Optionen zur Entwicklung der Telekommunikationsinfrastruktur der Tschechischen Republik

Ausgangspunkt dieses Projektes war die unzulängliche Situation der Telekommunikationsinfrastruktur und des Diensteangebots der Reformstaaten zu Beginn des Transformationsprozesses.

Würden nicht rasch weit reichende Maßnahmen ergriffen – so Experten und Vertreter der Industrie – würde der Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten die Transformation hemmen, ja ihren Erfolg überhaupt in Frage stellen.

Tatsächlich ist die Bedeutung der Telekommunikation für die Reformstaaten groß: Sie unterstützt die notwendige Vertiefung der Arbeitsteilung, ersetzt bzw. ergänzt den zentralen Allokationsmechanismus durch dezentrale horizontale Kommunikationsmöglichkeiten und ist für den Aufbau von Institutionen (etwa des Kapitalmarktes) ebenso notwendig, wie für die Erschließung ausländischen Kapitals. Trotz dieser hohen Priorität wurde die Entwicklung in keinem der zu Vergleichszwecken untersuchten Staaten (Polen, Ungarn und Tschechien) durch staatliche Finanzierung sichergestellt, vielmehr wurde versucht, geeignete Rahmenbedingungen für den Sektor zu schaffen, der als sich weitgehend selbstfinanzierender Bereich angesehen wird. Für die spezifische Ausprägung der jeweiligen Entwicklungsstrategie waren makroökonomische Gegebenheiten (Verschuldung, Privatisierungsstrategie etc.) von entscheidender Bedeutung.

Von den drei Ebenen des analytischen Teils der Untersuchung - Ordnungspolitik, Tarifpolitik und technische Optionen - erwies sich die Gestaltung des regulativen Umfelds als der Bereich mit den größten Gestaltungsmöglichkeiten. Dabei zeigte sich, dass all jene Regulierungsinstrumente, die auf die Weitergabe von Produktivitätsvorteilen abzielen bzw. zu stärkeren Interessengegensätzen zwischen Regulierung und reguliertem Unternehmen führen, in der gegenwärtigen Situation nicht zu empfehlen sind. Die oftmals ins Zentrum der Diskussion gerückte Frage nach der optimalen Marktorganisation (Monopol vs. Liberalisierung) zeigte sich als weniger bedeutsam als angenommen. In einer gesamthaften Einschätzung der von der Tschechischen Republik verfolgten Strategie lässt sich feststellen, dass der gewählte Entwicklungspfad im Großen und Ganzen erfolgreich war und dass realistische Regulierungsalternativen nur in einem sehr frühen Stadium bzw. in weiterer Folge lediglich in einzelnen Bereichen (etwa der Öffnung lokaler Netze, des Zeitpunktes der Privatisierung der SPT Telecom, der Tarifpolitik) gegeben waren.

Der Bericht wird durch eine empirische Bestandsaufnahme des Telekommunikationssektors der Tschechischen Republik ergänzt.

Publikationen

Publikationen

  • Pisjak, P., & Cas, J. (1995). Ziel- und Optionenanalyse für die Verringerung von Rückständen im Bereichder Telekommunikationsinfrastruktur – Ein entscheidungsmodelltheoretischer Ansatz, ausgeführt amBeispiel der C(SF)R, Endbericht des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung, Wien (p. 420 Seiten).
  • Cas, J. (1994). Options for the Reduction of Deficiencies in Telecommunications in the Czech Republic. In Bohlin, E. and O. Granstrand (Ed.): The Race to European Eminencee. Who are the comingTele-Service Multinationals. Elsevier Science B. V. North Holland, Amsterdam.
  • Cas, J., & Pisjak, P. (1992). Entscheidungsmodell Telekommunikation: CSFR, Zwischenbericht zum Projekt OWP72. Wien, September 1992.
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Konferenzbeiträge/Vorträge

Konferenzbeiträge/Vorträge

Laufzeit

12/1994 - 12/1995

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