17.12.2021

MISSION POSSIBLE!

Eine Ausstellung zum 50. Geburtstag des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Foto: Universalmuseum Joanneum/J.J. Kucek

Von Graz aus in den Weltraum? Ja klar!

Das Grazer Institut für Weltraumforschung (IWF) feiert seinen 50. Geburtstag mit einer außergewöhnlichen Sonderausstellung im CoSA – Center of Science Activities. „Wenn man nach den Sternen greifen möchte, darf man nicht am Boden bleiben“, so Jörg Ehtreiber, Leiter des Kindermuseums FRida & freD zum Kooperationsprojekt.

„Die Erforschung des Sonnensystems sowie der Schutz unseres Heimatplaneten Erde ist die Basis für die Erforschung ferner Welten in den Weiten unserer Galaxie und darüber hinaus“, so IWF-Direktorin Christiane Helling.

„MISSION POSSIBLE!“ gibt Einblicke in die komplexe und spannende Arbeit des IWF, das derzeit an über 20 internationalen Weltraummissionen beteiligt ist, die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA, der NASA oder nationalen Weltraumagenturen in Japan, Russland, China und Südkorea geleitet werden. Dafür entwickelt und baut es weltraumtaugliche Geräte, mit denen es misst, analysiert und interpretiert, was sich hoch über unseren Köpfen abspielt. Die Missionen reichen von Satellitenflotten im erdnahen Weltraum über die Sonnenbeobachtung bis zur Erforschung von Planeten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems. Am Observatorium Lustbühel betreibt es eine Satelliten-Laserstation, die zu den besten der Welt zählt. „Die Erforschung des Sonnensystems sowie der Schutz unseres Heimatplaneten Erde ist die Basis für die Erforschung ferner Welten in den Weiten unserer Galaxie und darüber hinaus“, so IWF-Direktorin Christiane Helling.

Dank einer fiktiven Mission ins Weltall

Wie eine Weltraummission abläuft, finden die Besucher*innen heraus, während sie im CoSA selbst an einer fiktiven Mission teilnehmen: Die Reise geht zu Enceladus, einem der größten Saturnmonde. „Es war eine sehr spannende Herausforderung, die komplexe Wissenschaft, die hinter der Arbeit des IWF steht, für Besucher*innen des CoSA aufzubereiten, die ja nur eine vage Vorstellung davon haben, wie Weltraumforschung funktioniert“, führt die Kuratorin Bettina Deutsch-Dabernig aus. Der rote Faden durch die Ausstellung ist ein Comic – nicht so unendlich weit wie der Weltraum, aber immerhin überdimensional groß. Der legendäre Comic-Zeichner Chris Scheuer zeichnet dafür verantwortlich. In seinem unverwechselbaren Stil und mit viel Liebe zum Detail hat er einen Comic in 21 Bildern gezeichnet. Auf knapp 30 Metern Länge werden die Tätigkeiten der Grazer Weltraumforscher*innen anschaulich dargestellt: Erste Ideen zu einer Weltraum-Mission, Ausschreibung, Finanzierung, internationale Kooperationen, Experimente im Labor, Bau von Prototypen und Fluginstrumenten, Einbau in Satelliten, Raketenstart, langes Warten, bis endlich Messergebnisse die Erde erreichen – und einige der vielen offenen Fragen in der Weltraumforschung beantworten.

„In den Comic integriert sind originale Weltraum-Messgeräte, die von den Besucher*innen erst entdeckt werden“, führt die Kuratorin Bettina Deutsch-Dabernig das Ausstellungskonzept aus.

