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Innovationen mit Beipackzettel - 20 Jahre ITA

Neue Technologien offenbaren fantastische Möglichkeiten - und zugleich kritische Herausforderungen

12.05.2014

Februar 2014, Itzstedt, Schleswig-Holstein. Eine 63-Jährige lenkt ihr Auto durch die Stadt, als aus heiterem Himmel ein unbekanntes Flugobjekt in das Dach ihres Pkw einschlägt. Was wie der Beginn einer „urban legend“ klingt, ist tatsächlich passiert und nicht weiter rätselhaft. Was auf dem Auto aufprallte, ist weder ein Meteorit noch ein UFO, es ist eine abgestürzte Drohne. Eingesetzt wurde sie von einem Unternehmen für Vermessungsarbeiten. Alles ganz zivil. Fragen ergeben sich dennoch zu Genüge: Wer hat für den Schaden einzustehen? Wie konnte es zu dem Unfall kommen? Vor allem: Warum durfte die private Drohne überhaupt unweit des Straßenverkehrs eingesetzt werden?

Brisanz

Angesichts des zunehmenden zivilen, gewerblichen und individuellen Einsatzes von Drohnen sind das Fragen von zunehmender Brisanz. Längst geht es nicht mehr nur um außergewöhnliche und bizarr anmutende Einzelfälle, sondern, wie auch die Beinahe-Kollision mit einem amerikanischen Passagierflugzeuges oder die von Amazon geplante Paket-Zustellung per Drohne verdeutlichen, um Angelegenheiten des allgemeinen Interesses. Diese erstrecken sich von der Klärung unmittelbarer Unfälle über Fragen der Sicherheit des Flugverkehrs bis hin zum Schutz von Privatsphäre und Umwelt.

Details

Die Politik reagiert zwar auf diese neuen Technologien und die daraus erwachsenden Fragen mit neuen gesetzlichen Bestimmungen. Deren Details sind aber, auch in Österreich, in vielen Bereichen noch ausständig. Die Auswirkungen und Folgen neuer Technologien auf die Zivilgesellschaft sind schwer einzuschätzen.

Technikfolgen

Um Politik und Gesellschaft bei derartigen Entscheidungsfindungen und Regelungen zu unterstützen, geht das ÖAW-Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) daher neuen technischen Entwicklungen und ihren Auswirkungen auf den Grund. Indem Innovationen wie zum Beispiel die neuen Drohnen-Technologien und deren gesellschaftliche Auswirkungen untersucht werden, gelingt es, neues Wissen zu erarbeiten und für drängende Entscheidungen zur Verfügung zu stellen.

Erfahrung

Am ITA hat man diesbezüglich bereits einiges an Erfahrung vorzuweisen: Seit genau zwei Jahrzehnten werden hier technische Innovation und deren Auswirkungen unter die Lupe genommen. Ein Jubiläum, das nicht nur Gelegenheit zum Ziehen einer Erfolgsbilanz bietet, sondern zugleich auch den Auftakt zur jährlichen Internationalen Konferenz Technikfolgenabschätzung darstellen wird. Das Thema des diesjährigen Treffens ist „Responsible Research and Innovation“ – das Aufspüren eines Weges, der Innovation als Dienst an der Gesellschaft begreift. Und der im Gegensatz zu Science Fiction nicht nur die fantastischen Möglichkeiten neuer Technologien aufzeigt, sondern auch die Verantwortung, die diese mit sich bringen.