Verantwortungsvolle Digitalisierung in den Wiener Lebenswissenschaften

Digitale Technologien haben mittlerweile jeden Bereich unseres Lebens und jedes gesellschaftliche Handlungsfeld durchdrungen. Immer neue digitale Innovationen gestalten mit, wie wir miteinander kommunizieren, wie wir arbeiten und wie wir unsere Welt begreifen. Aber wer gestaltet dabei die digitalen Technologien? Dieses ITA-Projekt fragt, welche Ziele, Werte und Ambitionen folgenreichen digitalen Transformationen zugrunde liegen.

Weltweit setzen sich immer mehr Expert:innen für "Digitalen Humanismus" ein, der zum Ziel hat, digitale Innovationen an menschlichem Maß, gesellschaftlichen Zielsetzungen und humanistischen Werten zu orientieren. Das Wiener Manifest zum digitalen Humanismus wurde 2019 von einer interdisziplinären und internationalen Gruppe von Wissenschaftler:innen unterzeichnet. Wo digitale Technik unsere Gesellschaft tiefgreifend prägt, so die Expert:innen, müssen wir besonders achtsam vorgehen. 

Hintergrund

Die Stadt Wien etabliert sich seit einigen Jahren als international anerkannter Cluster lebenswissenschaftlicher Forschung. Auch dieser Forschungsbereich wird maßgeblich durch digitale Innovationen geprägt und prägt diese selbst mit. Was sind aber die Merkmale und Anforderungen einer humanistischen Perspektive auf digitale Technologien im lebenswissenschaftlichen Kontext?

Führende Technik- und Ethik-Expert*innen rufen dazu auf, „humanistische Ideale mit einer kritischen Reflexion des technischen Fortschritts zu kombinieren“. Das bedeutet anzuerkennen, dass Design und Einsatz digitaler Technologien nicht wertneutral sind, und stellt uns vor die Herausforderung sie so zu gestalten, dass sie humanistische Grundwerte wie Mitbestimmung und Inklusion, Gerechtigkeit und Transparenz, Privatsphäre und Redefreiheit, Selbstwirksamkeit und Verantwortlichkeit fördern anstatt sie zu schwächen. 

Ziel

Das vorliegende Projekt untersucht anhand zweier Fallstudien, welche humanistisch orientierten Praktiken und Ansätze in den Wiener Lebenswissenschaften bereits etabliert sind, und wo es noch Möglichkeiten der Stärkung und (Weiter-)Entwicklung solcher Ansätze gibt. Es fragt, wie verantwortungsvolle Digitalisierung dort, wo es zählt, nämlich in Forschung, Lehre und gesellschaftlicher Anwendung gestärkt werden kann. Ziel ist es, lebenswissenschaftliche Forschung und Digitalen Humanismus als zwei wesentliche Leitwerte des Wiener Forschungsstandortes miteinander produktiv in Dialog zu bringen.

Laufzeit

03/2026 - 02/2027

Projektteam