Über die Kooperation mit dem Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zeigt sich Deutsch-Dabernig sehr erfreut. „In den Comic integriert sind originale Weltraum-Messgeräte, die von den Besucher*innen erst entdeckt werden“, führt die Kuratorin das Ausstellungskonzept aus. Auch der stellvertretende IWF-Direktor Werner Magnes ist begeistert: „Teamwork ist alles: Nicht nur in der Weltraumforschung, sondern auch bei der interdisziplinären Realisierung einer Weltraumausstellung.“ Außerdem unterstützen Interaktionen dabei, den Besucher*innen die wissenschaftlichen Inhalte näherzubringen. Der Hands-on-Charakter des CoSA ist auch in der zweiten Sonderausstellung spürbar: Beispielsweise ist auf einem Bild des Comic-Strips ein fiktives Weltraum-Messgerät zu sehen, das diverse Tests – unter anderem einen Vakuum-Test – bestanden hat. Die Besucher*innen experimentieren selbst mit Vakuum, sehen in einem Film, dass Messgeräte in einem Reinraum hergestellt werden, und blicken zu Venus Express, der ersten Raumsonde der Europäischen Weltraumorganisation ESA in der Umlaufbahn um die Venus.

Kunst trifft Zukunft und Forschung

Bei der Konzeption des Comics, der in der nahen Zukunft spielt, entschied man sich, die Leitungs-Position im IWF weiblich zu besetzen. Aus einer Vision wurde Realität. Seit Oktober 2021 steht Christiane Helling an der Spitze des Instituts. Die Astrophysikerin überzeugte durch ihre Kompetenz im Bereich der Exoplanetenforschung, ihre weitreichenden internationalen Erfahrungen sowie ihren fächerübergreifenden Forschungsansatz.

Die IWF-Direktorin freut sich ganz besonders, die Forschungsarbeit des Instituts der letzten 50 Jahre den Besucher*innen von MISSION POSSIBLE! in diesem außergewöhnlichen Rahmen zu präsentieren: „Hier trifft Geschichte auf Gegenwart und Zukunft, Forschung auf Kunst, Realität auf Science-Fiction. Es sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein."

„Wir hatten schon viele Gäste am Institut und waren bei unterschiedlichsten Ausstellungen vertreten. So hat uns die Öffentlichkeit aber noch nie gesehen!“, lobt auch Werner Magnes die gelungene Umsetzung der Ausstellung.

„Wir hatten schon viele Gäste am Institut und waren bei unterschiedlichsten Ausstellungen vertreten. So hat uns die Öffentlichkeit aber noch nie gesehen!“, lobt auch Werner Magnes die gelungene Umsetzung von MISSION POSSIBLE!. Die richtige Auswahl der Exponate zu treffen, war nicht leicht: „Seit Beginn der 80er-Jahre haben wir an rund 40 internationalen Weltraummissionen teilgenommen und zu über 100 Messgeräten beigetragen. Die Ausstellungsstücke entführen die Besucher*innen auf eine Reise durch unser gesamtes Sonnensystem und sogar darüber hinaus.“

Der Weltraum wird seit mehr als 60 Jahren mithilfe von Satelliten erforscht und gibt uns noch immer sehr viele Rätsel auf. Ausgestattet mit ihrer Missions-Bordkarte zu Enceladus, machen sich die Besucher*innen auf, um ein weiteres Weltraum-Rätsel zu lösen. So viel Forschungseifer muss belohnt werden! Es werden besondere Preise für die ganze Familie verlost: eine exklusive Tour durch das Grazer Institut für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften oder ein Blick in den Weltraum bei einerm Besuch der Satelliten-Laserstation am Observatorium Lustbühel.

Die Ausstellung MISSION POSSIBLE! ist vom 18. Dezember 2021 bis 11. September 2022 im CoSA – Center of Science Activities im Joanneumsviertel zu bewundern.

 

WO
CoSA – Center of Science Activities, Joanneumsviertel, 8010 Graz

LAUFZEIT
18.12.2021–11.09.2022

INFORMATION
+43-316/8017-9100
www.cosagraz.at

 

Bildergalerie

Christiane Helling zur Ausstellung

Werner Magnes zur Ausstellung

MISSION POSSIBLE! @ COSA