„Interesse“ – eine frühneuzeitliche analytische Kategorie
Der Interessensbegriff spielt zur Erklärung menschlichen Handelns eine zentrale Rolle in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen, wie etwa der Soziologie, den Wirtschafts-, Politik- und Geschichtswissenschaften sowie der Philosophie. Die Verwendung von Interesse als analytisches Konzept geht ins 17. Jahrhundert zurück, als der Begriff erstmals im Kontext von Staatsräson-Diskursen und zur Analyse frühneuzeitlicher Außenbeziehungen herangezogen wurde. Bis heute wird der Begriff oft auf seine ökonomische Bedeutung begrenzt. Soziologie und Politikwissenschaften aber regen eine Perspektivenerweiterung an.
Das Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der ÖAW lädt ein, bei einem Online-Workshop im Kontext des FWF-Projekts „Interessengeflechte auf dem Westfälischen Friedenskongress“ die verschiedenen Verwendungen von Interesse in der Frühen Neuzeit zu untersuchen. Unter dem Titel „Interesse. Eine frühneuzeitliche analytische Kategorie“ sollen die Diskurse – in Ökonomie, Moraltheologie, Verfassungsrecht, Völkerrecht, Außenbeziehungen, Ratgeber-Traktaten –, in denen der Interessensbegriff auftaucht, analysiert und ihre Verbindung zueinander diskutiert werden.
Anmeldung bis spätestens 17. November 2021 per Mail an lena.oetzel(at)oeaw.ac.at. Der Link zur Online-Teilnahme wird allen Angemeldeten rechtzeitig zugesandt.