Österreichische Archäologie bei der Biennale in Venedig
12.05.2026
Kunst und Archäologie treten bei der Biennale Arte 2026 in Venedig in einen interdisziplinären Dialog: Werke aus Elham Hadians Serie „Exposed Layers“ werden im Begleitprogramm der Biennale gezeigt. Ausgangspunkt sind die Ausgrabungen in Svinjarička Čuka in Serbien, einem der ältesten bekannten Siedlungsplätze Europas, die unter der Leitung von Barbara Horejs am Österreichischen Archäologischen Institut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) durchgeführt werden.
Neue Perspektiven auf frühe Sesshaftigkeit
Seit 2018 erforscht ein österreichisch-serbisches Team die mehr als 8.000 Jahre alten Überreste einer dauerhaften Ansiedlung in Südosteuropa. Die Funde liefern neue Erkenntnisse zur frühen Sesshaftigkeit und belegen eine bereits voll entwickelte agrarische Gesellschaft des frühen Neolithikums. Besonders hervorzuheben sind mehr als 100 Figurinen aus gebranntem Ton, überwiegend schematisch-abstrakte Darstellungen weiblicher Figuren, die auf einen ausgeprägten künstlerischen Gestaltungswillen der damaligen Gemeinschaft hinweisen.
Kunst als Zugang zur Vergangenheit
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Figuralplastik wird nun durch Kooperationen mit zeitgenössischen Künstlerinnen erweitert. Das am ÖAW-Institut entwickelte „artist-in-archaeology“-Programm eröffnet neue Perspektiven auf prähistorische Gesellschaften und untersucht, wie künstlerische Interpretationen archäologische Fragestellungen bereichern können.
Den Auftakt der Ausstellung bei der Biennale bildet eine Veranstaltung am 13. Mai 2026 im Palazzo Bembo in Venedig. Im Mittelpunkt stehen die Verbindungen zwischen Kunst und Archäologie sowie deren Bedeutung für zeitgenössische Kunst und innovative Forschungsansätze. Künstler:innen, Archäolog:innen und Studierende der Ca’ Foscari University of Venice diskutieren dabei über die Rolle von Kunst in vergangenen Gesellschaften und über neue Zugänge zu kulturellem Erbe.
Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst
Das wissenschaftlich-kulturelle Begleitprogramm schafft während der Biennale einen offenen Raum für kritischen Austausch zwischen Kunst und Wissenschaft. Ziel ist es, aktuelle gesellschaftliche und politische Diskurse mit historischen Narrativen und kulturellen Erinnerungen zu verbinden. Begleitet wird die Ausstellung der Barvinsky Art Gallery mit Arbeiten von Elham Hadian, Ryts Monet und Farniyaz Zaker. Koordiniert wird das Programm von Rosaura Cauchi (Barvinsky Art Gallery) und Barbara Horejs im Rahmen der Initiative „Zukunftsarchäologie“ des Österreichischen Archäologischen Instituts der ÖAW.
