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Ewige Chemikalien, Finanz-Influencer, Gletscherschmelze – neuer ITA-Bericht für das Parlament erschienen

Human Organ-on-a-Chip, Nachhaltige KI-Rechenzentren, PFAS-Entfernungstechnologien, Alpine Naturgefahren im Klimawandel, Finanz-Influencer und der Wert von Bildung mit KI-Tutoren – das sind die sechs Zukunftsthemen, die das Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der ÖAW gemeinsam mit seinem Kooperationspartner, dem ITAS Karlsruhe, für das österreichische Parlament aufbereitet hat.

03.12.2025
Der Blick ins Tal über ein Geröllfeld nach einem Erdrutsch (Foto: Pixabay)

Alpine Naturgefahren im Klimawandel

Die globale Erwärmung führt in den Alpen zu rascher Gletscherschmelze, zum Auftauen des Permafrosts und zu mehr Niederschlag. Das erhöht die Gefahr von Erdrutschen oder Gletscherabbrüchen. ITA-Forscher Niklas Gudowsky-Blatakẽs analysiert Möglichkeiten der Fernerkundung, etwa durch Drohnen oder Satellitendaten, und zeigt Beispiele für Frühwarnsysteme. Zukünftig könnte ein bundesweites System bei Prognosen helfen.

Geld anlegen, einfach gemacht?

Finanz-Influencer („Finfluencer“) stellen Finanzthemen in sozialen Medien einfach und verständlich dar. Vielen fehlt jedoch eine formale Ausbildung oder Zertifizierung im Finanzbereich. Fehlinformationen, riskante Anlageempfehlungen und mangelnde Risikostreuung sind häufig die Folgen für Verbraucher:innen. Die Analyse der ITA-Forscherin Anna Pauls für das Parlament stellt einen Schritt auf dem Weg zur Regulierung und zur besseren Information der Konsument:innen dar.

Ewige Chemikalien im Wasser

"Ewige Chemikalien", oder PFAS-Moleküle, stellen aufgrund ihrer Beständigkeit, Mobilität und potenziellen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit eine erhebliche Herausforderung für die Aufbereitung von Wasser dar. Ab Jänner 2026 gilt ein neuer Grenzwert für PFAS in Trinkwasser. ITA-Forscher Jean Schmitt gibt einen Überblick über die technischen Möglichkeiten, diese Moleküle zu entfernen, sowie über das Monitoring von Trink- und Abwasseranlagen.

Tierversuche durch Simulation vermeiden

Menschliche Organe auf elektronischen Chips sind menschliches Gewebe auf Membranen mit Steuerungsmöglichkeiten, die Teile von Organen bis hin zu mehreren Organe imitieren. Das Gewebe wird Stimuli ausgesetzt – etwa Medikamenten und Chemikalien – und dessen Reaktionen werden mit Sensoren gemessen. Auch wenn Organs-on-a-Chip derzeit kein vollständiger Ersatz für Tierversuche sind, können sie helfen, diese zu reduzieren. ITA-Forscher Fabian Fischer hat für das Parlament dazu einen Überblick verfasst.

Diese und alle weiteren Zukunftsthemen sollen Parlamentarier:innen und deren Mitarbeiter:innen über aktuelle sozio-technische Entwicklungen informieren und unabhängige Expertise zur Verfügung stellen. Mit dem aktuellen Monitoringbericht werden Themen für weitere Studien vorgeschlagen. 
 

 

Links

Für den Bericht im zweiten Halbjahr 2025 wurden folgende sechs sozio-technische Themen als besonders relevant für Österreich und das österreichische Parlament identifiziert:
1.     Human Organ on a Chip
2.     Nachhaltige KI-Rechenzentren
3.     PFAS-Entfernungstechnologien
4.     Alpine Naturgefahren im Klimawandel 
5.     Finanz-Influencer
6.     KI-Tutoren und Inklusion: Ein Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit?

Die Inhalte des aktuellen Monitorings als PDF sind auf der Website des österreichischen Parlaments abrufbar: Foresight & Technikfolgenabschätzung: Monitoring November 2025 | Parlament Österreich

Auch alle knapp 200 Zukunftsthemen aus den vergangenen Jahren können Sie unter Zukunftsthemen durchsuchen.