Die globale Erwärmung ist nicht mehr aufzuhalten. Das geht auch aus den jüngsten Publikationen des IPCC hervor. Die Bemühungen zur Bewältigung der Folgewirkungen aber konzentrieren sich derzeit auf bauliche und technische Maßnahmen. Demgegenüber identifizieren die Autor(inne)n einer neuen Studie des VID, der IIASA und der WU Bildung als wichtige Komponente.
Bildung als bessere Investition
Zusammen mit Co-Autorin Raya Muttarak (ÖAW/IIASA) analysieren Wolfgang Lutz (Direktor des Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital) und Erich Striessnig (Wirtschaftsuniversität Wien) für ihren Artikel Daten von Naturkatastrophen aus über 167 Ländern der letzten vier Jahrzehnte. Die Ergebnisse zeigen, dass Investitionen in Bildung der von Naturkatastrophen betroffenen Menschen positivere Auswirkungen haben wie Dämme, Schutzwälle, Bewässerungssysteme oder andere infrastrukturelle Maßnahmen.
Umgang mit Naturkatastrophen
„Je höher der Bildungsgrad der Menschen, desto besser ist auch deren Umgang mit den Auswirkungen von Klimaveränderungen. Durch bessere Bildung wären daher in weiterer Folge auch weniger Todesfälle durch klimabedingte Katastrophen zu verzeichnen“, erklärt Wolfgang Lutz. Raya Muttarak ergänzt: „Bildung verbessert das Wissen um die Auswirkungen von Naturkatastrophen und damit auch den richtigen Umgang mit diesen. Eine höhere Bildung bringt auch einen sozialen Aufstieg sowie ein höheres Einkommen mit sich, ebenfalls hilfreiche Punkte, um Katastrophen überleben zu können.“
Einsatz von Fördermitteln hinterfragen
Über den Klimafonds der Vereinten Nationen sollen bis 2020 jährlich rund 100 Milliarden Dollar bereitgestellt werden, um arme Länder bei der Bewältigung der durch den Klimawandel entstehenden Herausforderungen zu unterstützen. „Es ist essentiell zu untersuchen, in welchen Bereichen diese Investitionen die größte Wirkungskraft hätten“, so Erich Striessnig und erläutert weiter: „Derzeit sind viele Gelder für bauliche Projekte oder landwirtschaftliche Maßnahmen reserviert. Diese Bemühungen sind lebensnotwendig, aber da exakte Auswirkungen der Klimaveränderung nicht vorausgesagt werden können, macht es Sinn, Teile der Gelder in die Bildung der Menschen zu investieren, damit diese auf nicht vorhersehbare Folgen reagieren können.“