
Wie sind Historiker:innen der modernen balkanischen "Nachfolgestaaten" des Byzantinischen Reiches – Griechenland, Bulgarien, Serbien, Rumänien und Türkei – mit dem Topos von Byzanz umgegangen und wie haben sie dadurch die nationalen Geschichtskanons in diesen Ländern von der Aufklärung bis zur Gegenwart geprägt? Frage wie diese hat die Historikerin Diana Mishkova in ihrem Buch "Rival Byzantiums: Empire and Identity in South¬eastern Europe" (CUP 2023) untersucht. Dadurch werden die nationalen Interessen der Byzanzforschung sichtbar und werden in den Diskurs über (nationale) Geschichtsschreibung mit einbezogen. Auf Einladung des Instituts für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der ÖAW stellt Diana Mishkova ihre Forschungsarbeiten beim Vortrag "The Usable Past of Byzantium: Narratives of Empire in the Historiographies of Southeastern Europe" in der Reihe "Balkanforschung an der ÖAW" vor.
In diesem Sinne ist der Vortrag einerseits als eine Erkundung der Politik der Byzanzforschung zu verstehen – der Bilder, Wahrnehmungen und Interpretationen, die dieses Fachgebiet in den letzten zweieinhalb Jahrhunderten gepflegt hat – und andererseits als kritische Hinterfragung von "Byzanz" als historiografischem Konstrukt mit beträchtlichem ideologischem Potenzial zur Gestaltung nationaler Geschichte und nationaler Identität. Diana Mishkova ist Direktorin des Centre for Advanced Study in Sofia und hat sich auf die moderne und zeitgenössische Geschichte Südosteuropas spezialisiert.
Meeting-ID: 624 0853 9099
Kenncode: B2uZv8
Informationen
Termin:
26. Mai 2026, 18:00 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postsparkasse, 5. Stock, Raum 9
Georg-Coch-Platz 2
1010 Wien
Meeting-ID: 624 0853 9099
Kenncode: B2uZv8
Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
Dr. Joachim Matzinger
T: +43 1 51581-7363
Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der ÖAW