
Mit der Optimierung der Methoden zur Untersuchung prähistorischer DNA ist es heute möglich, genetische Verwandtschaftsbeziehungen in archäologischen Kontexten zu rekonstruieren. Die mittelneolithischen Fundstätte Gurgy „les Noisats“ in Frankreich ist ein außergewöhnlich gutes Beispiel, wie genomweite Daten vieler Individuen eines einzigen Fundorts biologische Beziehungen offenbaren und Aufschluss über die demografische Struktur und soziale Organisation der prähistorischen Gesellschaft geben.
Maïté Rivollat von der Universität Bordeaux wird im Namen ihrer Kolleg:innen in der Vortragsreihe "World Archaeology Seminars" am Österreichischen Archäologischen Institut der ÖAW ein Forschungsprojekt (PACEA UMR 5199, CNRS) mit genomweiten Daten von 94 Personen vorstellen. Im hybriden Vortrag "Investigating Neolithic social structures on the basis of unprecedentedly large family trees from the site Gurgy ‘les Noisats’ in France" berichtet sie, wie ihr Team zwei große Stammbäume rekonstruieren konnte: einen, der 63 Individuen über sieben Generationen miteinander verbindet, und einen weiteren mit 12 Individuen über vier Generationen. Diese beispiellos umfangreichen Genealogien liefern Erkenntnisse, die über die unmittelbare genetische Verwandtschaft hinausgehen, und ermöglichen es, die Gruppenstruktur, ihre Größe, Bestattungs- und Siedlungsgewohnheiten in einem breiten sozialen und wirtschaftlichen Kontext zu untersuchen.
Meeting-ID: 642 9456 9283, Kenncode: 5PKUBr
Information
Termin:
23. April 2025, 17:30 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postsparkasse, 3. Stock, Seminarraum 1
Georg-Coch-Platz 2
1010 Wien
Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
Mag. (FH) Sigrid Pratsch, BA
T: +43 1 51581-6101
Österreichisches Archäologisches Institut der ÖAW