hammer-Purgstall war nicht nur Proponent einer Akademie der Wissenschaften in Wien, sondern auch ihr erster Präsident. Er war Mitglied von fünfzig gelehrten Gesellschaften im In- und Ausland. 1850 wurde er in den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen. 1894 wurde nach ihm die Hammer-Purgstall-Gasse (Wien II) benannt. 1936 wurde in Feldbach ebenfalls eine Gasse nach ihm benannt. In der Aula der ÖAW erinnert eine Büste an ihn.

Andreas von Baumgartner (1793–1865)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1851–1865)

Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1847–1851)
 

geboren Andreas Baumgartner, ab 1854 Andreas Freiherr von Baumgartner
 

Ordinarius für Physik und Angewandte Mathematik (Universität Wien)

1847 wirkliches Mitglied (Gründungsmitglied)

Baumgartner war für die Hebung und Verbreitung der Naturwissenschaften in Österreich bekannt und setzte beispielsweise im Physikunterricht die deutsche Sprache gegenüber dem Lateinischen durch. In seinen Forschungen untersuchte er die Beugung des Lichts, die Bewegung von Magnetnadeln, verfasste Arbeiten über Hygrometer und Photometrie sowie zu Leitungswiderstand und Telegrafie. Baumgartner war erster Vizepräsident und zweiter Präsident der Akademie. 1848 war er außerdem Minister für öffentliche Arbeiten und das Bergwesen und von 1851 bis 1855 Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Bauten sowie Finanzminister. 1861 wurde er zum Mitglied des Herrenhauses (Reichsrat) ernannt. In der Aula der ÖAW erinnert eine Büste an ihn.

Theodor Georg von Karajan (1810–1873)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1866–1869)

Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1851–1866)
 

geboren Theodor Georg Karajan, ab 1869 Theodor Georg Ritter von Karajan
 

Historiker

1848 wirkliches Mitglied

Karajan wurde 1850 erster Inhaber des Lehrstuhls für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Wien, legte diese Position jedoch im darauffolgenden Jahr nieder. Im Vordergrund seiner Forschungen stand die Geschichte des späten Mittelalters, vor allem auf Grundlage von alten Handschriften. Er gehörte 1848 der Frankfurter Nationalversammlung (rechtes Zentrum, für Guntersdorf) an. 1867 wurde er zum Mitglied des Herrenhauses (Reichsrat) ernannt. 1889 wurde nach ihm die Karajangasse (Wien II, seit 1900: Wien XX) benannt.

Carl von Rokitansky (1804–1878)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1869–1878)

Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1866–1869)
 

geboren Carl Joseph Wenzel Prokop Rokitansky, ab 1874 Carl Freiherr von Rokitansky
 

Ordinarius für pathologische Anatomie (Universität Wien)

1848 wirkliches Mitglied

 

Laut Rudolf Virchow war Rokitansky „der Linné der pathologischen Anatomie“ (9. Vorlesung an der Berliner Universität im Wintersemester 1904/05) wegen seiner Neuordnung und Systematisierung der pathologisch-anatomischen Nomenklatur in seinem Handbuch der pathologischen Anatomie (1842). Rokitansky war zusammen mit Joseph Skoda (1805–1881) Mitbegründer der Zweiten Wiener Medizinischen Schule. 1867 wurde er zum Mitglied des Herrenhauses (Reichsrat) ernannt.

1864 wurde nach ihm die Rokitanskygasse (Wien XVII) benannt. Das Rokitanskydenkmal wurde im Arkadenhof der Universität Wien 1898 enthüllt. Im Jahr 1954 brachte anlässlich seines 150. Geburtstages die österreichische Post eine Sonderbriefmarke heraus. In der Antarktis trägt der Mount Rokitansky seinen Namen. In der Aula der ÖAW erinnert eine Büste an ihn.

