Schon die Grenze des römischen Reiches verlief entlang der Donau, bis heute bildet sie unter anderem die Staatsgrenze zwischen Ungarn und Serbien und zwischen Rumänien und Bulgarien. Die Donau war ein umkämpfter Kriegsschauplatz, wovon nicht nur Unterwasserarchäologen Zeugnis geben können. Auch die jüngere Vergangenheit der aus dem Zusammenbruch des Osmanischen und des Habsburgerreiches hervorgegangenen Nationen ist von Konflikten geprägt. Zugleich war und ist der Donauraum, das multinationalste Einzugsgebiet der Welt, Raum für Hoffnungen und Projektionsfläche für große Erzählungen.
Die im Jahr 2011 mit großem Medienecho ins Leben gerufene EU-Strategie für den Donauraum ist Ausdruck solcher Hoffnungen. Doch der Donauraum trägt schwer an seiner Geschichte. Seine nachhaltige, zukunftsfähige Entwicklung wird davon abhängen, wie gut mit den materiellen wie immateriellen Lasten der Vergangenheit umgegangenwerden kann. Das Netzwerkprogramm Danube: Future will die dringend benötigte geistes- und sozialwissenschaftliche Expertise der Donauländer für eine zukunftsfähige Entwicklung nutzbar machen. Was englische Zeitungen des 18. Jahrhunderts, Briefe über das Banat und seine Erzlagerstätten aus dem 19. Jahrhundert und die Post-Conflict-Division der UNEP dabei für eine Rolle spielen, wird der Vortrag beleuchten.
Veranstalter:
Vortragende: Verena Winiwarter (ÖAW, IFF)
Organisationskomitee:
Vorsitz: Gerhard Glatzel (ÖAW)
Viktor Bruckman (ÖAW)
Karin Windsteig (ÖAW)
Moderation: Viktor Bruckman (ÖAW)
Ort: Theatersaal der ÖAW, 1010 Wien, Sonnenfelsgasse 19
Termin: Mittwoch, 18. März 2015, 17:00 bis ca. 18:30 Uhr
Kommission für Interdisziplinäre Ökologische Studien
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
1010 Wien
T +43 51581-3200, -3210
Viktor Bruckman
Karin Windsteig