Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) verleiht am 29. April 2025 die Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta-Preise für Medizin 2024. Mit dem Hauptpreis sowie zwei Förderpreisen würdigt die ÖAW exzellente Forschungsleistungen junger Wissenschaftler:innen auf dem Gebiet der medizinischen Forschung.
Neue antimetastatische Immuntherapien
Der mit 15.000 Euro dotierte Hauptpreis geht in diesem Jahr an Juliane Winkler vom Zentrum für Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien. Sie wird für ihre bahnbrechenden Arbeiten zur Einzelzellanalyse bei Brustkrebs und deren Bedeutung für neue antimetastatische Immuntherapien ausgezeichnet.
Winklers Forschung zeigt, wie unterschiedlich metastatische Zellen vom Ursprungstumor sein können und wie sie sich an neue Gewebeumgebungen anpassen. Durch modernste Einzelzelltechnologien konnte ihr Team aufzeigen, dass bereits vor Eintreffen der Tumorzellen das Zielgewebe durch den Primärtumor „vorbereitet“ wird – eine Erkenntnis, die völlig neue Behandlungsansätze gegen Metastasierung ermöglichen könnte.
Krebstherapie mittels CAR-T-Zellen
Jährlich werden zudem zwei Förderpreise in Höhe von jeweils 4.000 Euro vergeben. Ein Förderpreis geht an Markus Dobersberger von der Universität für Bodenkultur Wien für seine Entwicklung einer neuartigen Strategie zur zielgerichteten Krebstherapie mittels CAR-T-Zellen, die den aktivierten – aber nicht gesunden – epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor (EGFR) erkennen.
Durch Protein-Engineering konnten CAR-T-Zellen geschaffen werden, die ausschließlich den aktivierten Zustand des EGFR erkennen, was Nebenwirkungen reduziert und das Potenzial für den Einsatz bei soliden Tumoren erweitert. Dobersbergers Forschung ebnet damit den Weg für präzisere und sicherere Immuntherapien.
Immunflucht von Tumoren entschlüsselt
Einen weiteren Förderpreis erhält Anais Elewaut vom Research Institute of Molecular Pathology, IMP, für ihre Arbeiten zur Rolle inflammatorischer Monozyten in der T-Zell-Stimulation innerhalb von Tumoren.
Elewaut zeigte, wie Tumorzellen durch Prostaglandin E2 und verminderte IFN-I-Signale, also Proteine oder Glykoproteine, die eine immunstimulierende, vor allem antivirale und antitumorale Wirkung entfalten, gezielt die Immunantwort unterdrücken – ein Mechanismus, der das Immunevasion-Potenzial von Krebszellen erklärt. Ihre Forschung bietet neue Ansätze für Kombinationstherapien, die die Wirkung bestehender Immuntherapien verbessern könnten.
Über die Preise
Die Mannagetta-Preise werden aus Mitteln der historischen Stiftung des kaiserlichen Leibarztes Johann Wilhelm Ritter von Mannagetta (1592–1666) vergeben. Der Hauptpreis richtet sich an Forschende bis 45 Jahre, die Förderpreise an Wissenschaftler:innen innerhalb von vier Jahren nach der Promotion.

