23.06.2021

Wittgenstein-Preis für ÖAW-Mitglied Monika Henzinger

Die international renommierte Informatikerin und Algorithmus-Forscherin Monika Henzinger erhält Österreichs wichtigsten Wissenschaftspreis.

Monika Henzinger ist seit 2017 wirkliches Mitglied der ÖAW © FWF/Daniel Novotny

Der Wittgenstein-Preis 2021 ist vergeben und geht an eine auf dem Gebiet der Algorithmik herausragende Wissenschaftlerin: Monika Henzinger. Der mit 1,5 Millionen Euro dotierte Wittgenstein-Preis des Wissenschaftsfonds FWF ist Österreichs höchster Wissenschaftspreis.

Die vielfach ausgezeichnete Professorin der Universität Wien ist seit 2017 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Derzeit leitet sie an der Universität Wien die Forschungsgruppe „Theorie und Anwendungen von Algorithmen“.

Mehrere Jahre war sie als Forschungsdirektorin beim US-Digitalkonzern Google für die Algorithmen der Suchmaschine verantwortlich, hat diese immer wieder optimiert und den Aufstieg der Suchmaschine dadurch maßgeblich mitgeprägt.

Entwicklerin verantwortungsvoller Algorithmen

Die gebürtige Oberpfälzerin promovierte nach ihrem Studium der Informatik in Deutschland 1993 an der Princeton University, New Jersey, und war anschließend Assistenzprofessorin an der Cornell University, Ithaca. Nach Forschungstätigkeiten am DEC Systems Research Center in Palo Alto, Kalifornien, leitete Henzinger von 2001 bis 2005 die Forschungsabteilung beim US-amerikanischen Konzern Google. 2005 nahm sie eine Professur für Computerwissenschaften an der École Polytechnique Fédérale de Lausanne in der Schweiz an. 2019 wechselte sie schließlich an die Universität Wien.

Zu ihren Forschungsbereichen gehören computergestützte Verifizierung, Algorithmiksysteme auf Basis der Graphentheorie, verteiltes und paralleles Rechnen sowie algorithmische Spieltheorie. Eines ihrer neuen Spezialgebiete ist „Differential Privacy“, ein relativ neues Forschungsgebiet, das sich dem Schutz der Privatsphäre bei algorithmischen Anwendungen widmet. Mithilfe sogenannter verantwortungsvoller Algorithmen können personenbezogene Informationen innerhalb großer Datenmengen beweisbar geschützt werden. Zu ihren zahlreichen wissenschaftlichen Auszeichnungen gehören zwei Advanced Grants des Europäischen Forschungsrates ERC, die sie 2014 und 2021 erhielt. Aktuell leitet Henzinger auch das FWF-Projekt „Fast Algorithms for a Reactive Network Layer“.

Vielfach ausgezeichnet

Aus der Jurybegründung heißt es: „Monika Henzinger war bzw. ist eine führende wissenschaftliche Persönlichkeit sowohl in der Industrie – unter anderem als erste Forschungsdirektorin bei Google – als auch in der Wissenschaft.“ Und weiter: „Ihre Arbeit ist innovativ, wirkungsvoll und sowohl in akademischen als auch in industriellen Spitzenkreisen hoch angesehen.“

Für ihre bahnbrechenden wissenschaftlichen Leistungen wurde Monika Henzinger bereits mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter 1995 der Career Award der National Science Foundation, 2001 erhielt sie den Top 25 Women on the Web Award, 2004 den European Young Investigator Award und 2011 den Google Research Award. Im Jahr 2013 wurde ihr von der Technischen Universität Dortmund die Ehrendoktorwürde verliehen, 2014 folgte die Ernennung zum Fellow der European Association of Theoretical Computer Science, 2016 zum Fellow der Association of Computing Machinery – eine Auszeichnung, die nur an die besten ein Prozent der Informatiker/innen der Welt verliehen wird.


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