Alfred von Arneth (1819–1897)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1879–1897)

Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1866–1869)
 

geboren Alfred Ritter von Arneth
 

Historiker

1858 korrespondierendes Mitglied

1862 wirkliches Mitglied

Arneth war der Biograf von Prinz Eugen und Maria Theresia sowie Direktor des Haus-, Hof- und Staatsarchivs. Er gehörte 1848 der Frankfurter Nationalversammlung (Großdeutsche Partei, für Neunkirchen) an und war auch danach noch als Liberaler in der niederösterreichischen Landespolitik tätig. 1894 wurde in den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen. 1869 wurde er zum Mitglied des Herrenhauses (Reichsrat) ernannt. Er wurde mit dem österreichisch-ungarischen Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft im Jahr seiner Begründung (1887) ausgezeichnet. Er ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 14 A, Nummer 49). 1894 wurde nach ihm die Arnethgasse (Wien XVI) benannt. In der Aula der ÖAW erinnert eine Büste an ihn.

Eduard Suess (1831–1914)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1898–1911)

Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1893–1898)

Generalsekretär der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1890–1893)

Sekretär der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1885–1890)
 

Ordinarius für Geologie (Universität Wien)

1860 korrespondierendes Mitglied

1867 wirkliches Mitglied

Suess war einer der gefeiertsten Geologen seiner Zeit. Er plante federführend die I. Wiener Hochquellwasserleitung (1873 eröffnet) und wirkte auch an der Donauregulierung mit. In seinem Hauptwerk „Das Antlitz der Erde“ (3 Bände, 1883–1909, ins Engl. und Franz. übersetzt) erklärte er die Formung der Gebirge und der Erdoberfläche. Suess sicherte der Akademie nach dem Ableben Joseph Treitls die größte Erbschaft, nämlich die Treitl-Erbschaft, im Umfang von rund eineinhalb Millionen Gulden. Daraus finanziert wurden beispielsweise die Pestexpedition nach Bombay, die südarabische Expedition und die beiden brasilianischen Expeditionen. 1893 half Suess den Verband wissenschaftlicher Körperschaften, eine Dachorganisation der deutschsprachigen Akademien der Wissenschaften (auch Kartell genannt), ins Leben zu rufen. Er war Vorsitzender der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (1894) und Mitglied der bedeutendsten Akademien der Wissenschaften von St. Petersburg bis Washington. Sein Name ist durch zahlreiche Benennungen von geologischen Formationen auf der Erde, auf Mond und Mars verewigt.

Suess war ein politisch engagierter Wissenschaftler. 1891 wurde er Mitglied des Gründungskomitees des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus in Wien. Zwischen 1873 und 1897 war er auch Mitglied des Abgeordnetenhauses (liberale Verfassungspartei).

1947 wurde nach ihm die Eduard-Sueß-Gasse (Wien XV) benannt. 1958 wurde in Linz (Bezirk Bindermichl-Keferfeld), wo Suess Ehrenbürger war, eine Straße nach ihm benannt.

In Marz, wo Suess ein Haus hatte und begraben liegt, in St. Pölten und in Hirschwang an der Rax (Ortsteil von Reichenau an der Rax) sind ebenfalls Straßen nach ihm benannt. Das Suessdenkmal in Wien wurde 1928 im Vorpark des Schwarzenbergpalais aufgestellt, während des Zweiten Weltkriegs dort entfernt und 1951 vor der Geologischen Bundesanstalt wiederaufgestellt. 1969 wurde die Rückführung des Denkmals auf seinen früheren Standort angeordnet. In der Aula der ÖAW erinnert eine Büste an ihn.

Eugen von Böhm-Bawerk (1851–1914)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1911–1914)

Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1907–1911)
 

geboren Eugen Böhm, seit 1854 Eugen Böhm Ritter von Bawerk
 

Ordinarius für politische Ökonomie (Universität Wien)

1900 korrespondierendes Mitglied

1902 wirkliches Mitglied

Böhm-Bawerk leistete mit seinem Hauptwerk „Kapital und Kapitalzins“ (1884–1889) einen wichtigen Beitrag zur noch jungen Wissenschaft der Nationalökonomie. Zusammen mit Carl Menger (1840–1921) und Friedrich Wieser (1851–1926) gilt Böhm-Bawerk als Begründer der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ und insbesondere der österreichischen Kapitalmarkttheorie. In seinem Testament vermachte Böhm-Bawerk der Akademie ein Legat von 100.000 Kronen. Böhm-Bawerk war dreimal Finanzminister (1895, 1897–1898 und 1900–1904). 1899 wurde er zum Mitglied des Herrenhauses (Reichsrat) ernannt. 1901 wurde er mit dem österreichisch-ungarischen Ehrenzeichen für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet. Er ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 A, Nummer 52). Das Böhm-Bawerk-Denkmal wurde 1950 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt. Sein Portrait war ab 1984 auf der 100-Schilling-Note abgebildet (Rückseite: ÖAW-Hauptgebäude).

