M2M – Vom Modell zur Bedeutung: Kulturerbe durch paradata-gestützte 3D-Modelle neu erschließen

M2M erschließt wissenschaftliche 3D-Rekonstruktionen aus Ephesos für die European Collaborative Cloud for Cultural Heritage (ECCCH). Über die Plattform „Infrastructure for Documentation of Virtual Reconstructions“ (IDOVIR) werden eingepflegte Modelle, Metadaten und Paradaten so verknüpft, dass Entstehung, Interpretation und Nachnutzung transparent, zitierbar und langfristig verfügbar werden.

M2M macht wissenschaftliche 3D-Rekonstruktionen aus Ephesos für Forschung und Vermittlung transparent nachnutzbar. Das bedeutet die Dokumentation der Entscheidungsprozesse (Paradata), so dass die Beziehung zwischen Forschungsquellen, implizitem Wissen und expliziten Schlussfolgerungen und visualisierungsbasierten Ergebnissen verstanden werden kann (London Charter).

Worum geht es im Projekt?

Virtuelle Rekonstruktionen sind heute ein wichtiges Werkzeug archäologischer Forschung und Vermittlung. Ihr wissenschaftlicher Wert hängt jedoch entscheidend davon ab, wie nachvollziehbar ihre Entstehung dokumentiert ist. Genau hier setzt M2M an: Das Projekt verbindet die Plattform IDOVIR mit der ECCCH, damit 3D-Rekonstruktionen nicht nur als anschauliche Modelle, sondern als transparent dokumentierte Forschungsdaten für eine breite Öffentlichkeit bereitgestellt werden können.

Ephesos als Pilotfall

Ausgangspunkt ist ein kuratierter Bestand wissenschaftlich fundierter 3D-Rekonstruktionen zentraler Bauwerke des UNESCO-Welterbes Ephesos. Aus derzeit 52 vorhandenen Modellen werden zehn repräsentative Beispiele ausgewählt. Sie decken unterschiedliche Bautypen ab – etwa Tempel, öffentliche Gebäude und Wohnarchitektur – und eignen sich besonders, um einen übertragbaren Workflow für komplexe 3D-Kulturerbedaten zu entwickeln.

Modelle mit Metadaten und Paradaten

Ausgangspunkt ist ein kuratierter Bestand wissenschaftlich fundierter 3D-Rekonstruktionen zentraler Monumente und Baukomplexe des UNESCO-Welterbes Ephesos. Aus derzeit 52 vorhandenen Modellen werden zehn repräsentative Beispiele ausgewählt, die ein breites Spektrum architektonischer Funktionen abbilden – von Memorial-, Kult- und Repräsentationsarchitektur bis hin zu öffentlichen, administrativen und kommerziell genutzten Anlagen. Damit bildet das Pilotset eine vielseitige Grundlage, um übertragbare Workflows für die semantische Anreicherung, Dokumentation und nachhaltige Bereitstellung komplexer 3D-Kulturerbedaten zu entwickeln.

    Semantische Vernetzung und Schnittstellen

    Technisch richtet M2M IDOVIR an etablierten Standards wie CIDOC CRM, CRMinf und der entstehenden Heritage Digital Twin Ontology (HDTO) aus. Die Daten werden in maschinenlesbaren Formaten exportiert und über Such- und Schnittstellenfunktionen für die ECCCH anschlussfähig gemacht. Geplant sind unter anderem RDF/Turtle-Exporte, ein SPARQL-Endpoint sowie eine dokumentierte API für den bidirektionalen Austausch zwischen IDOVIR und der Cloud-Infrastruktur.

    Nachhaltige Nutzung

    Die aufbereiteten Datensätze werden qualitätsgeprüft, mit kontrollierten Vokabularen verknüpft, mit persistenten Identifikatoren versehen und langfristig in einem geeigneten Repositorium archiviert. Dadurch entstehen FAIR nutzbare 3D-Daten, die in Forschung, Lehre, Museen, digitalen Ausstellungen sowie in VR-/AR-Anwendungen, Serious Games und weiteren Vermittlungsformaten eingesetzt werden können. M2M macht damit nicht nur Daten zum Ausgrabungsprojekt Ephesos verfügbar, sondern erarbeitet einen übertragbaren Weg, um wissenschaftlich dokumentierte virtuelle Rekonstruktionen interoperabel, zitierbar und dauerhaft verfügbar zu machen.

      This project has received support through a cascading grant from ECHOES, which is funded by the European Union under Grant Agreement No. 101157364, with the support of UK Research and Innovation (UKRI) under the UK Government’s Horizon Europe funding guarantee No. 10110142 and No. 10110466.