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Superti-Furga wird Gründungsdirektor des Grazer CORI-Instituts

ÖAW errichtet gemeinsam mit den drei Grazer Universitäten neues Flaggschiff zur Erforschung von Stoffwechselerkrankungen ++ neuartiger Forschungsansatz verbindet Mathematik und experimentelle Biologie mit KI

29.04.2026
Foto von Giulio Superti-Furga vor dem Grazer Uhrturm
Giulio Superti-Furga
© Schiffer Photography/ÖAW

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat Giulio Superti-Furga zum wissenschaftlichen Gründungsdirektor des CORI-Instituts für Stoffwechselforschung in Graz ernannt. Das Institut entstand in einer einzigartigen Partnerschaft der ÖAW mit der Universität Graz, der Medizinischen Universität Graz und der Technischen Universität Graz. CORI strebt an, Europas führendes interdisziplinäres Zentrum für Metabolismusforschung zu werden: Stoffwechselprozesse in Zellen werden systematisch, experimentell und molekularbiologisch untersucht und mithilfe mathematischer Methoden modelliert – mit dem Ziel, gezielt in diese Prozesse einzugreifen, sie zu verändern und neue therapeutische und technologische Lösungen zu entwickeln.

Exzellenter Forscher, erfahrener Gestalter

Giulio Superti-Furga ist einer der renommiertesten biomedizinischen Wissenschaftler Europas mit langjähriger Führungserfahrung in Forschungsinstitutionen. Als Gründungsdirektor des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der ÖAW in Wien, das er zwei Jahrzehnte lang als Direktor leitete, baute er ein international anerkanntes Institut an der Schnittstelle von Biologie, Medizin und Datenwissenschaft auf. Der vierfache ERC-Preisträger ist Professor für Medizinische Systembiologie an der Medizinischen Universität Wien, Mitglied in fünf wissenschaftlichen Akademien sowie Mitbegründer von fünf Biotechnologieunternehmen. Zuletzt war Superti-Furga aufgrund seiner Expertise am Aufbau des Forschungszentrums der Ri.MED Foundation in Palermo beteiligt.

Menschliche Gesundheit im Fokus

Das CORI-Institut ist nach Gerty und Carl Cori benannt, die als Ikonen der Stoffwechselforschung gelten und 1947 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet wurden. CORI wird sich mit großen Herausforderungen der menschlichen Gesundheit befassen und soll das führende Zentrum für stoffwechselorientierte Wissenschaft werden, das Vorhersagemodelle für Gesundheit und Krankheit sowie neue Strategien zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit von Menschen ermöglicht. Durch die Kombination experimenteller Ansätze mit künstlicher Intelligenz und mathematischen Verfahren zielt das Institut darauf ab, umfassende Modelle des menschlichen Stoffwechsels zu entwickeln und diese in neue Therapien zu übersetzen sowie metabolische Systeme gezielt zu entwerfen, zu modulieren und technisch nutzbar zu machen. Am Institut werden Forschende aus Biologie, Medizin, Mathematik, Informatik und Ingenieurwesen in Teams zusammenarbeiten.

ÖAW-Partnerschaft mit Grazer Unis

CORI wird eng mit der Universität Graz, der Medizinischen Universität Graz und der Technischen Universität Graz kooperieren. Für die Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter ist, soweit möglich, eine Zweitaffiliation an einer der Partneruniversitäten vorgesehen, um ihre wissenschaftliche Integration von Beginn an mitzuprägen und aktiv zu gestalten. Die Rekrutierung der ersten Gruppenleitungen und der administrativen Leitung startet ab sofort, die ersten wissenschaftlichen Aktivitäten sollen bereits im September 2026 beginnen. Das Institut wird zunächst in provisorischen Räumlichkeiten arbeiten und anschließend in die beiden eigens eingerichteten Forschungsgebäude in der Grazer Leechgasse einziehen. Bei voller Auslastung wird das CORI bis zu 150 international rekrutierte Wissenschaftler:innen beschäftigen.

Pressebilder

 

Auf einen Blick

Rückfragehinweise:

Debora Knob
Pressesprecherin des Präsidiums
Österreichische Akademie der Wissenschaften
T: +43 1 51581-1209
debora.knob(at)oeaw.ac.at