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PreiseJubiläumsfonds der Stadt Wien

Antike Geheimnisse, medizinische Innovationen: ÖAW zeichnet wissenschaftliche Arbeiten des Jahres 2024 aus

Von antiken Geheimnissen bis hin zu bahnbrechenden medizinischen Innovationen: Am 16. Dezember 2024 wurden die herausragendsten wissenschaftlichen Arbeiten des Jahres mit den Preisen des Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Österreichische Akademie der Wissenschaften vergeben. Insgesamt fließen 92.000 Euro in aktuelle Forschungen.

16.12.2024
© ÖAW/Ludwig Schedl

Wie verändert die Qualität der Nachrichten unsere Demokratie? Welche Rolle spielt Holzforschung für neue Erkenntnisse in der Materialwissenschaft? Und wie beeinflussen Irrtümer die Rechtsprechung und unser Verständnis von Gesetzen? Mit diesen und anderen Fragen haben sich Forscher:innen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in den vergangenen zwei Jahren beschäftigt. Am Montag, den 16. Dezember 2024, werden in einer festlichen Zeremonie die besten wissenschaftlichen Arbeiten des 2023 und 2024 mit den Preisen des Jubiläumsfonds der Stadt Wien gewürdigt.

Antike Hexameter und journalistische Prozesse

Die Auszeichnung der besten Publikation 2023 geht an Giulia Rossetto für ihre wegweisende Arbeit „Fragments from the Orphic Rhapsodies? Hitherto Unknown Hexameters in the Palimpsest Sin. ar. NF 66.“, die neue Einblicke in antike literarische Werke gibt, sowie an David Messner-Kreuzbauer für seine präzise juristische Untersuchung „Wann gilt ein Irrtum als ‚durch den anderen veranlasst‘ i. S. d. § 879 Abs 1 ABGB?“

Mit der Auszeichnung der besten Publikation 2024 wird Andreas A. Riedl für seine Studie „Nachrichtenqualität als journalistischer Prozess. Demokratietheoretisch fundierte Performanz zwischen Wollen, Sollen und Können“ geehrt, in der er eine kritische Perspektive auf die Rolle des Journalismus in der Demokratie wirft.

Lebenserhaltende Therapien und Zellumprogrammierung

Auch im Bereich der angewandten Forschung werden außergewöhnliche Leistungen gewürdigt: Mit dem Best Paper Award 2023 wird Massimiliano Leoni für seine Arbeit „Blood Flow but not Cannula Positioning Influences the Efficacy of Veno‐Venous ECMO Therapy“ prämiert, die neue Erkenntnisse zur Verbesserung von lebenserhaltenden Therapien liefert. Ebenso wird Claus O.W. Trost für seine wegweisende Arbeit „Bridging Fidelities to Predict Nanoindentation Tip Radii Using Interpretable Deep Learning Models“ ausgezeichnet, in der er tiefere Einblicke in die Materialwissenschaften gibt und Messtechniken präzisiert.

Eine weitere herausragende Leistung aus dem Jahr 2024: Johanna Gassler erhält den Best Paper Award für ihre Arbeit „Chromatin reorganization to totipotency during the mammalian oocyte-to-zygot transition“, in der sie die faszinierenden Mechanismen der Zellumprogrammierung im Zuge der Befruchtung untersucht.

Holzoberflächen und Tierdarstellungen

Neben den herausragenden Publikationen wird auch das DOC-Programm der ÖAW hervorgehoben, in dem besonders vielversprechende Nachwuchswissenschaftler:innen gefördert werden. Die Stipendiatinnen Lena Leiter und Irina Danieli zeigen in ihren Forschungsprojekten beeindruckende interdisziplinäre Ansätze: Leiter untersucht die Oberflächenphänomene von Holz im Kontext von Desintegrationsprozessen, während Danieli sich mit den Tierdarstellungen im Werk der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig auseinandersetzt.

Jubiläumsfonds der Stadt Wien

Der Jubiläumsfonds der Stadt Wien fördert Forschungsprojekte, die für die Stadt von besonderer Bedeutung sind. Der Fonds wurde 1997 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der ÖAW ins Leben gerufen und hat sich seitdem als wichtige Stütze für Wissenschaftler:innen etabliert, die für Wien relevante Forschungsprojekte vorantreiben.