Viktor (von) Lang (1838–1921)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1915–1919)

Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1911–1915)

Generalsekretär der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1899–1911)

Provisorischer Sekretär der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse und Generalsekretär-Stellvertreter der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1898–1899)
 

geboren Viktor Edler von Lang (ab 1919 Viktor Lang)
 

Ordinarius der Physik (Universität Wien)

1866 korrespondierendes Mitglied

1867 wirkliches Mitglied

Lang war einer der wichtigsten Pioniere und Mitbegründer der Kristallographie sowie Verfasser bahnbrechender Arbeiten auf den Gebieten der Akustik, Mechanik, Elektrizität und des Elektromagnetismus. Er pflegte wissenschaftliche Kontakte in ganz Europa und gilt als Förderer des Doyens der Radiumforschung Franz Serafin Exner. Er war Vorsitzender der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte (1897). Das Langdenkmal wurde 1929 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt. In seinem Geburtsort Wiener Neustadt wurde eine Straße nach ihm benannt.

Oswald Redlich (1858–1944)


Präsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften / Akademie der Wissenschaften in Wien (1919–1938)

Vizepräsident der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (1915–1919)
 

Ordinarius für Geschichte und Historische Hilfswissenschaften (Universität Wien)

1899 korrespondierendes Mitglied

1900 wirkliches Mitglied

Redlich war Vorstand des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung und Spezialist für Privaturkunden des Mittelalters und für Rudolf von Habsburg. Er legte große Überblicksdarstellungen zur Geschichte Österreichs im 17. und 18. Jahrhundert vor. Redlich war der Akademiepräsident mit der längsten Amtszeit (19 Jahre). Ihm ist es zu danken, dass die Akademie in der Zwischenkriegszeit trotz finanzieller Not und anderer erschwerender Umstände ihre Arbeiten weiterführen konnte. Während seiner langen Amtszeit wurden die Rechtswissenschaft und die technischen Wissenschaften in die Akademie aufgenommen und internationale Beziehungen neu geknüpft. In der ersten Gesamtsitzung der Akademie nach dem „Anschluss“, abgehalten am 18. März 1938, trat der 80-jährige Redlich als Akademiepräsident zurück. 1954 wurde nach ihm die Oswald-Redlich-Straße (Wien XXI) benannt.

Weiterführende Informationen: DIE AKADEMIE IM NATIONALSOZIALISMUS

Heinrich (von) Srbik (1878–1951)


Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien (1938–1945)

Sekretär der Akademie der Wissenschaften in Wien (1933–1938)
 

geboren Heinrich Ritter von Srbik (ab 1919 Heinrich Srbik)
 

Ordinarius für Geschichte der Neuzeit (Universität Wien)

1919 korrespondierendes Mitglied

1923 wirkliches Mitglied


Mitglied der NSDAP vom 1.5.1938 bis zum 27.4.1945 (Österreichisches Staatsarchiv / Archiv der Republik, Gauakt Srbik, Antrag auf Aufnahme in die NSDAP, Wien, 29.5.1938), 1945–1948 als Akademiemitglied ruhendgestellt

Srbik war als Historiker Spezialist für die Geschichte der Neuzeit, Wirtschaftsgeschichte, politische Ideengeschichte sowie Metternich-Biograf. Er vertrat eine dezidiert „gesamtdeutsche“ Geschichtsauffassung, der zufolge Österreich seinen Platz in der deutschen Geschichte hatte, ohne aber seine historische Eigenstaatlichkeit zu leugnen. Srbik war Mitglied der sogenannten Bärenhöhle, eines geheimen Kreises antisemitischer Professoren an der Universität Wien, die erfolgreich Habilitationen und Berufungen von jüdischen und/oder linken Wissenschaftler:innen verhinderte. Er blieb auch nach 1945 Antisemit: In seinen „Erinnerungen“ lastete er den NS-Machthabern an, „keinen Unterschied zwischen altansässigen und deutschkulturellen Juden und dem scheußlichen Ostjudentum gemacht“ zu haben.

