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Die Instrumentalisierung der Asche von Holocaustopfern

Beim Jour fixe Kulturwissenschaften präsentiert Zuzanna Dziuban von der ÖAW ihre Forschungsergebnisse über die von Museen geübte Praxis der Weitergabe von Asche von Holocaustopfern an diverse Institutionen und reflektiert die mangelnde Sensibilität im institutionalisierten Umgang mit den Überresten der Ermordeten.

Donnerstag 10.04.2025 04:04 Uhr
© Hall of Remembrance, US Holocaust Memorial Museum, Washington, DC. Photo: Zuzanna Dziuban

Museen, die an den Standorten ehemaliger nationalsozialistischer Konzentrations- und Vernichtungslager in Polen errichtet wurden, sammelten zunächst verbrannte menschliche Überreste der zumeist jüdischen Opfer der Lager und gaben sie dann in Kisten, Säcken oder Urnen verpackt an verschiedene (Gedenk-)Einrichtungen und Privatpersonen in Polen und weltweit weiter. Die Museen spendeten die Asche, damit sie an anderer Stelle beigesetzt, in Gedenkstätten integriert oder in polnischen Schulen, Fabriken, Gemeindezentren und (meist christlichen) Gotteshäusern ausgestellt werden konnte.

Zuzanna Dziuban vom Institut für Kulturwissenschaften (IKW) der ÖAW präsentiert bei einem Jour fixe Kulturwissenschaften des IKW Forschungsergebnisse zu jener institutionalisierten Weitergabe der menschlichen Überreste. Im Vortrag "Body Scooping. Instrumentalization and Material Dispersal of Incinerated Human Remains from the Holocaust" zeichnet sie diese Praxis am Beispiel einiger Urnen mit Asche aus dem Holocaust nach und schlägt eine kritische Beurteilung vor. Sie geht dabei einerseits auf die Empfindlichkeiten des jüdischen Religionsrechts in Bezug auf menschliche Überreste ein und reflektiert andererseits die mit der undifferenzierten Weitergabe verbundene Gewalt gegen die menschlichen Überreste. Zuzanna Dziuban arbeitet als leitende Postdoktorandin im Rahmen des Projekts Globalisierte Gedenkmuseen am IKW.

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Informationen

 

Termin:
10. April 2025, 16:30 Uhr

Ort:
Österreichische Akademie der Wissenschaften, Museumszimmer
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2
1010 Wien

Kontakt für Fragen, Anregungen, Feedback:
Mag. Caroline Hofer
T: +43 1 51581-3310
Institut für Kulturwissenschaften der ÖAW