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Antisemitismus und Musik im ORF nach 1945

Beim Jour fixe Kulturwissenschaften erörtert der Musikwissenschaftler Elias Berner das angespannte Verhältnis zwischen der Verdrängung und den Nachwirkungen des Nationalsozialismus im Zusammenhang mit der Verwendung von Musik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Österreich nach 1945.

Thursday 22.05.2025 04:05 pm
Radio aus den 1950er-Jahren © Wikimedia Commons/CC0

Der Musikwissenschaftler Elias Berner hat den Einsatz von Musik in ORF-Radio und Fernsehbeiträgen im ORF ab 1945 untersucht. Im Zentrum standen Dokumentarberichte, die rund um die Jahrestage identitätsstiftender Ereignisse der Zweiten Republik Österreich ausgestrahlt wurden, wie das Kriegsende 1945, die Unterzeichnung des Staatsvertrags 1955 sowie Republiksjubiläen bis in die 1980er-Jahre. In diesen Sendungen hat klassische Musik vielfältige Funktionen: Sie dient als Übergang innerhalb der Beiträge und ist gleichzeitig eine Bestätigung der kulturellen Errungenschaften des Landes. In den 1950er-Jahren wird sie insbesondere dann eingesetzt, wenn NS-Zeit und Antisemitismus auf verbaler Ebene ausgelassen und somit tabuisiert wurden.

Beim Jour fixe Kulturwissenschaften des Instituts für Kulturwissenschaften (IKW) der ÖAW zum Thema "Antisemitism and Music in Austrian Broadcasting after 1945" stellt Elias Berner seine Forschungsergebnisse vor. Der Musikwissenschaftler, der seit Mai 2024 mit einem Stipendium für Antisemitismusforschung am IKW forscht, kommt zum Schluss, dass der Topos "Musikland Österreich" implizit auch als gemeinsamer Nenner für Antisemitismus in Österreich funktioniert.

Weitere Informationen

Information

 

Termin:
22. Mai 2025, 16:30 Uhr

Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Burse
Sonnenfelsgasse 19
1010 Wien

Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
Mag. Caroline Hofer
T: +43 1 51581-3310
Institut für Kulturwissenschaften der ÖAW