1938 begrüßte Srbik den „Anschluss“ im „Völkischen Beobachter“ und trat der NSDAP bei. Am 1. April 1938 wurde er durch eine Abstimmung unter den wirklichen Mitgliedern zum Akademiepräsidenten bestimmt und im Juni gleichen Jahres vom Reichsstatthalter Arthur Seyß-Inquart in dieses Amt, das Srbik bis 1945 ausübte, ernannt.

In den ersten Wochen nach dem „Anschluss“ wurden an der Akademie der Wissenschaften 45 Mitarbeiter:innen jüdischer Herkunft aus „rassischen“ Gründen entlassen, renommierte jüdische Institutsleiter durch illegale Nationalsozialisten ersetzt. Sieben Akademieangehörige fielen dem Holocaust zum Opfer. Zwischen November 1938 und Februar 1941 mussten auch sechs ordentliche und 15 korrespondierende Mitglieder die Akademie der Wissenschaften in Wien aus „rassischen“ und politischen Gründen verlassen. In einem Fall (Franz Eduard Suess) intervenierte Srbik vergeblich. 1945 kommentierte er seinen Anteil am Ausschluss der als Juden verfolgten Akademiemitglieder lapidar wie folgt: „Ich musste dem Ausschließungsbefehl des Reichswissenschaftsministeriums Folge leisten und habe es in der schonendsten Weise getan.“ In der feierlichen Jahressitzung 1938 erinnerte Srbik an die nach dem „Anschluss“ „selbstgewählte“ Aufgabe der Akademie, „die Wissenschaft im Dienste des deutschen Volkes zu fördern.“ Er suchte die Anbindung an die nationalsozialistische Wissenschaft des „Altreichs“, führte aber gleichzeitig einen letztlich erfolglosen Kampf gegen die Zentralisierung der Wissenschaftsverwaltung durch das Reichserziehungsministerium (REM) in Berlin. Derzeit liegen keine Hinweise auf vom REM oktroyierte Zuwahlen von NSDAP-Mitgliedern vor, dennoch waren in Srbiks Amtszeit zum Zeitpunkt ihrer Wahl bereits rund zwei Drittel der neu gewählten Mitglieder Parteimitglieder. Das Resultat war eine Provinzialisierung der Akademie der Wissenschaften in Wien im deutschen Reich.

Im Februar 1945 setzte sich Srbik aus Wien nach Tirol ab. Obwohl ihn der stellvertretende interimistische Leiter der Akademie Richard Meister in der Juni-Sitzung 1945 noch damit verteidigte, dass er die Akademie „durch die ganze Zeit in keiner Weise im Geiste des Nationalsozialismus geleitet“ habe, wurde Srbiks Mitgliedschaft im August 1945 ruhend gestellt. Sie wurde im Juni 1948 wieder reaktiviert. Srbiks Wunsch, an der Akademie im Herbst gleichen Jahres einen Vortrag halten zu dürfen, befürwortete Meister mit den Worten: „Einmal muß auch mit diesen Dingen Rest gemacht werden.“

1929/1930 war Srbik Unterrichtsminister und zwischen 1938 und 1945 Abgeordneter im Großdeutschen Reichstag. Srbik wurde 1936 mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

Weiterführende Informationen: DIE AKADEMIE IM NATIONALSOZIALISMUS

Ernst Späth (1886–1946)


Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien (1945–1946)

Generalsekretär der Akademie der Wissenschaften in Wien (1938–1945)


Ordinarius für Chemie (Universität Wien)

1925 korrespondierendes Mitglied

1926 wirkliches Mitglied
 

Mitglied der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) und des Reichsbunds der Deutschen Beamten (Pfefferle / Pfefferle, Glimpflich entnazifiziert, 2014, 304)

Späth war Vorstand des II. Chemischen Instituts der Universität Wien und Spezialist für Pflanzeninhaltsstoffe, ihres molekularen Aufbaus und ihrer Synthese. Er entwickelte Methoden, um auch ressourcen- und kostensparend forschen zu können. Späth, der im März 1938 als Rektor der Universität Wien zurücktrat, wurde im Mai 1938 von den Akademiemitgliedern zum Generalsekretär gewählt und in diesem Amt, das er bis 1945 ausübte, vom Reichserziehungsminister im November gleichen Jahres bestätigt. Späth wurde im Mai 1945 mit Richard Meister zum interimistischen Leiter der Akademie ernannt und im Oktober gleichen Jahres zum Akademiepräsidenten gewählt. Späth und Meister koordinierten zunächst gemeinsam die Entnazifizierung an der Akademie. 1920 wurde Späth mit dem Ignaz L. Lieben-Preis ausgezeichnet. Das Späthdenkmal wurde 1961 im Arkadenhof der Universität Wien enthüllt.

