
Die kürzlich identifizierten Rajajil-Kulturen Nordarabiens und des südlichen Badia in Jordanien zeugen von mobilen Hirtenkulturen, die im fünften Jahrtausend v. Chr. über weite Strecken unterwegs waren und an hydrologisch günstigen Standorten Megalithanlagen hinterließen. Dort ließen sie die Tierherden trinken und ausruhen, pflegten sozialen Austausch, hielten Rituale ab und bestatteten ihre Vorfahren. Eine Verschlechterung des Klimas in der zweiten Hälfte des fünften Jahrtausends v. Chr. führte zu einer Verringerung des Weidelandes und zur Entvölkerung der mobilen Hirtengesellschaften. Einige von ihnen ließen sich an hydrologisch günstigen Standorten nieder und betrieben als Reaktion auf den Rückgang der Ressourcen bewässerten Gartenbau.
Diesen Übergang wird der Archäologe Hans Georg K. Gebel vom Institut für Vorderasiatische Archäologie der Freien Universität Berlin bei einem hybriden Vortrag der Reihe "World Archaeology Seminars" am Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW beleuchten. In "The Rajajil Cultures of Northern Arabia. Pastoral Mobility and Proto-Oasis Sedentism between 4600 and 3800 BCE" berichtet er über die Proto-Oasen des frühen vierten Jahrtausends v. Chr. Sie stellen einen Entwicklungsschritt hin zur sozioökonomischen Struktur der schattigen Oasen auf der Arabischen Halbinsel dar, durch die auch die zunehmend trockeneren Gebiete Arabiens dauerhaft bewohnbar wurden.
Meeting-ID: 642 9456 9283, Kenncode: 5PKUBr
Information
Termin:
7. Mai 2025, 17:30 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postsparkasse, 5. Stock, Besprechungsraum 7 & 8
Georg-Coch-Platz 2
1010 Wien
Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
Mag. (FH) Sigrid Pratsch, BA
T: +43 1 51581-6101
Österreichisches Archäologisches Institut der ÖAW