01.03.2021

Gemeinsam stärker: ÖAW bündelt archäologische Spitzenforschung in einem Institut

Das Österreichische Archäologische Institut vereint seit diesem Jahr die drei bisherigen ÖAW-Institute im Bereich der Archäologie und Altertumswissenschaften unter einem Dach. Die an der Akademie betriebene Grundlagenforschung in diesem Bereich, die von der Steinzeit bis in die Neuzeit reicht, wird damit zu einem innovativen und international sichtbaren Wissens-Hub vereint.

© ÖAI/ÖAW

Archäologie und Altertumswissenschaften haben an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) Tradition: Seit über 140 Jahren wird an der Akademie Grundlagenforschung zum kulturellen Erbe betrieben. In dieser Zeit wurden nicht nur zahlreiche Akzente für die internationale Entwicklung der beiden Disziplinen gesetzt, sondern es konnte auch eine einzigartige zeitliche, geografische und thematische Vielfalt in der Forschung entstehen. 

Neuer Wissens-Hub entsteht

Dieses große Potenzial soll für die Zukunft noch besser genutzt werden, um neue Erkenntnisse zur Geschichte unserer Vorfahren gewinnen zu können. Daher wurden die drei bisher bestehenden Institute der ÖAW nun in einer einzigen Forschungseinrichtung gebündelt: Das Österreichische Archäologische Institut (ÖAI) vereint seit Anfang 2021 seine bisherigen Forschungsbereiche mit jenen des Instituts für Kulturgeschichte der Antike (IKAnt) und des Instituts für Orientalische und Europäische Archäologie (OREA). 

Dank der Zusammenführung der Institute werden die laufenden Forschungsaktivitäten noch stärker wechselseitig sowie international vernetzt und die weitere Etablierung innovativer Forschungsfelder vorangetrieben. „Gemeinsam ist man bekanntlich stärker. Durch die Zusammenführung der archäologischen und altertumswissenschaftlichen Grundlagenforschung schaffen wir an der Akademie einen neuen „Wissens-Hub“ mit rund 180 Mitarbeiter/innen, der in diesem Bereich in Österreich und Europa seinesgleichen sucht“, sagt ÖAW-Präsident Anton Zeilinger.  

Schwerpunkte bei naturwissenschaftlichen Methoden, Digital und Heritage Science 

Das gilt besonders im Bereich der naturwissenschaftlichen Archäologie, in dem Forscher/innen der ÖAW in den vergangenen Jahren umfassende Expertise erwerben konnten. So werden mit dem Zusammenschluss der Institute die bestehenden Speziallabore weiter ausgebaut, um auch in Zukunft die zunehmende Verflechtung von Archäologie und Naturwissenschaften maßgeblich mitgestalten zu können. Das neue ÖAI soll damit zu einem zentralen Ansprechpartner im Bereich der bio- und geoarchäologischen sowie der archäometrischen Forschung in Österreich avancieren.

Neue Maßstäbe will das ÖAW-Institut auch im Bereich der Digitalen Archäologie und Altertumswissenschaften setzen, also an der Schnittstelle zu Informationstechnologie und Informatik, sowie in der Stärkung der Heritage Sciences, einem multi- und interdisziplinären Forschungsfeld zum kulturellen Erbe der Menschheit. 

International sichtbar mit Außenstellen in Athen, Ephesos und Kairo

Organisatorisch wird das neue ÖAI neben seinem Hauptsitz in Wien und einer Außenstelle im niederösterreichischen Krems über Außenstellen in Athen, Ephesos und Kairo verfügen – Orte und Länder, die für die internationale archäologische und altertumskundliche Forschung von großer Bedeutung sind. Die inhaltlichen Forschungsbereiche der drei bisherigen Institute finden in den drei Abteilungen des neuen ÖAI ihre Entsprechung: Prähistorie sowie Westasien- und Nordostafrika-Archäologie, Historische Archäologie sowie Altertumswissenschaften. Mit der Zusammenführung der drei Institutsbibliotheken wird zudem eine neue Gesamtbibliothek geschaffen, die mit rund 74.000 Bänden die umfangreichste Bibliothek Österreichs im archäologisch-altertumswissenschaftlichen Bereich darstellt. 

Geführt wird das Institut von einem Direktorium aus den bisherigen Institutsleitungen, Sabine Ladstätter, Barbara Horejs und Andreas Pülz, zwischen denen die Geschäftsführung alle drei Jahre rotieren wird. Die erste Periode als geschäftsführende Direktorin des neuen ÖAI der ÖAW von 2021 bis 2023 übernimmt Sabine Ladstätter.

 

Rückfragehinweis:

Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dipl.-Soz. Sven Hartwig
Leitung Öffentlichkeit & Kommunikation
+43 1 51581-1331
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