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Balkanforschung: Sprachenvielfalt auf Korfu

Wie prägten Jahrhunderte des Sprachkontakts das Italienische auf Korfu? Johannes Mücke verfolgt seine Spuren von der venezianischen Herrschaft bis in die Gegenwart.

Dienstag 10.11.2026 06:11 Uhr
Blick über das Meer und die Küste von Korfu. Im Vordergrund liegt die Alte Festung von Korfu-Stadt mit ihren historischen Befestigungsanlagen; im Hintergrund ist die albanische Küste zu sehen.
© Johannes Mücke

Im vierten Vortrag der siebenteiligen Reihe des Instituts für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der ÖAW untersucht der Grazer Sprachwissenschaftler Johannes Mücke die Entwicklung des Italienischen auf Korfu. Die griechische Insel war über Jahrhunderte eine kulturelle und sprachliche Kontaktzone. Mücke verfolgt Status und Gebrauch des Italienischen von der venezianischen Herrschaft über das britische Protektorat und die Vereinigung mit Griechenland bis in die Gegenwart. Dabei nimmt Mücke besonders den Sprachgebrauch der jüdischen Gemeinde in den Blick, in der bis vor Kurzem Korfioto gesprochen wurde, eine italienische Varietät mit starken venezianischen Merkmalen. Verwaltungsquellen, Zensusdaten, Korrespondenzen, Zeitschriften und religiöse Texte veranschaulichen die Mehrsprachigkeit der Insel. Berichte und Interviews beleuchten zudem Prestige und Stigmatisierung von Sprachen, nationale Zuschreibungen, antisemitische Deutungsmuster sowie Sprachverlust und die Weitergabe des Korfioto nach 1944.

Vortragsprogramm Balkanforschung

Informationen

 

Termin: 
10. November 2026, 18:00 Uhr

Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften,
Postsparkasse, 4. Stock, Raum 7
Georg-Coch-Platz 2
1010 Wien

Kontakt: 
Dr. Joachim Matzinger 
T: +43 1 51581-7363 
Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der ÖAW