„Turizm“ in der Sowjetunion hatte seit der Gründung des Staates ein klares Ziel: Rekreation und Wiederherstellung der Arbeitskraft der Werktätigen. Leistbarkeit war seit den späten 1950er Jahren weniger eine Frage des Einkommens als eine der staatlich limitierten Zuteilung. Abgesehen von Moskau und Leningrad konzentrierten sich die beliebtesten Destinationen entlang der sowjetischen Schwarzmeerküste, Sotschi miteingeschlossen.
Kurt Scharr vom ÖAW-Institut für Gebirgsforschung gibt in seinem Vortrag „(Frei-) Räume. Zwischen Tourismus und Turizm. Freizeit in der Sowjetunion“ einen Einblick in das komplexe System „Turizm“ bis 1991, das unterschiedlichen Gruppen mehr oder weniger „Urlaub vom Staat“ zugesteht. Darüber hinaus ortet er im heutigen Russland ein Wiedererstarken des staatlichen Sektors im Tourismus und geht der Frage nach, ob es – wie einst – Bedarf an touristischen Freiräumen fern der Staatsgewalt gibt.
Termin:
10. Dezember 2014, 19:00 Uhr
Ort:
Universität Innsbruck
GeiWi-Gebäude, Mehrzweckraum EG
Christoph-Probst-Platz, Innrain 52d
6020 Innsbruck
Kontakt:
Dr. Brigitte Scott
Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung
T +43-512-507-49410
igf-office(at)oeaw.ac.at