Weiterführende Informationen: DIE AKADEMIE IM NATIONALSOZIALISMUS

Heinrich (von) Ficker (1881–1957)


Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien / Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1946–1951)

Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1951–1957)
 

geboren Heinrich Ritter Ficker von Feldhaus (ab 1919 Heinrich Ficker)
 

Ordinarius für Physik der Erde (Universität Wien)

1922 korrespondierendes Mitglied im Inland, 1923 korrespondierendes Mitglied im Ausland, 1937 korrespondierendes Mitglied im Inland

1939 ordentliches Mitglied (1945 umgewandelt zum wirklichen Mitglied)
 

Mitglied des Nationalsozialistischen Fliegerkorps (NSFK) 1938–1945 (Pfefferle / Pfefferle, Glimpflich entnazifiziert, 2014, 288)

Ficker war als Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Wegbereiter der Frontentheorie und der aerologischen Forschung insgesamt. Als Akademiepräsident war Ficker für die Umsetzung der Entnazifizierungsbestimmungen mitverantwortlich.

Weiterführende Informationen: DIE AKADEMIE IM NATIONALSOZIALISMUS

Richard Meister (1881–1964)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1951–1963)

Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften in Wien / Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1945–1951)
 

Ordinarius für Pädagogik und Kulturphilosophie (Universität Wien)

1931 korrespondierendes Mitglied

1934 wirkliches Mitglied
 

Mitglied der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) und dem Reichsluftschutzbund (UAW, NL Richard Meister, K. 324)

Meister prägte wie kaum ein anderer die österreichische Wissenschafts- und Schullandschaft im 20. Jahrhundert: als Wissenschaftsfunktionär, Schulreformer der Ersten Republik und Hochschulreformer der Zweiten Republik. Schulpolitisch war er ein vehementer Gegner der Gesamtschulidee und ein Befürworter der Bildungsprivilegien der humanistischen Gymnasien, hochschulpolitisch ein Verfechter der „glimpflichen Entnazifizierung“ und einer Universität, die er als Ort einer wertfundierten Weltanschauungsbildung bewahren konnte.

In der Zwischenkriegszeit war Meister so wie Srbik Mitglied der sogenannten Bärenhöhle, eines geheimen Kreises antisemitischer Professoren an der Universität Wien, die erfolgreich Habilitationswerber und Berufungen von jüdischen und/oder linken Wissenschaftler:innen abwehrte, und Mitglied des Deutschen Klubs. Obwohl „zweifellos antisemitisch und national eingestellt“ – so der Wiener Dozentenbundführer Arthur Marchet 1940 – blieb er zwischen 1938 und 1945 politisch unauffällig und galt danach als unbelastet. Am 23. Mai 1945 wurde er zum stellvertretenden interimistischen Leiter der Akademie ernannt, im Oktober gleichen Jahres zum Vizepräsidenten und 1951 zum Präsidenten gewählt. Meister und Späth koordinierten die Entnazifizierung der Akademiemitglieder ab April 1945: An der Akademie der Wissenschaften ließ er die Mitgliedschaften von ehemaligen NSDAP-Angehörigen nicht erlöschen, sondern nur vorübergehend für ruhend gestellt erklären. In dem 1949 erstmals wieder veröffentlichten Mitgliederverzeichnis der Akademie schienen nahezu alle ehemaligen NSDAP-Mitglieder erneut auf. In den Zeitungen wurde er als „Protektor der Naziprofessoren“ bezeichnet.

In den 1950er und 1960er Jahren nahm er als enger Berater von Unterrichtsminister Heinrich Drimmel, dessen Schüler Meister war, auf die Hochschul- und Schulpolitik wesentlichen Einfluss (Hochschulorganisationsgesetz 1955, Schulorganisationsgesetz 1962).

