
Während der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts lebten im Russischen Kaiserreich etwa 14 Millionen Muslime. Das riesige Imperium, das sich von Nordosteuropa bis weit nach Zentralasien ausdehnte, billigte unterschiedliche Rechtssysteme, einschließlich der Scharia. War aber „Scharia“ das, was wir heute darunter verstehen, oder gab es ein oder sogar mehrere unterschiedliche Ausprägungen islamischer Rechtsprechung?
Ein internationales Symposium am ÖAW-Institut für Iranistik mit dem Titel „Sharia in the Russian Empire“ widmet sich diesen bisher kaum diskutierten Fragen zur Diversität sowie einer vergleichenden Analyse des islamischen Rechts im Russischen Kaiserreich. Unter anderem wird es darum gehen, wie der Austausch unter den muslimischen Juristen im gesetzlichen Pluralismus des Zarenreichs funktionierte, wie das Wissen zirkulierte beziehungsweise wie die Muslime ihre legalen Ansprüche verstanden haben. Michael Kemper, Osteuropa-Experte von der Universität Amsterdam, eröffnet das Symposium mit einer grundsätzlichen Frage: “One or Two Islamic Discourses in the Russian Empire?” Die Konferenz wird vom interdisziplinären Netzwerk „Sharia in the Russion Empire“ organisiert. Das Netzwerk dient dem Austausch neuester Forschungsergebnisse hinsichtlich Primärquellen, Theorien und Ideen.
Informationen
Termin:
2. bis 4. Novmeber 2015
Ort:
Institut für Iranistik, Seminarraum 1
Apostelgasse 23
1030 Wien
Kontakt:
Bettina Hofleitner
Tel: +43 1 51581-6500
Institut für Iranistik der ÖAW - IFI