Quanten, Mammuts und Bio-KI: Was 2025 die Forschung bewegte
29.12.2025

100 Jahre Quanten
Die Quantenphysik arbeitet an Schlüsseltechnologien der Zukunft. Um so beeindruckender ist, welchen internationalen Spitzenplatz sich Österreichs Forschung, und darunter maßgeblich Forscher:innen der ÖAW, auf diesem Gebiet erarbeiten konnte. Grund genug, das zu feiern: 100 Jahre nach Formulierung der Quantenmechanik nahm die ÖAW das von der UNESCO ausgerufene “Quantenjahr” zum Anlass, gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern die Öffentlichkeit auf einzigartige Exkursionen in die Quantenwelt mitzunehmen. Mit Angeboten für Schüler:innen, offenen Häusern, interaktiven Workshops und einer großen Festveranstaltung im Wiener Rathaus konnten junge und erwachsene Menschen erleben, wie Quantenforschung unseren Alltag bereits jetzt prägt – und wie sie unsere Zukunft neu schreiben könnte.
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© ÖAW/Natascha Unkart
AITHYRA wächst
Im dritten Wiener Bezirk entsteht etwas Großes: AITHYRA, das neue Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) in der Biomedizin der ÖAW, nahm 2025 konkrete Formen an. Georg Winter, bis dahin Gruppenleiter am CeMM – Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW und international hoch anerkannter Biochemiker, verstärkte das Team um KI-Pionier Michael Bronstein als wissenschaftlicher Direktor für den Bereich Biomedizin bei AITHYRA . Weitere Top-Forscher:innen wie Wali Malik aus den USA nahmen in der Marxbox, der neuen Heimat von AITHYRA, ihre Arbeit auf und erste Publikationen erschienen in hochrangigen Journals wie Nature. Der Aufbaukurs des ÖAW-Instituts geht damit zügig voran. Dazu trägt auch das hochdynamische Umfeld der Life Sciences-Community in Wien bei, die sich nicht zuletzt über die Bestellung der renommierten italienischen Wissenschaftlerin Maria Rescigno zur neuen Direktorin des CeMM freuen konnte.

Wittgenstein-Preis für Elly Tanaka
Was können wir uns vom Schwanzlurch Axolotl abschauen? Zum Beispiel, wie man einzelne Gliedmaßen nachwachsen lässt! Wie das geht, erforscht Elly Tanaka, Direktorin des IMBA – Instituts für Molekulare Biotechnologie der ÖAW, seit Jahrzehnten. Und zwar mit so großem Erfolg, dass der Wissenschaftsfonds FWF der Biochemikerin 2025 den Wittgenstein-Preis verlieh – Österreichs wichtigsten Wissenschaftspreis. Tanaka, die zu den weltweit führenden Forscher:innen auf dem Gebiet der Regenerationsbiologie zählt, sieht den Preis als Bestätigung für die großen Fortschritte, die bei Fragen zur Selbstheilung des Körpers bereits gemacht werden konnten – und in Zukunft noch gelingen sollen.

Mammut am Spieß
Selbst ausgestorbene Tiere wie Mammuts können uns noch die eine oder andere Geschichte erzählen - über sich selbst und über unsere menschlichen Vorfahren. Ein spektakulärer Fund gelang 2025 dem Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW: Die Forschenden stießen im niederösterreichischen Langmannersdorf auf die 25.000 Jahre alten Überreste von mindestens fünf erlegten Mammuts. Steingeräte und zerlegte Stoßzähne deuten darauf hin, dass die eiszeitlichen Jäger ihre Beutetiere bereits sehr genau studieren und das erbeutete Fleisch und Elfenbein geschickt verarbeiten konnten – faszinierende Einblicke in ein frühes Zeitalter der Menschheit, die in dieser Form noch unbekannt waren.
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Brain gain für Österreich dank Trump
Spitzenforschung braucht die besten Köpfe. Auch Österreich muss sich im globalen Wettbewerb um die herausragendsten Forscher:innen beständig behaupten. Die ÖAW setzte dazu 2025 eine mutige Initiative: Mit dem neuen APART-USA-Programm, großteils finanziert vom Fonds Zukunft Österreich, gelang es, 25 Top-Forscher:innen aus den USA an österreichische Forschungseinrichtungen zu holen. Die Initiative schlug international hohe Wellen – gelang es doch, Wissenschaftler:innen von Elite-Einrichtungen wie Harvard, Princeton oder dem MIT zu gewinnen, die in den USA zunehmend unter politischem Druck der Trump-Administration stehen. Mit nach Österreich nehmen die Forschenden frische Ideen, etablierte Netzwerke und internationale Erfahrungen. Damit schaffen sie neue Perspektiven und Impulse für die heimischen Wissenschaften.

Hiccup: Wenn die Playlist Schluckauf bekommt
Wer Wissen teilt, vermehrt es: Im 2025 gestarteten Podcast „Hiccup“ lädt die ÖAW Hörer:innen auf eine Tour des Wissens ein – ausgerechnet in das angeblich finstere Mittelalter: Die quirlige Saga wird mit Zeitmaschine in einem so nicht ganz geplanten wissenschaftlichen Versuch weit zurück in die Vergangenheit versetzt. Zu ihrem Glück darf Saga bei der Erkundung der mittelalterlichen Welt auf Einsager:innen aus der Gegenwart rund um Mittelalterforscher Johannes Preiser-Kapeller zählen. Sie geben ihr überlebenswichtige Tipps zu Kleidung, Sprachschwierigkeiten, Stromerzeugung und vielem mehr. Eine aberwitzige Reise des Wissens im Podcast-Format. Langeweile hat hier keinen Platz!