Meister wurde 1957 mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet und war 1957 bis 1964 Vorsitzender der Kurie für Wissenschaft. 1972 wurde nach ihm die Meistergasse (Wien XXI) benannt.

Weiterführende Informationen: DIE AKADEMIE IM NATIONALSOZIALISMUS

Erich Schmid (1896–1983)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1963–1969 und 1970–1973)

Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1969–1970 und 1973–1979)
 

Ordinarius für Physik (Universität Wien)

1953 wirkliches Mitglied


Mitglied der NSDAP (laut eigenen Angaben v. 24.10.1944, BArch Koblenz Erich Schmid H2-19383)

Schmid untersuchte als einer der ersten Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum die Beeinflussung von Festkörpereigenschaften durch Bestrahlung. An der ÖAW gründete er ab 1965 zwölf Forschungsinstitute und steigerte dadurch die Bedeutung der Akademie als außeruniversitäre Forschungseinrichtung. 1960 wurde Schmid mit dem Erwin Schrödinger-Preises der ÖAW ausgezeichnet. 1965 erhielt Schmid das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst und war 1970 bis 1979 Vorsitzender der Kurie für Wissenschaft. Das Institut für Festkörperphysik der ÖAW in Leoben wurde 1971 nach Erich Schmid benannt. In seinem Geburtsort Bruck an der Mur wurde eine Straße nach ihm benannt.

Albin Lesky (1896–1981)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1969–1970)

Sekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1959–1963)
 

Ordinarius für Klassische Philologie (Universität Wien)

1942 korrespondierendes Mitglied

1950 wirkliches Mitglied


Mitglied der NSDAP vom 1.11.1938 bis zum 27.4.1945 (BArch R 9361-IX KARTEI/25620182), 1945–1948 als Akademiemitglied ruhendgestellt

Lesky war bekannt für die Verbreitung und Popularisierung des Wissens um die Antike, sein Eintreten für das humanistische Gymnasium, die Ausweitung des Lateinunterrichts an den allgemeinbildenden höheren Schulen und als Spezialist für die griechische Tragödie. Während seiner kurzen Akademiepräsidentschaft wurde das Institut für Festkörperphysik gegründet. 1971 wurde er in den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen. 1964 erhielt Lesky das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst und war 1967 bis 1969 Vorsitzender der Kurie für Wissenschaft. 1994 wurde nach ihm und seiner Frau, der Medizinhistorikerin Erna Lesky, die Leskygasse (Wien XXII) benannt. 2023 wurde das Albin und Erna Lesky-Tor der Erinnerung am Campus der Universität Wien, das 25 Jahre lang so hieß, umbenannt. In der Begründung heißt es, dass sich beide ab 1938 als NSDAP-Mitglieder aktiv an NS-Organisationen und Aktionen beteiligt hatten.

Herbert Hunger (1914–2000)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1973–1982)

Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1970–1973)

Generalsekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1964–1970)

Sekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1963–1964)


Ordinarius für Byzantinistik (Universität Wien)

1959 korrespondierendes Mitglied

1962 wirkliches Mitglied


Mitglied der NSDAP vom 1.1.1941 bis zum 27.4.1945 (Anwärter seit 24.7.1944, Beitritt rückdatiert) (BArch R 9361-IX KARTEI/17411469) sowie Mitglied des Nationalsozialistischen Lehrerbundes (NSLB) vom 1.6.1938 bis zum 27.4.1945 (BArch (Slg. BDC) NSLB)

Hunger war der Begründer des Instituts für Byzantinistik an der Universität Wien, und er katalogisierte die griechischen Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek. An der Akademie gründete er drei Forschungsinstitute und eine Forschungsstelle. 1979 verlieh Akademiepräsident Herbert Hunger der Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung Hertha Firnberg den Titel „Förderer der Österreichischen Akademie der Wissenschaften“, der zuvor noch niemandem zuerkannt worden war. Die Akademie ließ am Eingang des Festsaals eine Marmortafel mit derselben Aufschrift anbringen. Das Akademie-Budget hatte sich unter Firnberg seit 1970 nahezu verfünffacht. In der Sonnenfelsgasse 19 (Wien I) befindet sich das Herbert-Hunger-Haus.

