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Freier Zugang zum Wissen der Teilchenphysik

Die Open Access Initiative SCOAP3 tritt ab Jänner 2014 in Kraft

05.12.2013

Freier Zugang zu Wissen spielt eine immer größere Rolle im wissenschaftlichen Dialog. Die Open Access Initiative SCOAP3 hat sich die Aufgabe gestellt, diesen freien Zugang zu wichtigen wissenschaftlichen Journalen auf dem Gebiet der Teilchenphysik zu realisieren. Ab 1. Jänner 2014 wird dieses Modell nun auf sehr breiter Basis realisiert.

Der wissenschaftliche Dialog auf Basis von Publikationen  in hochwertigen Journalen mit Expertenbegutachtung („Peer Review“) ist eine der fundamentalen Grundlagen der modernen Naturwissenschaften. Doch der technologische Fortschritt hat gerade in diesem Gebiet dramatische Auswirkungen: Die Möglichkeit des raschen Informationsaustausches durch Vorabversionen von Artikeln über sogenannte Preprint Server, wie arXiv oder dem CERN CDS Server, verschieben die aktuelle Diskussion in einen Bereich, in dem zwar ein freier Zugriff auf die Information gegeben ist – allerdings ohne die Qualitätsabsicherung des Peer Review Prozesses.

Die Open Access Initiative SCOAP3, ein weltweites Konsortium vom wissenschaftlichen Bibliotheken und Förderungsorganisation der Grundlagenforschung, wurde vom CERN angeregt, mit dem Ziel, dieses Modell im Bereich der Teilchenphysik zu erneuern. Auf breiter Basis soll freier Zugang zu den qualitätsgesicherten Publikationen ermöglicht werden. Das erfordert die Umkehrung der Finanzierung des Peer Review Prozesses  von einem Subskriptionsmodell auf ein Modell, bei dem die Kosten von den Autoren getragen werden – man spricht hier von dem „Goldenen Weg“. Das besondere an SCOAP3 ist der breite Ansatz: es wurde versucht, das Modell mit einem möglichst breiten Spektrum von Journalen, die eine Schlüsselstellung im wissenschaftlichen Dialog haben, einzuführen. Ab 1. Jänner 2014 ist es somit nun soweit.

Auch im österreichischen Wissenschaftsdialog spielt Open Access eine immer wichtigere Rolle. Das Modell wird von den wichtigen Förderungseinrichtungen, wie dem FWF oder dem FFG unterstützt. Im Rahmen von EU geförderten Projekten wird Open Access sogar verbindlich. Auf Initiative des Instituts für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften wurden diese Diskussion auch in Österreich geführt, mit dem Ergebnis, dass  Österreich auch diesem Konsortium beitrat und dort durch die Österreichische Bibliothekenverbund und Service Gesellschaft vertreten ist.
 
Rückfragen, Kontakt:
Univ.-Doz. Dr. Wolfgang Lucha
Institut für Hochenergiephysik
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Nikolsdorfer Gasse 18
A-1050 Wien
Tel.: + 43 1 544 73 28 – 28
Wolfgang.Lucha(at)oeaw.ac.at

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.scoap3.org
www.hephy.at
www.obvsg.at