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Der Standort macht die Forschung

Eine neue Studie des Instituts für Stadt- und Regionalforschung zeigt die Bedeutung räumlicher Konzentration für Forschung & Entwicklung auf

20.05.2015

Forschung & Entwicklung (F&E) gelten im internationalen Wettbewerb als entscheidende Standortfaktoren. Welche Rolle aber spielt ein Standort für die Dynamik in F&E selbst? Eine neue Studie des ÖAW-Instituts für Stadt- und Regionalforschung im Auftrag des Beauftragten der Stadt Wien für Universitäten und Forschung untersuchte diese Frage. Sie zeigt auf, wie wichtig räumliche Konzentration für F&E in Wien ist – auch und gerade angesichts einer stetig zunehmenden Diversifizierung.

„Forschung und Entwicklung ist in Wien sehr stark auf das Zentrum konzentriert“, sagt Robert Musil, Studienautor vom  Institut für Institut- und Regionalforschung der ÖAW. Bei der Untersuchung von 1.363 Einheiten zeigten sich, speziell in den Bereichen Life Sciences und Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), besonders starke räumliche Ballungen. Festzustellen sind diese etwa um die Medizinische Universität, das Vienna Biocenter St. Marx, die Muthgasse und die Veterinärmedizinische Universität sowie um die Technische Universität (TU) Wien.

Effizienz & Kooperation

Für die Dynamik in F&E birgt diese räumliche Nähe mehrere Vorteile. Vor dem Hintergrund einer voranschreitenden Diversifizierung der F&E-Landschaft ergeben sich gerade in Forschungsbereichen, die eine kostspielige technische Infrastruktur erfordern, Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung, der Ressourceneffizienz und Zusammenarbeit. Und damit auch der Pflege persönlicher Kontakte: „Im Umfeld der TU ist etwa ein eigenes Milieu entstanden, in der ein kooperativer Geist vorherrscht und wo zwischen den Akteuren weniger Angst vor Konkurrenz besteht“, schildert Musil. Auch eine wirtschaftliche Stimulierung im Wirkungsbereich von Forschungs- und Entwicklungseinheiten ist zu beobachten. So entwickelte sich die TU zu einem Gravitationszentrum im IKT-Bereich, das große Synergien mit sich gezielt ansiedelnden Technik-Start-Ups aufweist.

„Es ist nicht egal, wo ein Standort ist“, fasst Alexander Van der Bellen, Beauftragter der Stadt Wien für Universitäten und Forschung und Auftraggeber der Studie, die vielfältigen Ergebnisse der Untersuchung zusammen. Hohe Relevanz bergen diese, wie auch Heinz Fassmann, Direktor des Instituts für Stadt- und Regionalforschung, betont, nicht zuletzt für die Stadtplanung. „Denn“, so ist man sich einig „es dauert lange, bis sich ein Standort entwickelt.“

Die Ergebnisse der Studie sind erhältlich im Verlag der ÖAW