Erwin Plöckinger (1914–1994)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1982–1985)

Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1979–1982)
 

Bergbauingenieur, Chemiker; Extraordinarius für Arbeitsmethodik metallurgischer Forschungs- und Entwicklungsaufgaben (Montanistische Hochschule in Leoben)

1970 korrespondierendes Mitglied

1976 wirkliches Mitglied
 

Mitglied der NSDAP vom 1.11.1940 bis zum 27.4.1945 (BArch R 9361-IX KARTEI/32690163)

Plöckinger war Spezialist für Edelstahlerzeugung und zudem vormaliger Direktor für Forschung und Entwicklung in den Vereinigten Edelstahlwerken (VEW), einem Tochterunternehmen der Vereinigten Österreichischen Eisen- und Stahlwerke Alpine Montan Aktiengesellschaft (VOEST-Alpine AG). Unter Plöckinger war die ÖAW „über Ersuchen der öffentlichen Hand“, wie er es formulierte, „in zunehmendem Maße bestrebt, mit ihrem wissenschaftlichen Potential Forschungsaufträge für öffentliche und private Auftraggeber zu übernehmen, um damit direkt zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung unseres Landes beizutragen“. So wurde 1983 in Zusammenarbeit mit Behörden und Industrie das Institut für Rohstoff-Forschung in Leoben gegründet. Plöckinger wurde 1975 mit dem Erwin Schrödinger-Preis der ÖAW ausgezeichnet.

Hans Tuppy (1924–2024)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1985–1987)
 

Ordinarius für Biochemie (Universität Wien)

1961 korrespondierendes Mitglied

1967 wirkliches Mitglied

Tuppy spezialisierte sich nicht auf ein einzelnes Thema, sondern forschte auf verschiedenen Gebieten der Biochemie. Er war von 1974 bis 1982 Präsident des von ihm mitinitiierten Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und 1987 Bundesminister für Wissenschaft und Forschung. Unter Tuppy wurden an der Akademie zwei neue Forschungsstellen geschaffen. Er war Preisträger des Erwin Schrödinger-Preises der ÖAW (1973), Inhaber des Österreichischen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst (1975, Vorsitzender der Kurie für Wissenschaft 1995–2003) und des Ludwig Wittgenstein-Preises der Österreichischen Forschungsgemeinschaft (2002).

Otto Hittmair (1924–2003)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1987–1991)

Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1991–1997)

Sekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1983–1987)
 

Ordinarius für theoretische Physik (Technische Universität Wien)

1966 korrespondierendes Mitglied

1970 wirkliches Mitglied

Hittmair war Vorstand des Instituts für theoretische Physik an der TU Wien. Er galt als Spezialist für Kernreaktionen, Quantenphysik, die Theorie der Wärme und Supraleitungen. Während seiner Amtszeit als ÖAW-Präsident wurden zwei neue Forschungsstellen und ein Institut gegründet. Hittmair wurde 1974 mit dem Erwin Schrödinger-Preis der ÖAW ausgezeichnet. Nach seinem Tod erhielt ein Platz auf dem Campus Technik der Universität Innsbruck seinen Namen.

Werner Welzig (1935–2018)

Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1991–2003)

Generalsekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1983–1991)

Sekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1982–1983)


Ordinarius für Neuere deutsche Literaturgeschichte (Universität Wien)

1972 korrespondierendes Mitglied

1973 wirkliches Mitglied

Welzig hat als Literatur- und Sprachwissenschaftler durch die Herausgabe von großen Katalogen und Editionen die katholische und protestantische Predigtliteratur des Barocks erstmals in ihrer Form als „Gebrauchsliteratur“ und als Quelle für die soziale Wirklichkeit erschlossen. Welzig war Spezialist für Arthur Schnitzler, Adalbert Stifter und Karl Kraus. Die Institute für Molekulare Biotechnologie (IMBA, 1999), für Molekulare Pflanzenbiologie (GMI, 2000), das Zentrum für Molekulare Medizin (CeMM, 2000), die Institute für Computational and Applied Mathematics (RICAM, 2003) sowie für Quantenoptik und Quanteninformation in Innsbruck und Wien (IQOQI, 2003) wurden unter seiner Präsidentschaft initiiert, vorbereitet und gegründet. Auch das Doc-Stipendium der ÖAW geht auf seine Initiative zurück und seit 2005 wird unter den Mitarbeiter:innen der ÖAW der Werner-Welzig-Preis verliehen.

