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MittelalterforschungKonferenz

KI entdeckt Wissensschätze des Mittelalters

Eine internationale Konferenz der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Wien treibt die KI-Revolution in der Geschichtsforschung von Wien aus voran. Princeton-Heimkehrer Helmut Reimitz startet mit der Tagung, die von 7. bis 8. September stattfindet, in seine Funktionen als neuer Institutsdirektor an der ÖAW und Professor an der Universität Wien.

04.09.2026
© AdobeStock

Weltweit beherbergen mittelalterliche Archive enorme Bestände an unerschlossenen Papyri, Akten und Dokumenten, deren Geheimnisse bis heute nicht geborgen werden konnten. Das soll sich nun ändern – dank der Möglichkeiten, die KI und maschinelles Lernen eröffnen. Eine internationale Konferenz am 7. und 8. September in Wien, organisiert von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Universität Wien, widmet sich den Fragen, Chancen und Herausforderungen, die sich aus der Kombination globaler Geschichtsforschung mit modernster Informationsverarbeitung ergeben. Mit der Konferenz setzt der österreichische Mittelalterhistoriker Helmut Reimitz nach seiner Rückkehr von der Princeton University erste Akzente als designierter Direktor des Instituts für Mittelalterforschung der ÖAW und als Professor am Institut für Geschichtsforschung der Universität Wien.

Bei der Konferenz “2nd International Exchange Meeting: SCOOP: Source Codes of the Past” werden neben Reimitz mehr als einhundert weitere Expert:innen unterschiedliche Aspekte der KI-gestützten Digitalisierung diskutieren und dabei ebenso die Weiterentwicklung von KI-Modellen, technische Architekturen wie die Texterkennung von Handschriften, Herausforderungen in der Transkription, Big Data in der Geschichtsforschung und vieles mehr beleuchten. Maßgebliche Beiträge werden dabei zugleich Forscher:innen der Princeton University leisten, an der das Netzwerk „SCOOP – Source Codes of the Past“ 2025 mit einer ersten Konferenz aus der Taufe gehoben wurde.

Von Wien nach Princeton und zurück

Eine weitere Brücke zwischen der international hoch renommierten Mittelalterforschung in Wien und der US-Top-Universität Princeton schlägt Helmut Reimitz: Nach 18 Jahren der Forschung und Lehre in Princeton kehrt der Historiker als Professor am Institut für Geschichtsforschung der Universität Wien und als designierter Direktor des Instituts für Mittelalterforschung der ÖAW  (ab Jänner 2027) nach Österreich zurück.

ÖAW-Präsident Heinz Faßmann sagt: „Mit Helmut Reimitz gewinnen wir einen international hoch angesehenen Historiker. Dass ein Top-Wissenschaftler nach vielen Jahren an einer Spitzenuniversität wie Princeton nach Wien zurückkehrt, ist keine Selbstverständlichkeit und ein starkes Signal für die Attraktivität unseres Forschungsstandorts. Es zeigt zugleich, was möglich ist, wenn die Universität Wien und die ÖAW ihre jeweiligen Stärken bündeln.“

„Es ist ein großes Privileg, nach Wien zurückzukehren“, sagt Helmut Reimitz und ergänzt: „Wien war und ist mit dem Institut für Mittelalterforschung der ÖAW und dem Institut für Österreichische Geschichtsforschung der Universität Wien eines der international anerkanntesten Zentren in meinem Fach. Beide Institutionen, Akademie und Universität, verfolgen eine eindrucksvolle Vision, wissenschaftliche Exzellenz zu fördern und die gesellschaftliche Relevanz wissenschaftlicher Arbeit zu vermitteln. Das ist auch eine wichtige Motivation, um das in Princeton gestartete SCOOP-Network in Wien als neuen Mittelpunkt und Drehscheibe zu etablieren.“

 

Auf einen Blick

Zur Person

Helmut Reimitz ist 1965 in Wien geboren, promovierte 1999 mit einer Arbeit zum „Codex Vindobonensis“, einem karolingischen Geschichtsbuch, an der Universität Wien. Nach mehreren Forschungsjahren am Institut für Mittelalterforschung der ÖAW war er zunächst Visiting Fellow am Netherlands Institute for Advanced Studies, bevor er 2008 als Assistant Professor an die Princeton University wechselte, wo er bereits 2013 am History Department zum Full Professor ernannt wurde. Forschungsaufenthalte und Gastprofessuren führten ihn etwa an die Pariser École des Hautes Études en Sciences Sociales sowie an die Universität Tübingen. Seine Forschungsarbeiten, die sich unter anderem der Transformation Europas im Frühmittelalter sowie Fragen von Identität und Diversität in dieser Zeit widmen, wurden mit wichtigen Auszeichnungen und Mitgliedschaften, darunter in der Medieval Academy of America, gewürdigt.

Veranstaltungsinfos

2nd International Exchange meeting: SCOOP: Source Codes of the Past
7. bis 8. September 2026, Universität Wien, Währingerstraße 29, 1090 Wien
(Programm und Registrierung: https://www.scoop-network.org/)

Organisatoren:

Institut für Mittelalterforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät, Universität Wien

Weitere Partner der Konferenz:

Center for Digital Humanities, Princeton University
Humanities Initiative, Princeton University
Institute for Advanced Study, Princeton University
Machine Learning Platform, Österreichische Akademie der Wissenschaften