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Highlights 2026Jahresvorschau

Wissenschaftsstar Mai Thi, NASA-Chef und Weltmaschine

Das Jahr 2026 wird ein spannendes Wissenschaftsjahr: Bei der Langen Nacht der Forschung am ÖAW-Campus ist Mai Thi Nguyen-Kim die Stargästin, der ehemalige und längstdienende NASA-Chef Thomas Zurbuchen kommt für eine Akademievorlesung nach Wien und am Large Hadron Collider - der „Weltmaschine“ - am CERN wird mit ÖAW-Beteiligung aufgerüstet, um noch mehr Teilchenkollisionen zu ermöglichen.

02.01.2026
Porträt von Mai Thi
Kommt nach Wien: Wissenschaftskommunikatorin Mai Thi.
© Wikimedia Commons/Viet Nguyen-Kim

Mai Thi in Wien

Die Lange Nacht der Forschung erwartet am 24. April 2026 einen ganz besonderen Star: Mai Thi Nguyen-Kim ist auf der Bühne des Festsaals der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zu Gast. Die deutsche Wissenschaftsjournalistin, deren Channel MaiThinkX auf YouTube 1,5 Millionen Menschen folgen, nimmt ihre Show auf Einladung von ÖAW und Wissenschaftsfonds FWF mit nach Wien. Und auch darüber hinaus gibt es am Campus der ÖAW in der Wiener Innenstadt jede Menge Wissenschaft zu erleben, mit interaktiven Stationen und weiteren spannenden Vorträgen, darunter auch von Science Buster Martin Moder.

Unendliche Weiten

Gleich zu Beginn des Jahres schwebt ein Lächeln in den Weltraum: Die Mission SMILE (Solar wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer) von ESA und der Chinesischen Wissenschaftsakademie startet, um die Wechselwirkung zwischen dem Sonnenwind und der Erdmagnetosphäre näher zu erforschen. Das Institut für Weltraumforschung der ÖAW ist mit einem Magnetometer mit an Bord. Goodbye heißt es dafür für die letzten Cluster-Satelliten, die die Auswirkungen der Sonne auf das Leben auf der Erde untersucht haben. Die erfolgreiche Mission tritt in die Erdatmosphäre ein. Apropos Erde: Von hier aus kann man im September JUICE zuwinken, die ESA-Raumsonde nimmt noch einmal Schwung bei der Erde auf ihrem Weg zu den Eismonden des Jupiters. Ankommen wird hingegen Ende des Jahres BepiColombo, die Satellitenmission wird im November 2026 in die Merkur-Umlaufbahn einschwenken.

NASA und Trump

Den unendlichen Weiten des Weltraums kann man auch auf der Erde nachspüren, etwa bei einer Akademievorlesung von Thomas Zurbuchen an der ÖAW. Der gebürtige Schweizer ist Astrophysiker, wurde aber vor allem bekannt als Wissenschaftsdirektor der NASA von 2016 bis 2022. Der bislang längstdienende NASA-Chef war für 91 Missionen verantwortlich, darunter das James-Webb-Teleskop, die Perseverance- und Ingenuity-Mars-Rover-Missionen, DART oder die Parker Solar Probe – und erlebte die erste Präsidentschaft Donald Trumps in dieser Position.

Krieg und Frieden

Thomas Zurbuchen ist nicht der einzige Wissenschaftsstar, der eine Akademievorlesung im Jahr 2026 halten wird. Ebenfalls zu Gast an der ÖAW in Wien ist Herfried Münkler. Der Politikwissenschaftler und Historiker von der Humboldt-Universität in Berlin ist einer der profiliertesten Kenner der politischen und militärischen Geschichte Europas. Seine Werke, wie „Die neuen Kriege“ oder „Imperien. Die Logik der Weltherrschaft – vom Alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten“ gelten als herausragend. Zuletzt verfasste der Vielschreiber „Welt in Aufruhr. Die Ordnung der Mächte im 21. Jahrhundert“ und „Macht im Umbruch. Deutschlands Rolle in Europa und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“. Er wird bei seiner Lecture einen Einblick geben, wie die Weltordnung der Zukunft aussehen könnte.