Herbert Mang (*1942)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2003–2006)

Generalsekretär der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1995–2003)


Ordinarius für Elastizitäts- und Festigkeitslehre (Technische Universität Wien)

1985 korrespondierendes Mitglied

1992 wirkliches Mitglied

Mang betreibt Grundlagenforschung und angewandte Forschung auf den Gebieten der Mechanik fester, deformierbarer Körper, der Strukturmechanik, der Numerischen Mechanik und der Akustik sowie der Mehrfeldanalyse und der Mehrskalenanalyse. Während seiner Amtszeit als Präsident wurden drei Forschungsstellen und zwei Institute gegründet. Mang ist Träger zahlreicher Ehrendoktorate, Mitglied einer Vielzahl ausländischer Akademien der Wissenschaften und ein mit vielen Preisen ausgezeichneter österreichischer Ingenieur.

Peter Schuster (*1941)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2006–2009)

Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2000–2003)


Ordinarius für Theoretische Chemie (Universität Wien)

1984 korrespondierendes Mitglied

1992 wirkliches Mitglied

Schusters Forschungsgebiete umfassen die theoretische Chemie, Bioinformatik, Biomathematik, Evolutionsforschung und theoretische Biologie. Er hatte von Anfang an federführend an der Gründung des IMBA mitgewirkt. Unter seiner Präsidentschaft wurden das Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte sowie die Forschungsstelle für Sozialanthropologie ins Leben gerufen. 1983 wurde Schuster mit dem Erwin Schrödinger-Preis der ÖAW und 1992 mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Er ist Mitglied zahlreicher ausländischer Akademien der Wissenschaften.

Helmut Denk (*1940)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2009–2013)


Ordinarius für Pathologie ([Medizinische] Universität Graz)

1989 korrespondierendes Mitglied

1991 wirkliches Mitglied

Denk ist ein österreichischer Arzt mit Schwerpunkt Pathologie und Hepatologie. In seinem Fokus steht der physiologische und pathologische Stoffwechsel der Leber, speziell der durch Alkoholabusus verursachte Schaden, der sich in einer Leberzirrhose manifestieren kann. Denk kombiniert in seiner Forschung klassische Pathologie mit molekularbiologischen Methoden (Molekularpathologie) mit dem Ziel, zur Aufklärung der Pathogenese von Lebererkrankungen beizutragen und die Diagnostik zu verbessern. Unter seiner Präsidentschaft sind vier neue Institute an der ÖAW gegründet worden. 1999 erhielt Denk das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst und war 2003 bis 2014 Vorsitzender der Kurie für Wissenschaft.

Anton Zeilinger (*1945)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (2013–2022)


Ordinarius für Experimentalphysik (Universität Wien)

1994 korrespondierendes Mitglied

1998 wirkliches Mitglied

Zeilinger ist bekannt für seine Experimente zur Materiewellen-Interferometrie, zur Quantenverschränkung und zur Quanten-Teleportation. 2022 wurde ihm der Nobelpreis für Physik verliehen. Damit ist er das erste wirkliche Mitglied der ÖAW, dem diese Ehre zuteilwurde. Zeilinger war Gründungsdirektor des IQOQI der ÖAW (2004–2013). Während seiner Präsidentschaft wurden das ACDH und das IHB gegründet und das ÖAI Teil der ÖAW. 2001 wurde Zeilinger mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet. Seit 2014 ist er Vorsitzender der Kurie für Wissenschaft. 2000 wurde er in den Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste aufgenommen.

Heinz Fassmann (*1955)


Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (seit 2022)


Ordinarius für Angewandte Geographie, Raumforschung und Raumordnung (Universität Wien)

2000 korrespondierendes Mitglied

2007 wirkliches Mitglied

Faßmann ist Direktor des Instituts für Stadt- und Regionalforschung der Akademie, war Obmann der Kommission für Migrations- und Integrationsforschung der ÖAW und von 2013 bis 2016 Vorsitzender des Akademierats. Von 2017 bis 2019 und von 2020 bis 2021 übte er das Amt des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung aus. Faßmann ist Mitglied der Academia Europea und Träger zahlreicher wissenschaftlicher Preise.