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Traum der AlchemieKernforschung

Blei wird am CERN zu Gold

Wissenschaftler:innen am europäischen Kernforschungszentrum CERN konnten für kurze Zeit winzige Mengen Gold herstellen. Der beteiligte ÖAW-Forscher Paul Bühler erklärt, was hinter der Entdeckung steckt.

16.05.2025
Gold aus dem Labor? Bleibt leider wohl weiterhin ein Wunschtraum.
© AdobeStock

Es klingt im ersten Moment nach dem Traum aller mittelalterlichen Alchemisten: Forscher:innen am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf haben es geschafft, aus Blei Gold zu machen. Allerdings nur für „einen winzigen Bruchteil einer Sekunde“, relativiert man vonseiten des Zentrums selbst. 

Mit Lichtgeschwindikgeit zu Gold

Die Umwandlung sei bei der Kollision von Bleikernen, die fast bei Lichtgeschwindigkeit aufeinandertreffen, gemessen worden. Und zwar im Zuge des Experiments ALICE: Die Forschenden am CERN sind damit den ersten Sekundenbruchteilen nach dem Urknall auf der Spur und untersuchen, was passiert, wenn sehr kleine Teilchen mit hoher Geschwindigkeit zusammenstoßen. Dafür werden Bleikerne durch den 27 Kilometer langen Tunnel des Teilchenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider) gejagt.

Dank des magnetischen Felds der Kerne kann es in manchen Fällen dazu kommen, dass ihre innere Struktur in Schwingungen gerät und eine kleine Anzahl von Neutronen und Protonen ausgestoßen wird. Wenn genau drei Protonen aus einem Bleikern entfernt werden, dann wird Gold – ein Kern mit 79 Protonen – erzeugt. Wer nun hofft, eine unendliche Goldquelle gefunden zu haben, wird allerdings enttäuscht: Die Menge an wertvollem Edelmetall, die dabei entsteht, sei Billionen Male weniger gewesen, als für die Herstellung eines Gold-Schmuckstücks erforderlich wäre, heißt es vom CERN.

Keine unendliche Goldquelle

„Es sind keine bedeutenden Mengen“, erklärt auch Paul Bühler. Er ist der stellvertretende Direktor des  Stefan-Meyer-Instituts für subatomare Physik der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und am ALICE-Experiment beteiligt. Das Gold habe auch nur sehr kurz existiert, so der Wissenschaftler. Er verrät, dass er und die anderen beteiligten Forscher:innen die aufsehenerregende Umwandlung von Gold zu Blei in einem Fachartikel in der Zeitschrift „Physical Review Journals“ eher als „Aufheiterung, als Joke“ nebenbei erwähnt hatten. Denn: Der Traum der Alchemisten sie wissenschaftlich nicht besonders relevant.

 

Auf einen Blick

Stefan-Meyer-Instituts für subatomare Physik der ÖAW