Kitsch und Krise

Den Auftakt zum Vortragsjahr an der ÖAW macht übrigens die Vienna Lecture on Science Communication, die gemeinsam mit dem Ball der Wissenschaften veranstaltet wird. Diesmal im Festsaal der ÖAW zu hören ist die deutsche Demokratieforscherin Astrid Séville. Sie spricht über „Kitsch und Krise. Zur Abklärung der Wissenschaftskommunikation in der Gegenwart“. Dabei geht es um die Frage: Welche Risiken und Nebenwirkungen hat Wissenschaftskommunikation heute?

Teilchen-Crash

Im Juni 2026 endet die dritte Periode der Datennahme am Large Hadron Collider (LHC) am Kernforschungszentrum CERN bei Genf. Die Experimente werden bis dahin deutlich mehr Kollisionsdaten gesammelt haben als ursprünglich geplant. Man darf also gespannt sein, denn 2012 wurde dort die Existenz des Higgs-Bosons nachgewiesen. Und während die Forschenden die Millionen Daten auswerten, folgt ein sogenannter Long Shutdown, bei dem nicht nur der LHC-Beschleuniger zum High-Luminosity LHC (HL-LHC) aufgerüstet wird, um deutlich mehr Teilcheninteraktionen in derselben Zeit erzeugen zu können, sondern auch die Experimente weitreichend umgebaut werden. Neben der Datenanalyse war das Marietta-Blau-Institut für Teilchenphysik der ÖAW maßgeblich an diesen Entwicklungen beteiligt. Es ist geplant, die Arbeiten bis 2030 abzuschließen. Dann wird der HL-LHC den Experimenten eine noch genauere Beobachtung seltener Prozesse ermöglichen und Teilchenphysiker:innen können in Zukunft noch tiefer in die Welt der subatomaren Teilchen eindringen.

Quanten und Moleküle

100 Jahre Schrödinger-Gleichung gilt es 2026 zu feiern. Vom 24. bis 27. November wird sich daher eine große internationale Konferenz von ÖAW, Universität Wien und QuantA dem österreichischen Physiker und Begründer der Quantenmechanik widmen. Internationale Forschende nach Wien locken nicht nur Quanten, sondern auch Moleküle. Das IMP und IMBA der ÖAW veranstalten das SY-Stem Symposium von 10. bis 13. März, bei dem sich die nächste Generation der Stammzellforschung versammelt. Und vom 11. bis 13. Mai widmet sich das RNA Microsymposium vom IMBA, GMI, IMP und Max Perutz Labs dem aufregenden Feld der kleinsten Bausteine unserer Gene.

Cori-Institut bekommt Gründungsdirektor:in

Unter dem Namen Cori-Institut (Carl and Gerty Cori Institute of Molecular and Computational Metabolism) entsteht in Graz ein neues Zentrum für die Erforschung von Stoffwechselerkrankungen der ÖAW unter Beteiligung der drei Grazer Universitäten. Das Besondere: Wissenschaftler:innen aus Mathematik, Informatik, Biologie und den Ingenieurwissenschaften sollen hier eng zusammenarbeiten, um fachübergreifend völlig neue Therapieansätze etwa für die Behandlung von Diabetes zu entwickeln. Ab 2027 soll der Betrieb in einem eigenen Gebäude in Graz starten - und bereits 2026 will die ÖAW die Namen für Direktor:in und Co-Direktor:in des Spitzeninstituts bekannt geben. Die Hearings und Auswahlprozesse mit Kandidat:innen finden in der ersten Jahreshälfte statt. Bald darauf soll das Gründungsdirektorium in Graz starten.

 

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