
Seit der Ära Leopolds I. verbreitete sich das Genre des geistlichen Dramas auch in der kaiserlichen Residenz als spektakuläres Element eines ohnehin schon reichen liturgischen Kalenders. So wurde Wien bald zu einem der wichtigsten Zentren für die Produktion und Verbreitung einer großen Vielfalt an sakralen dramatischen Formen wie dem Oratorium, dem Componimento sacro, der Azione sacra oder der Sacra Rappresentazione, insbesondere der Darstellung vor dem Heiligen Grab. Die Gattung, die mit der Idee der Prachtentfaltung des kaiserlichen Hofes und der Darstellung der Pietas austriaca verbunden war, wurde von den wichtigsten am Hof tätigen Dichtern und Komponisten gepflegt.
Die internationale Konferenz an der Abteilung Musikwissenschaft des Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage der ÖAW "Die Tradition des italienischen Oratoriums im Wien des 17. und 18. Jahrhunderts. Internationale Konferenz" hat zum Ziel, die Entwicklung des Oratoriums umfassend und interdisziplinär zu erforschen. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Entstehung des dramatischen Textes von der katholischen geistlichen Tradition zum Oratorienlibretto, die didaktische Funktion des geistlichen Librettos, die Rhetorik der Affekte, das Oratorium als Vehikel für politisch-ideologische Botschaften, die Orte der Oratorienaufführung in Wien sowie die geistliche Dichtungsproduktion im soziokulturellen Kontext der Frühaufklärung.
Information
Termin:
27. bis 29. November 2024
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Theatersaal
Sonnenfelsgasse 19
1010 Wien
Kontakt:
Mag. Dr. Adriana De Feo
T: +43 1 51581-7285
Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage - ACDH-CH der ÖAW