
Umfangreiche ethnografische Forschungen in ganz Kambodscha lassen erkennen, dass Arzneimittel nicht einfach nur durch Vertriebskanäle fließen, sondern dass sie innerhalb soziotechnischer Arrangements auch immer wieder neu zusammengesetzt werden. Liminalapotheken, improvisierte Abgabepraktiken und teilweise regulierte Infrastrukturen führen zu Formen therapeutischer Maßnahmen, die sich nicht klar einordnen lassen. Das sind keineswegs Anomalien am Rande der pharmazeutischen Ordnung, sondern strukturelle Bedingungen, durch die pharmazeutischer Wert, Autorität und Zugänglichkeit konstituiert werden.
Die Strukturen dieser Grauzonen der Pharmazie hat Laurent Pordié, Anthropologe am CNRS, dem Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung in Paris, analysiert. Auf Einladung des Instituts für Sozialanthropologie der ÖAW hält er eine ISA International Guest Lecture zum Thema "Pharmaceutical Grey Zones: Drug Life and Its Constituent Ambiguities in Cambodia". Laurent Pordié präsentiert seinen Analyseansatz, der Möglichkeiten für vergleichende Untersuchungen über Regionen und über den pharmazeutischen Bereich hinaus eröffnet.
Information
Termin:
7. Mai 2026, 16:00 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postsparkasse, 4. Stock, Besprechungsraum 4
Georg-Coch-Platz 2
1010 Wien
Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
sozialanthropologie(at)oeaw.ac.at
Institut für Sozialanthropologie der ÖAW