
Das Rote Kreuz Jugoslawiens forderte in den 1970er-Jahren die Internationale Rotkreuz-Bewegung auf, ihre humanitären Grundsätze zu überdenken und die Perspektiven der Länder, die der Bewegung der Blockfreien Staaten angehören, einzubeziehen. Ihrer revolutionären Interpretation zufolge sollte die Friedensarbeit ausdrücklich Befreiungsbewegungen gegen Kolonialmächte unterstützen und aktiv gegen Rassendiskriminierung in der blockfreien Welt Stellung beziehen.
Die Kulturanthropologin Čarna Brković beleuchtet im Vortrag zum Thema "Socialist Modernist Worldmaking. Yugoslav Interventions in the International Humanitarian Debates in the 1970s" die intensiven Debatten, die dieser Vorschlag innerhalb der Internationalen Rotkreuz-Bewegung auslöste, insbesondere zu den Kernkonzepten von Humanitarismus, Rassismus, Neutralität und Frieden.Čarna Brković ist Professorin für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Universität Mainz. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören Humanitarismus, Neoliberalismus, soziale Transformationen und die Anthropologie Südosteuropas.
Der hybride Vortrag findet auf Einladung des Instituts für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der ÖAW in der Reihe "Balkanforschung an der ÖAW" statt.
Informationen
Termine:
28. Jänner 2025, 18:00 Uhr
Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Postsparkasse, 4. Stock, Veranstaltungsraum
Georg-Coch-Platz 2
1010 Wien
Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
Dr. Joachim Matzinger
T: +43 1 51581-7363
Institut für die Erforschung der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes der ÖAW