
In Fragen der nationalen Sicherheit müssen ethische Gesichtspunkte oft mit anderen Interessen abgewogen werden. Die letztlich gefällten Entscheidungen sind dabei nicht nur das Ergebnis nüchterner Reflexionen - sondern sie werden auch maßgeblich von der Intuition der Entscheidungsträger:innen, dem sozialen Kontext und der jeweiligen institutionellen Situation beeinflusst. Diese Faktoren können dazu führen, dass selbst gewissenhaft abwägende und handelnde Personen Entscheidungen treffen können, die ihren persönlichen ethischen Werten widersprechen.
Obwohl diese Verhaltensmuster in der Forschung hinlänglich bekannt sind, ist das Bewusstsein darüber gerade in Institutionen der nationalen Sicherheit wenig ausgeprägt. Vielmehr hängt man hier weiterhin vielfach der Vorstellung an, dass gewichtige Entscheidungen primär durch rationale Prozesse herbeigeführt werden. Avril Haines kennt das aus eigener Erfahrung sehr gut: Die ehemalige stellvertretende Direktorin des CIA und Koordinatorin der US-Geheimdienste begleitete in diversen hochrangigen Funktionen Entscheidungsprozesse des US-Sicherheitsapparats. Über ihre Erlebnisse aus dem Maschinenraum der US-Sicherheitspolitik sowie über Empfehlungen, wie Erkenntnisse aus der Forschung in die Gestaltung von Ethikprogrammen des öffentlichen Sektors integriert werden könnten, spricht sie am 15. Juli 2026 an der ÖAW. Mit ihrem Vortrag „The Ethics of National Security Decisions: Lessons from the Social Sciences“ eröffnet Haines zugleich die Howard Raiffa Academy, eine Initiative von IIASA und Freunden des IIASA.
Information
Termin:
15. Juli 2026, 17:30 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Johannessaal
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
1010 Wien
Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
DI Dr. Viktor Bruckman
Österreichischer IIASA-Rat
Hinweis
Diese Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.