Di, 13.12.2022 18:30

»Seaweed-eating sheep and seaweed as fertiliser«

Onlinevortrag

© Ingrid Mainland

Vortragsreihe »Neue Bioarchäologische Forschungen« (NeuBioArch)

»Seaweed-eating sheep and seaweed as fertiliser: Identifying seaweed use in the archaeological record«

Magdalena Blanz | Vienna Institute of Archaeological Science (VIAS), Universität Wien

Seetang wird in der Archäologie als Nahrungsmittel und als Ressource für Industrie, Handwerk und Landwirtschaft oft nicht berücksichtigt. Verkohlte Algenreste konnten jedoch in Flotationsproben von neolithischen, bronze- und eisenzeitlichen, nordischen und mittelalterlichen Stätten u. a. in Schottland, England, Irland und Skandinavien nachgewiesen werden. Aufgrund seiner vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten bleibt der Anwendungszweck von Seetang im Detail oft unklar. Historische Belege zeigen, dass Seetang in Küstengebieten häufig Bestandteil des Futters von Schafen und Rindern war. Im Rahmen der Doktorarbeit von Magdalena Blanz wurden Forschungsarbeiten durchgeführt, um die Nachweismethoden für den Verzehr von Seetang zu verbessern, wobei das Verhältnis stabiler Isotope und die Analyse von Spurenelementen an heutigen und archäologischen Schafzähnen und -knochen aus Schottland verwendet wurden. Darüber hinaus wurde ein Feldversuch durchgeführt, um die Auswirkungen der Düngung von Getreide mit Meeresalgen auf die Isotopenverhältnisse der Pflanzen zu untersuchen. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die frühere Nutzung von Meeresalgen und ihre Identifizierung anhand historischer und archäologischer Quellen, wobei der Schwerpunkt auf dem nordatlantischen Europa liegt.
 

»The Middle Neolithic child burials from Ölkam: Assessing possibilities for the documentation and analysis of block-excavated human remains«

Doris Jetzinger | Department of Prehistoric and Historical Archaeology (IUHA), Universität Wien

1996 wurden zwei Kindergräber in Siedlungsgruben der mittelneolithischen Lengyel-Kultur am Fundort Ölkam in Oberösterreich entdeckt. Aufgrund ihres fragilen Zustandes wurden beide Bestattungen nur teilweise ausgegraben und als Blöcke geborgen. Dieser Umstand stellt eine besondere Herausforderung für die Dokumentation und Analyse dar. Daher wurde ein interdisziplinärer Ansatz für die Untersuchung dieser Gräber entwickelt, der eine 3D-Oberflächendokumentation der Grabblöcke, eine makroskopische anthropologische Analyse und eine C14-Datierung mittels Beschleuniger-Massenspektrometrie (AMS) umfasst. Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass es sich bei beiden Bestattungen um typische Westlengyel-Bestattungen handelt, die sich durch eine deutliche Heterogenität auszeichnen. Damit tragen die Ergebnisse auch zum Verständnis der Bestattungspraktiken dieser Kulturgruppe bei.
 

In Kooperation mit der Bioarchäologischen Gesellschaft

 

Informationen

 

Termin
13. Dezember 2022, 18.30 Uhr

Ort
online via Zoom
Zoom link
(Meeting ID: 938 1565 8302; Passcode: JXhqD7)

Veranstalter
ÖAW-ÖAI, Bioarchäologische
Gesellschaft

Kontakt
Astrid Pircher