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Stefan-M.-Gergely-StipendiumBiodiversität

ÖAW zeichnet drei innovative Medienprojekte zum Verlust von Biodiversität aus

Neue Perspektiven auf Natur, Recht und Stadtleben: Mit dem Stefan-M.-Gergely-Stipendium fördert die ÖAW drei journalistische Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse zur Biodiversitätskrise auf neue, kreative Weise einer breiten Öffentlichkeit vermitteln.

10.03.2026
Vier Hände umklammern eine junge Pflanze
Wie können wir die schwindende Biodiversität bewahren? Vier Journalist:innen nähern sich dieser Frage aus unterschiedlichen Perspektiven mit einem Stipendium der ÖAW an.
© AdobeStock

Wie verändern Klimakrise, Biodiversitätsverlust und ökologische Transformation unser Verständnis von Natur, Recht und gesellschaftlicher Verantwortung? Und welche neuen Formen der Wissenschaftskommunikation braucht es, um diesen Wandel erzählbar zu machen? Mit dem Stefan-M.-Gergely-Stipendium fördert die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) drei journalistische Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse zur Biodiversitätskrise kreativ einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Ausgezeichnet wurden Peter Illetschko, Julia Breitkopf und Jana Mack sowie Sebastian Lang.

Reportage: Wenn die Erde zur Mitbürgerin wird

Mit der achtteiligen Text- und Podcastserie „Rechte der Natur – Wenn die Erde zur Mitbürgerin wird“ widmet sich der ehemalige Standard-Journalist Peter Illetschko einem rechtlichen Paradigmenwechsel, der international zunehmend an Bedeutung gewinnt: den Rechten der Natur. In Ländern wie Neuseeland, Kolumbien oder Spanien wurden Flüsse, Wälder oder Lagunen bereits als juristische Personen anerkannt.

Die Serie verbindet juristische Analyse mit erzählerischer Reportage. Sie beleuchtet historische Wurzeln – etwa indigene Weltbilder, in denen Natur seit Jahrhunderten als lebendiges Gegenüber verstanden wird – und spannt den Bogen zu aktuellen rechtlichen und philosophischen Debatten im deutschsprachigen Raum. Damit nimmt sie Bezug auf eine öffentliche Tagung mit Podiumsdiskussion an der ÖAW, die vom 18. bis 20. März die „Werte der Natur“ aus einer interdisziplinären Perspektive beleuchtet.

Podcast: Akustische Entdeckungsreise in die urbane Artenvielfalt

Julia Breitkopf und Jana Mack richten mit ihrer Reihe „Inselmilieu Reportage“ den Fokus auf die oft überhörte Biodiversität im Wiener Stadtraum. Im Zentrum steht eine akustische Erkundung der „Triple Crisis“ – Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Umweltverschmutzung – anhand konkreter Orte wie der Wiener Lobau.

Die Podcast-Reportage fragt, wie Biodiversität klingt und was verloren geht, wenn diese Klanglandschaften verstummen. Ergänzt wird das Projekt durch eine Fotoreportage sowie eine vertiefende Podcastfolge zur Rolle von Medien in der Klimaberichterstattung. Dabei reflektieren die Journalistinnen auch die eigene Verantwortung: Wie lässt sich über ökologische Krisen berichten, ohne zu dramatisieren – und dennoch zum Handeln motivieren?

Multimedia: Wenn Gletscher, Moore, Flüsse klagen könnten

Sebastian Lang greift die Debatte um die Rechte der Natur aus österreichischer Perspektive auf. Sein multimediales Projekt „Was wäre, wenn…?“ untersucht, wie eine rechtliche Anerkennung von Natur als Rechtsperson hierzulande konkret aussehen könnte. Im Mittelpunkt stehen exemplarische Ökosysteme: der Kaunertalgletscher, ein Moor im Böhmerwald und die Schwarza.

Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass der Biodiversitätsverlust trotz umfangreicher Naturschutzgesetze weiter voranschreitet. Könnte ein Eigenrecht der Natur – vertreten etwa durch eine gestärkte Umweltanwaltschaft – einen neuen juristischen Rahmen schaffen? Lang verbindet wissenschaftliche Recherche mit Interviews mit Rechtswissenschafter:innen, Umweltphilosoph:innen und Vertreter:innen von Umweltinstitutionen.

Wissenschaft erzählen, Zukunft verhandeln

Die ausgezeichneten Projekte zeigen exemplarisch, wie vielfältig zeitgemäße Wissenschaftskommunikation sein kann: Sie verbinden juristische Theorie, ökologische Forschung, philosophische Reflexion und journalistisches Storytelling und eröffnen neue Perspektiven auf das Verhältnis von Mensch und Natur.

Mit dem Stefan-M.-Gergely-Stipendium fördert die ÖAW Medienprojekte, die wissenschaftliche Exzellenz mit journalistischer Qualität verbinden und gesellschaftlich relevante Themen differenziert und zugänglich aufbereiten. Die Stipendien werden finanziert vom Wiener Autor und Unternehmer Stefan M. Gergely.

 

Auf einen Blick

Stefan M. Gergely-Stipendien